Luxus / Classic Cars 11:31 - 26.01.2017

70 Jahre Ferrari

Ferrari wird siebzig Jahre alt. Ein schönes Alter für das wohl hübscheste Kind der italienischen Autoindustrie. Und auch wenn Maranello nun schon eine kleine Ewigkeit den früheren Erfolgen in der Formel 1 hinterherrennt – so gut wie derzeit liefen die Geschäfte noch nie. Was immer die Hallen in der Nähe von Modena verlässt, es ist bereits verkauft: Die Wartezeiten für gewisse Modelle betragen bis zu drei Jahre.

Damit die Geburtstagsparty dann auch finanziert werden kann, hat sich Ferrari einen Coup einfallen lassen: Sondermodelle. Solches ist nicht üblich im Preissegment, in dem sich die Italiener bewegen, doch geschäftstüchtig waren sie schon immer; dem Firmengründer Enzo Ferrari wurde einst eine heftige Form von Geiz nachgesagt.

Er war es, der sagte: «Ich würde nie einen Ferrari fahren, das ist mir viel zu teuer.» Teuer wird das Vergnügen auch bei The Stirling, The Schumacher, The Steve McQueen und The Green Jewel. Wobei: Aus gut unterrichteten Quellen ist zu vernehmen, dass sämtliche 350 Exemplare bereits verkauft sind.

Aber was sind das für komische Bezeichnungen? The Stirling ist ein blauer F12, der an Stirling Moss erinnern will, der 1961 auf einem ebenfalls blauen 250 GT Berlinetta SWB die damals noch berühmte Tourist Trophy gewonnen hatte.

Bild: Werk

The Schumacher ist eine Hommage an Michael Schumacher in Form eines 488 GTB. Aussergewöhnlich The Steve McQueen, ein California T in Brauntönen wie der 250 GT Berlinetta Lusso, den «King of Cool» Steve McQueen von seiner ersten Frau Neile Adams geschenkt erhalten hatte.

Und ein bisschen schräg ist The Green Jewel, ein 488 Spider, der mit seiner für einen italienischen Sportwagen ungewöhnlichen Farbe Bezug nimmt auf das legendäre Ferrari-Privat-Team von David Piper. Zwar sind diese sogenannten Liveries nur Beispiele für mögliche individuelle Konfigurationen – doch das schränkt die Nachfrage ja anscheinend nicht ein.

Und eben, obwohl Ferrari nichts erzählen will über die Preise dieser Sondermodelle: alle weg. Man darf deshalb davon ausgehen, dass die Italiener wohl noch eine zweite Jubiläumsserie auflegen werden. Denn die Sammler, die mehr «Investoren» sind, lieben solche Kleinserien. Eine Wertsteigerung gilt als sicher.

Bild: Werk

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