Unternehmen / Rohstoffe 16:18 - 21.12.2015

BHP Billiton prüft Dividendensenkung

Um akquirieren zu können, überlegt sich der Rohstoffkonzern, die Dividende zu kürzen. Eine Reduktion schlägt auch die Ratingagentur Moody's vor – sonst droht eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit.
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zum Stichwort
Anleihe
Fremdmittelaufnahme am Kapitalmarkt . Anleihen können fix oder variabel verzinst werden. Die als Wertpapier ausgestalteten und somit handelbaren Bruchteile einer Anleihe werden Obligationen oder Bonds genannt.
Beteiligung
Langfristige, kapitalmässige Interessennahme an anderen Unternehmen, bei der die wirtschaftliche Einflussnahme oder ähnliche Zielsetzungen im Vordergrund stehen. Die Beteiligungen werden höchstens zum Einstandspreis bewertet.
Bilanz
Periodische Gegenüberstellung sämtlicher Aktiven und Passiven an einem Stichtag. Die Aktivseite gibt Aufschluss über die Verwendung der Mittel, während die Passivseite über die Beschaffung der Mittel (Finanzierung) orientiert. Teil des Geschäftsberichts .
Cashflow
Ordentlich erwirtschafteter Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit eines Unternehmens. Ausserordentliche Aufwendungen und Erträge sollten aus der Berechnung des Cashflows ausgeklammert werden, ebenso extreme Veränderungen bei der Bildung oder der Auflösung stiller Reserven .
Dividende
Der von einer Aktiengesellschaft je Aktie ausgezahlte Gewinnanteil. Die Dividende wird durch die Generalversammlung auf Antrag des Verwaltungsrats festgesetzt. Als Dividende werden auch die Auszahlungen an die Inhaber von Genuss- und Partizipationsscheinen bezeichnet.
Dividendenpolitik
Vom VR definierte Vorgaben, nach denen sich die Dividendenausschüttung richtet. Eine Vorgabe kann sein, zwischen 25 und 40% des Gewinns (Gewinnausschüttungsquote ) als Dividende auszuzahlen (was heute üblich ist). Der VR kann jedoch auch darauf abzielen, möglichst immer, also über Konjunkturzyklen hinweg, eine Dividende auszuschütten – dann wird er in sehr guten Jahren die Dividende weniger erhöhen, um so Mittel für die Ausschüttung in schlechteren Zeiten bereitzuhaben. Die ertragsabhängige und die konstante (oder eine Mischform) sind die häufigsten Arten von Dividendenpolitik. Es gibt jedoch auch Unternehmen, die keine Dividende auszahlen. Dies ist etwa dann der Fall, wenn eine Gesellschaft schnell wächst und den Gewinn umgehend in den Weiterausbau investiert.
Joint Venture
Zusammenarbeit zweier oder mehrerer Gesellschaften in vertraglicher Form oder durch die Gründung einer gemeinsamen Tochter- oder Beteiligungsgesellschaft .
Rating
Einstufung der Bonität eines Schuldners durch spezialisierte Ratingagenturen anhand einheitlicher Kriterien und Verfahren. Am Rating kann ein Investor ablesen, wie hoch das Ausfallrisiko ist.
Ratingagentur
Auf die Prüfung der Kreditqualität spezialisiertes Unternehmen, das anhand standardisierter Methoden und transparenter Kriterien eine Bewertung der Schuldnerbonität und eine Einstufung in Form von Ratings vornimmt. Die grössten und bekanntesten Ratingagenturen sind Standard & Poor’s (S&P), Moody’s und Fitch.
Verwaltungsrat
Überwacht und lenkt (über die Strategiefestlegung) für die Gesamtheit der Aktionäre die Geschäftsleitung eines Unternehmens. Die VR-Mitglieder einer AG schweizerischen Rechts müssen in der Regel mehrheitlich das Schweizer Bürgerrecht besitzen und in der Schweiz wohnhaft sein. Der VR besteht aus exekutiven (unternehmensinternen) und nicht exekutiven (externen) Mitgliedern. Immer mehr setzt sich im Rahmen einer guten Corporate Governance die Praxis durch, dass ein bedeutender Teil der VR in keiner geschäftlichen Beziehung zum Unternehmen stehen darf. Der VR wird von der GV gewählt.

Der Rohstoffkonzern BHP Billiton zeigt sich übernahmehungrig. Im aktuellen Tiefpreisumfeld in der Rohstoffbranche sehen sich einige Konkurrenten gezwungen, Geschäftsbereiche zu veräussern, um wieder zu Kapital zu kommen. Davon will das australisch-britische Unternehmen profitieren, wie die britische Wirtschaftszeitung «Financial Times» schreibt – ohne genaue Quellen anzugeben.

Weiter vermutet die «Financial Times», dass BHP die Übernahme von Minen der Konkurrenz sowie eine Ausweitung der Beteiligungen an Joint Ventures ins Auge fasst. So habe der Konzern auch Interesse an Geschäftsteilen der hoch verschuldeten Mitbewerberin Glencore gemeldet. Sie hatte erst kürzlich zwei Kupferminen zum Verkauf gestellt.

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