Galerien / Was zählt 14:30 - 15.01.2016

Das Ende des Rohstoff-Superzyklus

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Der Zerfall der Rohstoffpreise nimmt kein Ende. Der Commodity-Index von Bloomberg (früher UBS/Dow Jones) notiert auf dem niedrigsten Niveau seit 1999. Diese Woche ist der Ölpreis zum ersten Mal seit 2003 unter 30 $ gefallen. Der Grund für den Preissturz ist eine Kombination aus steigendem Angebot und schwächelnder Nachfrage. Die Opec will sich nicht auf eine Reduktion der Förderquote einigen und auch ausserhalb des Erdölkartells wird wacker weitergebohrt. Prozyklisch wie eh und je unterbieten sich die Analysten und mit immer niedrigeren Preisprognosen. Selbst ein Fasspreis von 10 $ sei nicht mehr auszuschliessen, sagt etwa die Bank Standard Chartered. Denn die Fundamentaldaten würden derzeit ignoriert, die Preise nur durch die Finanzströme bestimmt, die von anderen Märkten abhingen. Der Rückgang der US-Ölproduktion ist allerdings eine Frage der Zeit. Die Zahl der aktiven Bohrlöcher ist bereits deutlich gesunken. Im Sog des starken Dollars und des billigen Öls sind auch die Preise für Kupfer, Aluminium und Eisenerz unter Druck. Selbst Getreide wird billiger, obwohl wegen des Wetterphänomens El Niño Ernteausfälle zu befürchten sind. Dass die Agrarpreise am Erdöl hängen, hat ökonomische Gründe: Erstens ist Bio-Kraftstoff ein Substitut für fossile Brennstoffe, zweitens werden die Produktionskosten im industriellen Ackerbau auch durch den Dieselpreis bestimmt.