Zum Thema 07:14 - 27.02.2017

Clariant hat noch Potenzial

Der Spezialchemiekonzern befindet sich auf einem gutem Weg. Die Aktien sind massvoll bewertet.
NEU Per E-Mail-Abo Unternehmen folgen*
lesen sie mehr
zum Stichwort
Abschreibung
Berücksichtigung der technisch und wirtschaftlich bedingten Verminderung des Werts von bilanzierten Aktiven durch Herabsetzen des Buchwerts zulasten der Jahresrechnung oder – in speziellen Fällen – des Eigenkapitals .
Aktie
Wertpapier , das einen Anteil am Kapital einer Aktiengesellschaft verkörpert. Es sichert dem Eigentümer Mitgliedschaftsrechte (Stimm- und Wahlrecht an der Generalversammlung) und Vermögensrechte (Recht auf Anteil am Gewinn, Beteiligungsquote bei Kapitalerhöhungen oder am Liquidationsergebnis) zu.
Amortisation
Ratenweise Rückzahlung (Tilgung) einer Schuld. Entsprechend spricht man von Amortisationsanleihen oder Amortisationshypotheken, wenn periodisch Rückzahlungen geleistet werden.
CEO
Angelsächsische Kürzel für Unternehmenschef (Chief Executive Officer), Leiter der Finanzabteilung (Chief Financial Officer), Leiter Anlagestrategie (Chief Investment Officer) sowie Leiter operatives Geschäft (Chief Operating Officer), die gemeinsam die Geschäftsleitung bilden.
Cashflow
Ordentlich erwirtschafteter Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit eines Unternehmens. Ausserordentliche Aufwendungen und Erträge sollten aus der Berechnung des Cashflows ausgeklammert werden, ebenso extreme Veränderungen bei der Bildung oder der Auflösung stiller Reserven .
Ebit
Ebit (Earnings before Interest and Taxes): Gewinn vor Zinsen und Steuern. Ebita: Ebit vor Goodwillabschreibung. Ebitda (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization): Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen. Diese drei Varianten des Betriebsergebnisses zeigen die operative Ertragskraft besser auf als der publizierte Nettogewinn. Dieser kann ohne betriebliche Ursachen je nach Rechnungslegungsstandard , Beitrag des Finanzergebnisses (Zinsen in obigen Definitionen) und Steuerbelastung stark variieren. Nicht weitergeführte Aktivitäten werden meist aus dem betrieblichen Ergebnis herausgerechnet und fliessen als Ergebnis aufgegebener Tätigkeiten in das Nettoergebnis ein. Anderseits werden ausserordentliche Aufwendungen für Restrukturierungen oder Wertberichtigungen berücksichtigt, sofern sie betrieblich bedingt sind.
Ebitda
Ebit (Earnings before Interest and Taxes): Gewinn vor Zinsen und Steuern. Ebita: Ebit vor Goodwillabschreibung. Ebitda (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization): Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen. Diese drei Varianten des Betriebsergebnisses zeigen die operative Ertragskraft besser auf als der publizierte Nettogewinn. Dieser kann ohne betriebliche Ursachen je nach Rechnungslegungsstandard , Beitrag des Finanzergebnisses (Zinsen in obigen Definitionen) und Steuerbelastung stark variieren. Nicht weitergeführte Aktivitäten werden meist aus dem betrieblichen Ergebnis herausgerechnet und fliessen als Ergebnis aufgegebener Tätigkeiten in das Nettoergebnis ein. Anderseits werden ausserordentliche Aufwendungen für Restrukturierungen oder Wertberichtigungen berücksichtigt, sofern sie betrieblich bedingt sind.
Konsolidierung
Die Bilanzen und die Erfolgsrechnungen der Tochtergesellschaften werden in einer gemeinsamen Konzernrechnung nach einheitlichen Kriterien (IFRS , Swiss Gaap Fer , US-Gaap ) zusammengefasst.
Kurs
Börsen- oder Marktpreis von Wertpapieren , Devisen , Münzen oder Waren. Der Kurs schwankt je nach Angebot und Nachfrage.
Kurs-Gewinn-Verhältnis
Aktienkurs im Verhältnis zum erwirtschafteten oder erwarteten Gewinn pro dividendenberechtigte Aktie . Die Kennzahl zur Aktienbewertung gibt an, wie viel Mal der Gewinn pro Aktie im Aktienkurs enthalten ist. Anhand des KGV können verschiedene Titel innerhalb einer Branche verglichen werden.
Marge
1. Differenz zwischen den Aktiv- und den Passivzinsen einer Bank (Zinsmarge ). 2. Differenz zwischen dem Geldkurs und dem Briefkurs eines Wertpapiers (Geld-Brief-Spanne ). 3. Bareinschuss (Initial Margin , Variation Margin ) bei Futures oder CDF (Sicherheitsmarge). 4. Ergebnis (meist das operative) im Verhältnis zum Umsatz (Return on Sales, RoS).

Aussagen wie: «Mit dem letztjährigen Cashflow sind wir cashflowverbessert, aber nicht cashflowstark», oder: «Wir kommen unseren mittelfristigen Rentabilitätszielen näher», zeigen: Das Management sieht Clariant (CLN 18.59 -0.21%) auf gutem Weg, erwartet aber noch mehr. Nach der Restrukturierung und Neuausrichtung soll sich die Gesellschaft nun festigen. Es gilt, das Erreichte solide abzustützen, um das Leistungsvermögen darauf aufbauend weiter zu steigern.

Laut Hariolf Kottmann liegt das Augenmerk auf der Konsolidierung bestimmter Segmente sowie auf Themen wie Cashflow und Innovation, auf kommerziellen Aspekten und auf der weiteren Verankerung einer entsprechenden Unternehmenskultur.

zoomDie dem Cashflow gewidmete Aufmerksamkeit lohnt: Der Geldzufluss aus operativer Tätigkeit hat sich seit 2014 markant erhöht, auch in Relation zum Umsatz. Wie zuvor schon in der Ebitda-Marge vor Einmaleffekten gilt es nun auch diese Fortschritte zu verstetigen.

zoomDer Ausblick für das laufende Jahr zielt darauf ab: Ausser Umsatzwachstum in lokalen Währungen verspricht er eine weitere Steigerung im Cashflow sowie im Ebitda (Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisation) und in der Ebitda-Marge, beides vor Einmaleffekten. In den vergangenen Jahren waren die Einmalbelastungen jeweils beträchtlich. CEO Kottmann verspricht im Interview zwar Besserung, es dürfte aber schwerfallen, sie unter 1% des Umsatzes zu bringen.

Der Umsatz selbst ist in den letzten Jahren durch Währungseffekte in seiner Expansion stark behindert worden. Doch das zugrunde liegende Volumenwachstum war gut (zwischen 3 und 4% p. a. von 2013 bis 2015). Im vergangenen Jahr hat es sich wegen der Marktschwäche in Lateinamerika dagegen auf 1% vermindert. Dafür konnten die Absatzpreise verteidigt werden, und der Währungseffekt war nur noch leicht negativ.

Clariant hat heute vier Geschäftsfelder: Care Chemicals, Catalysis, Natural Resources sowie Plastics & Coatings. Sie schaffen eine gute Voraussetzung für ein im Sektorvergleich überproportionales Wachstum und für überdurchschnittliche Profitabilität. So gesehen und angesichts des vorhandenen Steigerungspotenzials sind die Aktien – auf Basis der Schätzung für den bereinigten Gewinn je Aktie – massvoll bewertet: Der europäische Chemiesektor hat ein Kurs-Gewinn-Verhältnis 2017 von 17, das von Clariant beträgt gut 15. Das spricht für dosierte Zukäufe.

Mehr zum Thema

21.12.2016 Schweiz

Spotlight 2017: Strategiebeweis