Märkte / Makro 16:33 - 16.03.2017

Das Erbe von François Hollande

Nach jahrelanger Wirtschaftsflaute zeichnet sich in Frankreich eine zaghafte Erholung ab. Doch insbesondere die Beschäftigungslage bleibt prekär.
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zum Stichwort
BIP
Wertschöpfung einer Volkswirtschaft . Die Entwicklung des BIP ist eine wichtige Einflussgrösse für die Gewinne der Unternehmen sowie das Zinsniveau und dadurch indirekt für Aktien und Obligationen .
Bruttoinlandprodukt
Wertschöpfung einer Volkswirtschaft . Die Entwicklung des BIP ist eine wichtige Einflussgrösse für die Gewinne der Unternehmen sowie das Zinsniveau und dadurch indirekt für Aktien und Obligationen .
Einkaufsmanagerindex
Vielbeachteter, international verbreiteter Frühindikator, der auf einer Befragung von Chefeinkäufern von Unternehmen über Lage und Ausblick für Produktion, Preise, Aufträge, Personalbedarf etc. basiert. Saldowerte über (unter) 50 signalisieren eine wirtschaftliche Expansion (Kontraktion).
Eurozone
Von elf Staaten der Europäischen Union per 1. Januar 1999 realisierter Zusammenschluss (seit 2001 auch Griechenland, seit 2007 Slowenien, seit 2008 Malta und Zypern). Die Teilnehmer haben die geldpolitische Kompetenz der EZB übertragen. Die nationalen Währungen wurden gegeneinander (Wechselkursverhältnisse) und gegenüber der Einheitswährung Euro fixiert.
Konjunktur
Oft synonym verwendet für die Lage der Gesamtwirtschaft. Die Forschung betont den zyklischen Verlauf des Wirtschaftswachstums (Aufschwung , Hochkonjunktur, Abschwung, Rezession , Depression). Im Englischen wird deshalb auch von Business Cycle gesprochen.
Konsumentenvertrauen
Umfrage zur Entwicklung der Einkommen und zum Ausgabeverhalten von Privathaushalten. Kein Frühindikator , weil die Konsumausgaben in einem Konjunkturaufschwung erst verzögert anziehen.
Leistungsbilanz
Auflistung aller wirtschaftlichen Transaktionen eines Landes mit dem Ausland. Der wichtigste Bestandteil ist die Leistungsbilanz (Ertragsbilanz), die im Wesentlichen die Handelsbilanz umfasst. Da die Zahlungsbilanz immer ausgeglichen sein muss, weil ein Land sonst in Zahlungsschwierigkeiten geriete, müssen Leistungsbilanzdefizite beispielsweise durch Nettokapitalimporte (Kapitalbilanzüberschüsse) finanziert werden.
Lohnstückkosten
Lohnkosten pro Einheit eines Gutes oder einer Dienstleistung. Die Lohnstückkosten berechnen sich aus dem Lohnsatz geteilt durch die Arbeitsproduktivität.
Obligation
Als Wertpapier ausgestalteter und somit handelbarer Bruchteil (Stückelung ) einer Anleihe .
Produktivität
In den meisten Ländervergleichen wird sie mit der Arbeitsproduktivität gleichgesetzt, also der Wirtschaftsleistung pro Arbeitskraft bzw. BIP pro geleistete Arbeitsstunde. Ein breiter gefasstes Konzept, das auch andere Input-Faktoren, wie den Kapitaleinsatz, berücksichtigt, ist die Multi Factor Productivity.
Risiko
In der Finanzmarkttheorie wird das Risiko einer Anlage an den Ertragsschwankungen gemessen. Risiko und Ertrag stehen theoretisch in einem direkten Zusammenhang: Je höher das eingegangene Risiko ist, desto grösser sollte längerfristig der Ertrag der entsprechenden Anlage ausfallen (vgl. Risikomanagement ).
Risikoaufschlag
1. Differenz zwischen lang- und kurzfristigen Zinsen. Die Renditedifferenz ist die vereinfachte Form der Zinskurve . 2. Risikoaufschlag, den die Obligationen einer bestimmten Schuldnerkategorie oder eines einzelnen Schuldners im Vergleich zu einer Benchmark , z. B. der Rendite von Staatsanleihen oder dem Swapsatz, aufweisen (vgl. Risikoprämie ).
Spread
Betragsmässige (also positiv definierte) Differenz zwischen dem Geldkurs und dem Briefkurs eines Finanzwerts (Marge ). Je tiefer sie ist, desto kostengünstiger ist der Handel.
Staatsanleihe
Anleihe , die von einem Staat zur Deckung seines Finanzierungsbedarfs im In- oder Ausland emittiert wird. Die Renditen der Staatsanleihen dienen als Benchmark für andere Emittenten desselben Staates. Die Schweiz begibt im Unterschied zu anderen Ländern keine Anleihen der Eidgenossenschaft im Ausland.
Volkswirtschaft
Von Ökonomen verwendetes Synonym für die Wirtschaft eines Landes beziehungsweise einen Wirtschaftsraum wie die EU .
Widerstand
Instrument der technischen Analyse . Kurs, der aus charttechnischen Überlegungen schwer zu überschreiten ist.

Die Tage von François Hollande sind gezählt. Die Amtszeit des französischen Präsidenten endet spätestens am 14. Mai – bis dann muss  sein Nachfolger vereidigt werden.

Eine der zentralen Aufgaben des künftigen Staatsoberhaupts wird es sein, Frankreichs lahmende Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Nach Jahren der Stagnation zeichnet sich zwar eine zaghafte Trendwende ab. Doch die Grande Nation hinkt ihren europäischen Nachbarn in zahlreichen Belangen hinterher. Welches Erbe tritt der neue Präsident an?

Flaute am Arbeitsmarkt

Die jüngsten Konjunkturdaten aus Frankreich stimmen hoffnungsvoll. Die Wirtschaft ist im vergangenen Jahr 1,3% gewachsen, schätzt die französische Nationalbank. Das entspricht dem stärksten Wachstum seit 2011. Ein Blick in den Euroraum sorgt allerdings für Ernüchterung. Nur in Italien (0,8%) und Griechenland (0,1%) ist das Bruttoinlandprodukt (BIP) weniger stark gestiegen als in Frankreich.

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