Märkte / Makro 11:16 - 18.11.2014

«Gelddrucken hat noch nie funktioniert»

Fred Hickey, Verfasser des Investmentbulletins «The High-Tech Strategist», warnt im Interview mit «Finanz und Wirtschaft» vor den Gefahren der ultralockeren Geldpolitik und rät zu Engagements in Gold.
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zum Stichwort
Aktie
Wertpapier , das einen Anteil am Kapital einer Aktiengesellschaft verkörpert. Es sichert dem Eigentümer Mitgliedschaftsrechte (Stimm- und Wahlrecht an der Generalversammlung) und Vermögensrechte (Recht auf Anteil am Gewinn, Beteiligungsquote bei Kapitalerhöhungen oder am Liquidationsergebnis) zu.
Boom
Wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung, Hochkonjunktur. Gegenteil: Rezession .
Bull
Anleger, der eine Hausse erwartet (Stier). Gegenteil: Baissier (Bär, Bear).
Börse
Regelmässig stattfindender, nach feststehenden Usanzen organisierter Markt. Je nach den gehandelten Gütern spricht man z. B. von Wertpapier-, Effekten-, Devisen-, Warenbörsen oder Börsen für derivative Instrumente (Terminbörsen ).
Contrarian
Investor, der antizyklisch agiert.
ETF
ETF sind Anlagefonds, die kotiert sind und an der Börse wie Aktien permanent gehandelt werden. Bei den meisten bisher lancierten ETF handelt es sich um Indexfonds, deren Zielsetzung es ist, einen bestimmten Branchen- oder Länderindex (in der Regel Aktien) nachzubilden.
Edelmetalle
Gold, Silber, Platin, Palladium, Iridium, Rhodium, Osmium und Ruthenium. Die wichtigste Terminbörse für den Edelmetallhandel ist die Comex.
Fed
US-Zentralbanksystem, dem die zwölf Federal Reserve Banks angeschlossen sind. An der Spitze steht das Direktorium (Board) in Washington, das auch die Mehrheit im Offenmarktausschuss stellt, in dem über die Geldpolitik entschieden wird.
Geldpolitik
Massnahmen, mit denen die Zentralbanken die Zinsen am Geldmarkt (Leitzinsen ) und damit die Geldversorgung eines Landes oder Währungsraums steuern. Die meisten Zentralbanken, so auch die Schweizerische Nationalbank , sind bestrebt, die Preise stabil zu halten (vgl. Inflation , Deflation ) und der Wirtschaft Wachstum zu ermöglichen (vgl. quantitative Lockerung ).
Gewinn pro Aktie
Wichtige Kennzahl zur Aktienbewertung , die sich aus dem Unternehmensgewinn dividiert durch die Anzahl ausstehender Aktien berechnet. Gemäss IFRS ist der Gewinn pro Aktie auf Basis der im Jahresverlauf durchschnittlich umlaufenden Titel (ohne Titel im Eigenbesitz) zu ermitteln.
Investmentbank
Wickelt das Emissionsgeschäft, das Handelsgeschäft mit Effekten , Devisen , Edelmetallen und derivativen Instrumenten , das Repogeschäft sowie die Unternehmensfinanzierung einschliesslich Fusionen und Übernahmen ab.
Konjunktur
Oft synonym verwendet für die Lage der Gesamtwirtschaft. Die Forschung betont den zyklischen Verlauf des Wirtschaftswachstums (Aufschwung , Hochkonjunktur, Abschwung, Rezession , Depression). Im Englischen wird deshalb auch von Business Cycle gesprochen.
Kurs
Börsen- oder Marktpreis von Wertpapieren , Devisen , Münzen oder Waren. Der Kurs schwankt je nach Angebot und Nachfrage.
Kurs-Gewinn-Verhältnis
Aktienkurs im Verhältnis zum erwirtschafteten oder erwarteten Gewinn pro dividendenberechtigte Aktie . Die Kennzahl zur Aktienbewertung gibt an, wie viel Mal der Gewinn pro Aktie im Aktienkurs enthalten ist. Anhand des KGV können verschiedene Titel innerhalb einer Branche verglichen werden.
Kurs-Umsatz-Verhältnis
Kennzahl der Aktienbewertung , die zeigt, wie oft der Umsatz pro Aktie im Aktienkurs enthalten ist. Eine identische Aussage resultiert, wenn der Börsenwert ins Verhältnis zum Umsatz bzw. zum Ertrag gesetzt wird.
Liquidität
1. Fähigkeit eines Unternehmens zur fristgerechten Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen. Als Liquiditätskennzahlen gebräuchlich sind die Cash Ratio, die in Prozenten ausdrückt, wie viel des kurzfristigen Fremdkapitals durch liquide Mittel gedeckt ist, die Quick Ratio, die zeigt, wie viel des kurzfristigen Fremdkapitals durch liquide Mittel und Forderungen gedeckt ist, und die Current Ratio. Letztere setzt alle Aktiven des Umlaufvermögens ins Verhältnis zum kurzfristigen Fremdkapital. 2. Hohe Marktgängigkeit eines Wertpapiers, die auf der Vielzahl der im Umlauf befindlichen Titel und einer engen Geld-Brief-Spanne gründet.
Notenbank
Volkswirtschaftliche Institution, die für die Versorgung der Volkswirtschaft mit Geld zuständig ist. Gleichzeitig soll sie Geldwertstabilität und je nach Statut Vollbeschäftigung sowie angemessenes Wirtschaftswachstum herstellen. In der Schweiz ist dies die SNB .
Option
Das Recht – nicht aber die Pflicht –, innerhalb einer bestimmten Zeit (Laufzeit ) eine feste Menge eines bestimmten Basiswerts zu einem im Voraus fixierten Ausübungspreis zu kaufen (Call ) oder zu verkaufen (Put ). Für dieses Recht zahlt der Optionär dem Verkäufer der Option eine Optionsprämie . Optionen können individuell zwischen den Parteien (OTC-Option ), in einem Warrant verbrieft oder an Terminbörsen gehandelt werden.
Put
1. Option , die den Käufer berechtigt, aber nicht verpflichtet, einen bestimmten Basiswert in einer bestimmten Menge zu einem im Voraus festgelegten Preis (Ausübungspreis ) bis zu (amerikanisch ) oder an (europäisch ) einem bestimmten Termin zu verkaufen (Long Put ). Auf der Gegenseite steht der Verkäufer der Option (Short Put ). 2. Berechtigt den Anleger zur Kündigung von Obligationen .
QE
Früher verpönte unkonventionelle geldpolitische Massnahme. Statt über Zinssenkungen die Finanzierungsbedingungen zu lockern, wird die Geldmenge direkt ausgeweitet, indem Wertschriften oder Devisen angekauft werden, ohne paralell dazu eine Sterilisierung durchzuführen. Im schlimmsten Fall erwerben Notenbanken direkt die Schuldbriefe der Regierung und fördern damit eine zügellose Schuldenpolitik des Staates (Schuldenmonetisierung).
Tau
Misst die Veränderung des Optionswerts bei einer Veränderung der Volatilität. Gehört zu den Greek Letters . Der Wert einer Option steigt mit zunehmender Volatilität des Basiswerts , während eine sinkende Volatilität dazu führt, dass eine Option günstiger wird.
Unze
Handelsübliche Masseinheit für Edelmetalle. Sie entspricht 31,1035 Gramm.
Widerstand
Instrument der technischen Analyse . Kurs, der aus charttechnischen Überlegungen schwer zu überschreiten ist.
Zentralbank
Volkswirtschaftliche Institution, die für die Versorgung der Volkswirtschaft mit Geld zuständig ist. Gleichzeitig soll sie Geldwertstabilität und je nach Statut Vollbeschäftigung sowie angemessenes Wirtschaftswachstum herstellen. In der Schweiz ist dies die SNB .

Es ist unbekanntes Terrain: Erstmals seit mehr als einem halben Jahrzehnt sollen die Finanzmärkte ohne die ständigen Liquiditätsspritzen der amerikanischen Notenbank auskommen. Fred Hickey rechnet deshalb damit, dass an der Börse bald erneut Nervosität ausbrechen wird. «Die ultralockere Geldpolitik hat unbeabsichtigte Konsequenzen und führt zu immer grösseren Verzerrungen, wozu beispielsweise die wachsende Vermögensungleichheit zählt», sagt der scharfe Denker, der kein Blatt vor den Mund nimmt und seine Wurzeln im Technologiesektor hat. Vor allem für Halbleiterhersteller wie Intel (INTC 35.525 0.75%) sieht er trübe Perspektiven. Um sich gegen einen Crash zu wappnen, empfiehlt er Engagements in Gold (Gold 1322.79 0.17%) und Minenaktien.Zur Person Fred HickeyDer einflussreiche Newsletter von Fred Hickey ist für viele US-Investoren Pflichtlektüre. Er ist ein reichhaltiger Fundus an Detailwissen, das weit über den IT-Sektor hinausgeht. In der Bostoner Technologieregion um die Route 128 aufgewachsen, lernte Hickey sein Rüstzeug durch ein Finance-Studium an der University of Notre Dame und als Buchprüfer beim Telecomriesen GTE. 1987 begann er für Freunde über seine Investmentideen zu schreiben. Das lief so gut, dass er sich bald selbständig machte. Heute lebt der 58-Jährige in New Hampshire und Costa Rica. Bild: ZVG

Herr Hickey, nach dem kurzen Rückschlag vom Oktober geht die Rekordjagd am US-Aktienmarkt bereits weiter. Wie stufen Sie diese Situation ein?
Wir leben in einer Welt geistiger Umnachtung. Rund um den Globus lassen die Zentralbanken die Geldpresse auf Hochtouren laufen. Wie die Geschichte zeigt, hat Gelddrucken aber noch nie funktioniert. Schon als das Römische Reich unterging, wurden die Silbermünzen gestreckt, um mehr Geld zu schaffen. Ebenso liess Reichsbankpräsident Rudolf Havenstein während der Hyperinflation in der Weimarer Republik die Druckmaschinen Tag und Nacht laufen. Nun begehen wir den gleichen Fehler erneut.

Die Märkte aber lieben das billige Geld.
Ich halte mich an die Österreichische Schule. In meinem Büro hängt ein Zitat des Ökonomen Ludwig von Mises, gemäss dem jede Kreditausdehnung letztlich in allgemeiner Verarmung endet. Von Mises hat auch gesagt, dass ein Boom nur so lange anhält, wie das Kreditvolumen in immer höherem Tempo wächst. Genau in diesem Teufelskreis stecken die Zentralbanken: Sobald die US-Notenbank das Stimulusprogramm QE1 beendete, geriet die Konjunktur ins Taumeln, und die Börse brach 13% ein. Als QE2 auslief, gaben die Kurse 16% nach. Dieses Mal brach bereits Panik aus, bevor das Fed QE3 stoppte. Erst als James Bullard, Präsident der Fed-Distriktnotenbank von St. Louis, davon sprach, das Programm allenfalls zu verlängern, beruhigte sich die Lage.

Fed-Chefin Janet Yellen hat nun trotzdem den Stecker gezogen und QE3 beendet.
Deshalb rechne ich damit, dass der Markt bald erneut einbrechen wird. Weil sich Aktien im November und Dezember saisonal meist gut entwickeln, könnte es zwar zu einem Schlussspurt kommen, in dem die Kurse vorerst auf ein noch extremeres Niveau steigen. Ohne ein neues QE-Programm wird die Börse aber spätestens Anfang 2015 tauchen. Wie lange das globale Experiment der Zentralbanken noch weitergehen kann, weiss ich nicht. Es fühlt sich aber mehr und mehr so an, als ob wir uns dem Tag nähern, an dem alles ausser Kontrolle gerät und im Chaos endet.

Wo sehen Sie denn die grösste Gefahr für eine Korrektur, wenn ein weiteres Stimulusprogramm ausbleibt?
Ich war bereits während des Internetbooms zur Jahrtausendwende skeptisch und zählte zu den wenigen IT-Investoren, die «es» nicht begriffen, weil wir ja angeblich in einer ganz neuen Ära waren. Damals waren Aktien gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis zwar viel teurer. Der Markt ist aber auch heute zu annähernd 25% überbewertet. Hinzu kommt, dass viele Unternehmen den Gewinn pro Aktie durch Rückkäufe künstlich aufblähen und für solche Tricks ein Rekordvolumen an Schulden anhäufen. Die Einnahmen hingegen halten nicht mit. So ist das Kurs-Umsatz-Verhältnis heute höher als in den Jahren 2000 und 2007. Anders als während der IT-Blase finden die Übertreibungen zudem auf viel breiterer Front statt.

Wie sollen sich Investoren demnach am besten verhalten?
Die Notenbanken haben einen riesigen See voll Liquidität geschaffen. Die Herde schwimmt schon lange darin und hält das für wunderschön. Man hört immer wieder einladende Worte wie: «Spring rein! Das Wasser ist warm.» Ich hingegen sehe eine Jauchegrube, und wer nicht rechtzeitig rausgeht, wird untergehen und sterben.

Solche Kritik wird nicht immer geschätzt. Das Anlegermagazin «Barron’s» zum Beispiel hat Sie vor kurzem aus seiner halbjährlichen Expertenrunde ausgeladen. Wie kommen Sie persönlich als Contrarian in diesem Bullenmarkt zurecht?
Man muss eigenständig denken und sich von all dem Irrsinn der Welt distanzieren. Mein Rat ist, den Hype von Börsensendern wie CNBC auszublenden. Auch muss man sich dem Druck der Herde widersetzen, denn sie wettet ohnehin immer auf steigende Kurse. Dieselben «Experten», die 2000 und 2007 kurz vor dem Crash zu Engagements in Aktien rieten, spornen heute erneut zum Kauf an. Umso wichtiger ist, sich emotional nicht hinreissen zu lassen und geduldig zu bleiben. Das ist jedoch nicht einfach, denn all die anderen schwimmen in der Liquidität und haben eine grossartige Zeit.

Besonders gut haben sich Aktien aus dem Technologiesektor entwickelt. Wie sehen hier die Perspektiven aus?
Die Weltwirtschaft schwächt sich ab. Das spürt die IT-Branche, denn sie ist heute so gross, dass auch sie der globalen Konjunktur ausgeliefert ist. Das Fed und Investmentbanken wie Goldman Sachs (GS 167.79 1.1%) kündigen zwar jedes Jahr an, dass die Unternehmen nun investieren werden. Bisher ist das aber nie passiert, und grosse IT-Konzerne wie Hewlett-Packard (HPQ 14.56 1.18%), IBM (IBM 160.11 1.13%), Oracle (ORCL 41.375 0.28%) oder Cisco liefern einen enttäuschenden Quartalsbericht nach dem anderen. Dennoch halten sich ihre Aktien bisher gut – mit Ausnahme von IBM, wo es inzwischen richtig schlimm aussieht.

Wo gibt es die grössten Probleme?
Der PC-Markt ist seit Jahren rückläufig, wobei sich der Abschwung zuletzt etwas verlangsamt hat. Das aber nur, weil Microsoft (MSFT 58.41 0.65%) das Betriebssystem Windows XP seit April nicht mehr unterstützt und Unternehmen so gezwungen hat, ihre IT-Infrastruktur nachzurüsten. Dadurch hat sich der PC-Markt Ende 2013 und dieses Jahr etwas belebt. Der Upgrade-Zyklus ist jetzt aber abgeschlossen. Das bestätigen Grossisten wie CDW, Insight oder PC Connection. Der Umsatzschwund wird sich damit wieder verschärfen. Hinzu kommt, dass sich der negative Effekt des festen Dollars mit voller Wucht niederschlägt und die nächsten Quartalszahlen an den relativ guten Vorjahreswerten gemessen werden.

Und wie geht es Branchenleader Apple?
Apple (AAPL 106.985 0.04%) wird ein Bombenquartal haben. Das ist der einzige Bereich im IT-Sektor, wo es gut läuft. Nachdem Apple-Kunden über Jahre auf ein Handy mit grösserem Bildschirm warten mussten, wollen nun alle das neue iPhone. Ein neuer Produktzyklus von Apple führt aber immer zur Kannibalisierung anderer IT-Ausgaben, was wiederum schlecht für Hersteller von PC und anderen Elektronikgeräten ist. Interessant ist zudem, dass grosse Internetkonzerne wie Amazon (AMZN 773.8201 0.63%), Google, eBay, Priceline oder Yelp (YELP 38.52 1.5%) alle mit dem Quartalsabschluss enttäuscht haben. Das sagt viel über die schwache Verfassung der Konjunktur aus, sind das doch eigentlich die Gewinner, die nicht wie IBM oder HP ständig Marktanteile verlieren.

Was heisst das für Ihre Anlagestrategie?
Die Abkühlung im PC-Markt spüren vor allem Halbleiterhersteller wie Microchip Technology, Freescale Semiconductor, Intersil oder Altera. In Probleme geraten wird ebenso Branchenführer Intel, der wie immer überoptimistisch ist und sogar Lager aufgebaut hat. Dennoch bewegen sich Chipaktien nahe einem Rekordhoch. Im Prinzip müsste man also auf sinkende Kurse setzen. Wegen der saisonal vorteilhaften Börsenlage könnten die Titel aber vorerst noch weiter steigen, weshalb ich mich zurückhalte. Wenn im Januar jedoch die schwachen Quartalszahlen kommen, werde ich mir IT-Aktien vorknöpfen und «guerillamässig» kurz vor der Publikation einzelner Resultate auf Put-Optionen setzen.

Wie sieht es im Vergleich dazu mit längerfristigen Engagements aus?
Ich war lange kein Fan von Gold und besass bis Ende der Neunzigerjahre keine einzige Unze. Als Fed-Chef Alan Greenspan 2002 jedoch die Schleusen öffnete, suchte ich nach Schutz. Mit IT-Aktien geht das nicht, denn sie sind von schnelllebigen Trends abhängig und eignen sich nicht zur Wertaufbewahrung. Anders ist das mit Edelmetallen, wie die Geschichte bewiesen hat. Ich begann also in Gold zu investieren, hätte aber nie gedacht, dass die Zentralbanken dermassen viel Geld drucken würden. Mit dieser Strategie bin ich bis 2011 ausgezeichnet gefahren, zumal Gold weit besser abschnitt als Aktien.

Seither ist der Preis aber stark gesunken.
2011 floss viel schnelles Geld in den Goldmarkt, wodurch er überkauft war. Dass die Korrektur nun so lange dauert, hängt auch mit der grossen Abneigung gegen Gold zusammen. Dieselbe Meute, die für Blasentitel wie Tesla Motors (TSLA 215.915 -1.85%), GoPro (GPRO 14.9482 1.55%) oder NetSuite jeden Preis zahlt, hasst Gold. Sie glaubt an das Märchen, dass das Fed zu einer normalen Geldpolitik zurückkehren kann, die Wirtschaft an Fahrt gewinnt und alles gut ausgeht. Warnrufe von Goldanlegern werden da nicht gern gehört. Auch glaube ich, dass das billige Geld der Zentralbanken genutzt wird, um Goldinvestoren zu bestrafen.

Behaupten Sie damit, der Goldpreis werde manipuliert?
Derzeit sind so gut wie alle Preise manipuliert: Zinsen werden künstlich tief gehalten, Aktien gepusht und Gold nach unten gedrückt. Am Terminmarkt wird mit riesigen Kredithebeln gezielt versucht, technisch wichtige Widerstandslinien des Goldpreises zu brechen. Diese Angriffe finden nachts oder frühmorgens statt, wenn der Handel dünn ist. Kurzfristig mag das funktionieren. Klar ist aber, dass die Nachfrage nach physischem Gold steigt. Auch ist die Leasing-Rate für Gold momentan negativ, was sehr selten ist und auf Engpässe hindeutet. Ich hoffe daher, dass der Druck sinkt und die Nachfrage robust genug ist, um neue Attacken abzuwehren.

Was raten Sie bei Engagements in Gold?
Am einfachsten ist es, dass Metall selbst zu kaufen, etwa über einen ETF. Wichtig ist aber, dass man einen Teil in physisches Gold investiert und davon als Versicherung etwas im Ausland deponiert. Schwieriger ist es mit Minenaktien, die stark schwanken. Dass sie nun am Boden sind, eröffnet Chancen. Entscheidend ist dabei, wo sich die Minen befinden. In Russland oder Venezuela muss man sich stets vor Enteignung fürchten. In anderen Ländern wie Bolivien drohen massive Steuererhöhungen. Mir gefällt deshalb eine Gesellschaft wie Agnico-Eagle  Mines, die Standorte in Kanada, Mexiko und Finnland hat. Wichtige Kriterien sind auch die Qualität der Minen, nachhaltige Förderkosten und der Leistungsausweis des Managements. Das spricht für Titel wie Goldcorp (GG 16.375 2.66%), New Gold, AuRico Gold und Detour Gold.

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