Märkte / Makro 17:29 - 06.02.2015

Faber: «Das ganze Preisgefüge ist verzerrt»

Marc Faber kritisiert im Interview mit FuW die Enteignung durch Minuszinsen und macht die expansive Geldpolitik für den Kriechgang der Weltwirtschaft mitverantwortlich.
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zum Stichwort
Aktie
Wertpapier , das einen Anteil am Kapital einer Aktiengesellschaft verkörpert. Es sichert dem Eigentümer Mitgliedschaftsrechte (Stimm- und Wahlrecht an der Generalversammlung) und Vermögensrechte (Recht auf Anteil am Gewinn, Beteiligungsquote bei Kapitalerhöhungen oder am Liquidationsergebnis) zu.
Anleihe
Fremdmittelaufnahme am Kapitalmarkt . Anleihen können fix oder variabel verzinst werden. Die als Wertpapier ausgestalteten und somit handelbaren Bruchteile einer Anleihe werden Obligationen oder Bonds genannt.
Bilanz
Periodische Gegenüberstellung sämtlicher Aktiven und Passiven an einem Stichtag. Die Aktivseite gibt Aufschluss über die Verwendung der Mittel, während die Passivseite über die Beschaffung der Mittel (Finanzierung) orientiert. Teil des Geschäftsberichts .
Bruttorendite
Ertrag von Anlagen wie Wertpapieren oder Immobilien ohne Berücksichtigung von allfälligen Abzügen, Kosten oder Steuerbelastungen.
Bruttosozialprodukt
Entspricht dem BIP zuzüglich des ausländischen Nettoeinkommens aus Vermögen und Arbeitnehmertätigkeit. Es hat in der Statistik den früher verwendeten Begriff des Bruttosozialprodukts ersetzt.
Börse
Regelmässig stattfindender, nach feststehenden Usanzen organisierter Markt. Je nach den gehandelten Gütern spricht man z. B. von Wertpapier-, Effekten-, Devisen-, Warenbörsen oder Börsen für derivative Instrumente (Terminbörsen ).
Fed
US-Zentralbanksystem, dem die zwölf Federal Reserve Banks angeschlossen sind. An der Spitze steht das Direktorium (Board) in Washington, das auch die Mehrheit im Offenmarktausschuss stellt, in dem über die Geldpolitik entschieden wird.
Hausse
Längere Zeit anhaltende Kurssteigerungen an der Börse, auch Bull Market genannt. Gegenteil: Baisse .
Inflation
Preisanstieg bzw. Geldentwertung. Die Veränderung wird als Inflationsrate angegeben. Veranlasst Notenbanken oft zu einer restriktiven Geldpolitik (hohe Leitzinsen), was Aktien und Obligationen belastet. Gegenteil: Disinflation , Deflation .
Inflationsrate
Preisanstieg bzw. Geldentwertung. Die Veränderung wird als Inflationsrate angegeben. Veranlasst Notenbanken oft zu einer restriktiven Geldpolitik (hohe Leitzinsen), was Aktien und Obligationen belastet. Gegenteil: Disinflation , Deflation .
Konjunktur
Oft synonym verwendet für die Lage der Gesamtwirtschaft. Die Forschung betont den zyklischen Verlauf des Wirtschaftswachstums (Aufschwung , Hochkonjunktur, Abschwung, Rezession , Depression). Im Englischen wird deshalb auch von Business Cycle gesprochen.
Kurs
Börsen- oder Marktpreis von Wertpapieren , Devisen , Münzen oder Waren. Der Kurs schwankt je nach Angebot und Nachfrage.
Liquidität
1. Fähigkeit eines Unternehmens zur fristgerechten Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen. Als Liquiditätskennzahlen gebräuchlich sind die Cash Ratio, die in Prozenten ausdrückt, wie viel des kurzfristigen Fremdkapitals durch liquide Mittel gedeckt ist, die Quick Ratio, die zeigt, wie viel des kurzfristigen Fremdkapitals durch liquide Mittel und Forderungen gedeckt ist, und die Current Ratio. Letztere setzt alle Aktiven des Umlaufvermögens ins Verhältnis zum kurzfristigen Fremdkapital. 2. Hohe Marktgängigkeit eines Wertpapiers, die auf der Vielzahl der im Umlauf befindlichen Titel und einer engen Geld-Brief-Spanne gründet.
Notenbank
Volkswirtschaftliche Institution, die für die Versorgung der Volkswirtschaft mit Geld zuständig ist. Gleichzeitig soll sie Geldwertstabilität und je nach Statut Vollbeschäftigung sowie angemessenes Wirtschaftswachstum herstellen. In der Schweiz ist dies die SNB .
Real
1. Gibt den inflationsbereinigten Wert an. Gegenteil: nominal. 2. Name der brasilianischen Währung.
Realzins
Nominalzins abzüglich der Inflationserwartung . Der Realzins drückt somit den um den Kaufkraftverlust adjustierten Zinsertrag beziehungsweise die adjustierte Zinsschuld aus.
Reserven
Aus dem unverteilten, im Unternehmen zurückbehaltenen Gewinn gebildete eigene Mittel. Die Reserven erfüllen einerseits eine wichtige Sicherheitsfunktion, drücken aber anderseits auf die Eigenkapitalrendite .
SNB
1907 gegründete Notenbank der Schweiz. Ihr Auftrag gemäss Nationalbankgesetz NBG ist, eine dem Gesamtinteresse des Landes dienliche Geldpolitik zu betreiben und insbesondere die Preisstabilität zu bewahren. Ausserdem hat sie zur Stabilität des Finanzsystems beizutragen. Die SNB versorgt den Geldmarkt und damit das Finanzsystem über Repogeschäfte mit Liquidität, gewährleistet die Bargeldversorgung, verwaltet die Währungsreserven , vertritt die Schweiz zusammen mit dem Bund im IWF sowie in der Weltbank und fungiert als Hausbank der Eidgenossenschaft. Die SNB ist als spezialgesetzliche AG organisiert und an der SIX kotiert. Die Kantone halten die Mehrheit der Aktien , die Rechte der wenigen Privataktionäre werden auch vom NBG stark beschnitten, das z. B. die Höhe der Dividende limitiert. Organe der SNB sind der elfköpfige Bankrat als eine Art VR , das für die Geldpolitik verantwortliche ausführende dreiköpfige Direktorium als Geschäftsleitung , die GV und die Revisionsstelle .
Schweizer Börse
1995 aus dem Zusammenschluss der Börsen Genf, Basel und Zürich entstandener Schweizer Markt. Seit August 1996 werden sämtliche Wertpapiere elektronisch gehandelt. Das System zeichnet sich aus durch eine Vollintegration der Börsenprozesse, vom Börsenauftrag bis zur Abwicklung . Anfang 2008 Fusion mit SIS und Telekurs zur SIX Group .
Schweizerische Nationalbank
1907 gegründete Notenbank der Schweiz. Ihr Auftrag gemäss Nationalbankgesetz NBG ist, eine dem Gesamtinteresse des Landes dienliche Geldpolitik zu betreiben und insbesondere die Preisstabilität zu bewahren. Ausserdem hat sie zur Stabilität des Finanzsystems beizutragen. Die SNB versorgt den Geldmarkt und damit das Finanzsystem über Repogeschäfte mit Liquidität, gewährleistet die Bargeldversorgung, verwaltet die Währungsreserven , vertritt die Schweiz zusammen mit dem Bund im IWF sowie in der Weltbank und fungiert als Hausbank der Eidgenossenschaft. Die SNB ist als spezialgesetzliche AG organisiert und an der SIX kotiert. Die Kantone halten die Mehrheit der Aktien , die Rechte der wenigen Privataktionäre werden auch vom NBG stark beschnitten, das z. B. die Höhe der Dividende limitiert. Organe der SNB sind der elfköpfige Bankrat als eine Art VR , das für die Geldpolitik verantwortliche ausführende dreiköpfige Direktorium als Geschäftsleitung , die GV und die Revisionsstelle .
Staatsanleihe
Anleihe , die von einem Staat zur Deckung seines Finanzierungsbedarfs im In- oder Ausland emittiert wird. Die Renditen der Staatsanleihen dienen als Benchmark für andere Emittenten desselben Staates. Die Schweiz begibt im Unterschied zu anderen Ländern keine Anleihen der Eidgenossenschaft im Ausland.
Volatilität
Kursschwankungen eines Basiswerts (vgl. historische Volatilität , implizite Volatilität , Vega , Volatilitätsanalyse , Volatilitätsindex ).

Wenn der Schweizer Börsen­experte Marc Faber spricht, strömen die Anleger in Scharen herbei. Das gilt umso mehr in unsicheren Zeiten wie heute, wo Orientierung mehr denn je gefragt ist. Das war zumindest der Eindruck, der am Donnerstag entstehen konnte, als Faber im Rahmen der «Finanz 15» in Zürich zwei Vortragssäle gefüllt hat. Im Gespräch mit «Finanz und Wirtschaft» äussert er sich zur Unabhängigkeit der US-Notenbank und den unsicheren Aussichten für die Finanzmärkte.

Herr Faber, in der jüngeren Vergangenheit mehrt sich die Zahl der Unfälle an den ­Finanzmärkten – Stichwort Rubel- und ­Ölpreiskollaps oder Frankenschock. Wie interpretieren Sie diese Ereignisse?Zur PersonDer Schweizer Anlagestratege Marc Faber mit Wohnsitz im Norden Thailands wird oft als chronischer Baissier und «Dr. Doom» bezeichnet. Er ist jedoch mehr Contrarian als Untergangsprophet und gibt auch Kaufempfehlungen ab. Darunter besonders erfolgreich waren beispielsweise asiatische Aktien, Gold und Rohstoffe im Jahr 2002, als Investoren einen weiten Bogen um diese Anlagen machten, oder 2012 italienische und spanische Aktien.

Faber, 68, studierte Wirtschaftswissenschaften und doktorierte in Zürich. Von 1970 bis 1978 arbeitete er bei White Weld & Company in New York, Zürich und Hongkong, wohin er 1973 zog. Von 1978 bis 1990 war er Managing Director bei Drexel Burnham Lambert. Danach gründete er die Investmentgesellschaft Marc Faber Ltd. mit Sitz in Hongkong.

Wegen der Notenbankinterventionen war die Volatilität an den Börsen markant gesunken. Seit Sommer ändert sich das jedoch. So ist der Euro zum Dollar 20% oder der Ölpreis gar mehr als 50% gefallen. Gleichzeitig sind die Kurse für europäische Peripherieanleihen gestiegen. Die hohe Volatilität wird vermutlich andauern. Es dürfte immer mehr Märkte, Währungen oder Einzeltitel geben, die heftig korrigieren oder kräftig steigen.

Warum ist die Volatilität angesprungen?
Das Volumen der globalen Finanzmärkte übertrifft die Wirtschaftsleistung um Welten. Die Verschiebung dieser gewaltigen Gelder hat einen grossen Einfluss auf die Vermögenspreise. Wenn jedermann Dollar kauft, dann steigt dieser. Beim Franken ist die Wirkung noch grösser. Wo das Geld hinfliessen wird, ist jedoch schwierig vorhersehbar.

Ist die Aufhebung der Eurountergrenze durch die Schweizerische Nationalbank ein erstes Anzeichen, dass die Allmacht der ­Notenbanken doch Grenzen kennt?
Ich finde es spannend, wie sich Notenbanker verändern, wenn sie aus ihrem Amt ausscheiden. Alan Greenspan, den ich seit den Siebzigerjahren kenne, ist heute gegenüber der US-Notenbank viel kritischer eingestellt. Nur sagt er das nicht öffentlich.

Gilt das auch gegenüber seiner eigenen Politik?
In einem Gespräch erwähnte er am Rand, das Fed habe von der Regierung Auflagen bekommen. Worauf ich ihn gefragt habe, ob das heisse, die Notenbank sei nicht unabhängig. Das habe er nie behauptet, antwortete er. Ein anderer ehemaliger Fed-Mitarbeiter bestätigte, das Schatzamt und die Notenbank seien ein und dasselbe. Ich mache Thomas Jordan keinen grossen Vorwurf, denn die Untergrenze wurde ja nicht von ihm, sondern von seinem Vorgänger Philipp Hildebrand eingeführt. Jordan hätte die Grenze aber früher aufheben oder die Reserven besser diversifizieren sollen.

Gilt also trotz SNB-Schock: Das Fed kann unlimitiert Anleihen kaufen?
Der starke Dollar ist ein Hinweis auf die Verknappung der globalen Liquidität. Falls dieser Liquiditätsentzug das Wachstum beeinträchtigt, wird das Fed weitere quantitative Lockerungsrunden lostreten. Die Bilanzsumme des Fed ist von 500 Mrd. auf 4,5 Bio. $ gestiegen. Warum kann die Bilanz nicht auf 45 Bio. ausgeweitet werden?

Was wären die Folgen dieses Experiments?
Alle diese Staatseingriffe – sei es fiskal- oder geldpolitischer oder auch regulatorischer Art – werden das Wachstum der Wirtschaft hemmen. Das Geld fliesst nicht zum Mann auf der Strasse, sondern an die Finanzmärkte. Das Fed kauft dem Bankensystem Anleihen ab. Die Banken deponieren den Erlös bei der Notenbank. Deshalb blieb die Inflation bisher im Zaum. Sollte sich die Geldumlaufgeschwindigkeit eines Tages beschleunigen, sähe das anders aus. Wobei nicht auszuschliessen ist, dass die Inflationsraten unter den aktuellen politischen Rahmenbedingungen gar nie stark anspringen werden.

Warum nicht?
Angenommen, Sie besitzen eine Milliarde Dollar. Wollen Sie angesichts der Wust an Regulierungen wirklich ein Unternehmen gründen oder nicht lieber Aktien oder Immobilien kaufen, die seit Jahren steigen? Es ist ein Unterschied, ob Sie ein Gebäude bauen oder ein bestehendes kaufen. Letzteres hat bis auf die Maklerkommission keinen Einfluss auf die Wirtschaftsleistung. Dasselbe gilt für Firmenübernahmen, die oft sogar einen Stellenabbau zur Folge haben. Die Wirtschaft wird nur stimuliert, wenn sie ein neues Haus bauen oder ein Unternehmen gründen. Die Hausse an den Finanz- und Immobilienmärkten könnte für die Wirtschaft also kontraproduktiv sein.

Was folgt danach?
Obwohl es ziemlich offensichtlich ist, dass die Finanzkrise ihren Ursprung im übermässigem Kreditwachstum hatte, schiebt das Fed die Verantwortung ab. Künftig wird der Staat dem Bürger erklären: Die Reallöhne fallen, weil die Oberschicht so viel verdiene. Deshalb müsse man diese stärker besteuern. Reichensteuern werden kommen, auch in der Schweiz. Der andere Weg ist die Beschlagnahmung von Vermögenswerten, der durch die negativen Zinsen bereits beschritten wird.

Was kann ein Schweizer Anleger in diesem Umfeld tun?
Die Minuszinsen sind bedenklich, denn man kann niemanden zwingen, mit seinen Ersparnissen zu spekulieren. Weil wir nicht wissen, wie die Welt in ein paar Jahren aussieht, kann ich nur empfehlen, die Anlagen zu diversifizieren. Ein Portefeuille aus hochwertigen Schweizer Qualitätsaktien wie Nestlé (NESN 76.8 -1.66%), Novartis (NOVN 79.15 -0.13%) oder Roche (ROG 245.5 0.16%) sollte über die nächsten Jahre besser abschneiden als eine Investition in Eidgenossen. Nur muss man die höheren Schwankungen durchstehen können.

Sprechen die konjunkturellen Lebenszeichen nicht für Aktien?
Ich sehe nirgends einen Motor, der das Weltwirtschaftswachstum antreiben könnte. Die Konjunktur in den Schwellenländern läuft zwar rund, doch sie wächst nicht.

In den USA stehen die Zeichen doch auf Wachstum.
Es gibt Statistiken, die das widerlegen. So ist die Industrieproduktion im Dezember im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Das Bruttosozialprodukt ist zudem ein zweifelhafter Indikator. Besser eignen würde sich beispielsweise das Realeinkommen, das ebenfalls rückläufig ist.

Ist der fallende Ölpreis nicht ein Segen für die US-Wirtschaft?
Ich denke, der günstige Einfluss des fallenden Ölpreises wird überschätzt. Der Detailhandelsumsatz hat im Dezember trotz Ölpeiszerfall enttäuscht. Zudem hat der Ölsektor massgeblich zum Jobwachstum in den Vereinigten Staaten beigetragen – und zwar mit gut bezahlten Stellen. Das waren keine Tellerwäscherjobs wie bei McDonald’s. Nun drohen massive Kürzungen. Ferner ist der Zusammenhang zwischen Ölpreis- und Börsenentwicklung nicht eindeutig. Von 2002 bis 2007 sind beide gestiegen.

Würden Sie trotz der Ölpreiskorrektur Energieaktien kaufen?
Ölaktien haben wesentlich weniger verloren als der Ölpreis. Ich tendiere deshalb eher dazu, Ölserviceunternehmen wie Schlumberger, Halliburton (HAL 42.25 -0.94%) oder Diamond Offshore zu kaufen, die gewaltig unter die Räder gekommen sind. Nachdem der Ölpreis letztmals so stark eingebrochen ist wie jetzt – zwischen Sommer und Dezember 2008 –, folgte eine kräftige Erholung. Eine Erholung von 10 bis 20% ist auch jetzt wieder möglich, wobei ich wegen der schwachen Nachfrage aus der Wirtschaft keine neuen Höchst erwarte. Zudem folgen die Produktionskürzungen erst mit ­einer Zeitverzögerung, weil die Unternehmen weiter fördern, solange die variablen Kosten gedeckt sind. Es wird aber trotzdem zu massiven Kürzungen kommen.

Finden Sie weitere attraktive Aktien?
Zusätzlich zu den Schweizer Qualitätsnamen halte ich weiterhin Telecom- und Infrastrukturaktien in Spanien, Italien und Frankreich sowie deutsche Versorger. Den attraktivsten Ertrag dürften über die nächsten Jahre aber die Schwellenländer abwerfen – allen voran in Asien, wo sich  auch am chinesischen Aktienmarkt Ge­legenheiten finden lassen. Die dortige Wirtschaft kämpft zwar mit Problemen, doch in der heutigen Welt sind schlechte Konjunkturnachrichten Good News für die Börse, weil die Notenbanken expan­siver werden. Ferner mag ich Goldminenaktien, die relativ zum US-Markt ­unglaublich günstig sind.

An Ihrer Vermögensaufteilung – je 25% in Aktien, Gold (Gold 1337.68 0.04%), Immobilien sowie einem Mix aus Bargeld und Anleihen – halten Sie fest?
Ich habe meine Immobilienquote in Asien erhöht. Auch in der Schweiz wirken Bruttorenditen von 3% im Vergleich zum garantierten Verlust auf Staatsanleihen attraktiv. Das ganze Preisgefüge wurde durch die Notenbanken verzerrt.

Nur folgt auf solche Verzerrungen oft ein Unfall.
Das ist klar. Wenn dieser Unfall kommt, werden vermutlich alle Anlageklassen inklusive der massiv überteuerten Staatsanleihen an Wert verlieren. Oder wollen Sie zehnjährige französische ­Papiere zu 0,5% kaufen?  Es ist zu befürchten, dass die meisten Anleger – ich eingeschlossen – über die nächsten fünf bis zehn Jahre die Hälfte ihres ­Vermögens verlieren.

Das spricht trotz negativer Realzinsen für Bargeld.
In diesem Umfeld kann der Gewinner derjenige sein, der am wenigsten verliert. Nur fragt sich, in welcher Währung Sie dieses Bargeld halten sollen. Ich ziehe den Dollar dem Euro vor, auch wenn ich wegen der optimistischen Anlegerstimmung nicht heute Dollar kaufen würde. Die stärkste Währung über ein Jahr gesehen war übrigens Gold.

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Ein Kommentar zu «Faber: «Das ganze Preisgefüge ist verzerrt»»

  • Peter J. Ettlin sagt: 09:04 - 09.02.15

    Dr. Doom kann fesseln, dies seit Jahren. Wie im Artikel erwähnt, hatte er verschiedentlich gute Prognosen gestellt. Doch nach mehrmaligen Besuchen seiner Referate beschleicht mich das Gefühl, auch er hat wie alle auf lange Sicht einmal recht. Er vergisst dann einfach auch seine Flops zu nennen. Gold hatte er vor 2 Jahren in Zürich noch wärmstens empfohlen, nota bene damals bei über USD 1700.– /Oz, auch erwähnt er seine noch vor kurzem optimistische Haltung zum billigsten Markt, Russland, nicht mehr. Also Vorsicht, er redet immer nur von seinen Erfolgen.