Unternehmen / Schweiz 07:55 - 20.03.2017

Julius-Bär-CEO hat mehr verdient

Boris Collardi hat 2016 eine höhere Entlohnung kassiert, wie aus dem Geschäftsbericht der Zürcher Privatbank hervorgeht. Nun wartet der Markt mit Spannung auf den Lohn von CS-Chef Thiam.
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Abschreibung
Berücksichtigung der technisch und wirtschaftlich bedingten Verminderung des Werts von bilanzierten Aktiven durch Herabsetzen des Buchwerts zulasten der Jahresrechnung oder – in speziellen Fällen – des Eigenkapitals .
Aufwertung
Bewirkt einen grösseren Aussenwert der Währung, was Exporte verteuert und Importe vergünstigt.
CEO
Angelsächsische Kürzel für Unternehmenschef (Chief Executive Officer), Leiter der Finanzabteilung (Chief Financial Officer), Leiter Anlagestrategie (Chief Investment Officer) sowie Leiter operatives Geschäft (Chief Operating Officer), die gemeinsam die Geschäftsleitung bilden.
Geschäftsbericht
Enthält ausser der Bilanz und der Erfolgsrechnung Informationen über die künftige wirtschaftliche Entwicklung einer Gesellschaft, die Erfolge einzelner Geschäftszweige etc.
Geschäftsleitung
Oberste operative Führungsebene, meist bestehend aus einem Vorsitzenden (Geschäftsführer, Generaldirektor, CEO ), einem Finanzchef (CFO ) und den Spartenleitern. Oft ist auch der Personalchef (Head of Human Resources) Teil der obersten Leitungsebene. Wird vom VR überwacht.
Performance
1. Verlauf des Kurses eines Wertpapiers. 2. Meist in Prozenten ausgedrückte Wertentwicklung eines Portefeuilles inklusive Ausschüttungen (reinvestiert). 3. Anlagepolitische Leistung der Leitung eines Anlagefonds, einer Beteiligungsgesellschaft, eines Hedge Fund oder einer Pensionskasse mit Blick auf das Anlageziel.
Rückstellungen
Zulasten der Erfolgsrechnung in der Bilanz gebildete Passivposten zur Deckung künftiger Verpflichtungen oder voraussichtlicher Verluste.
Verwaltungsrat
Überwacht und lenkt (über die Strategiefestlegung) für die Gesamtheit der Aktionäre die Geschäftsleitung eines Unternehmens. Die VR-Mitglieder einer AG schweizerischen Rechts müssen in der Regel mehrheitlich das Schweizer Bürgerrecht besitzen und in der Schweiz wohnhaft sein. Der VR besteht aus exekutiven (unternehmensinternen) und nicht exekutiven (externen) Mitgliedern. Immer mehr setzt sich im Rahmen einer guten Corporate Governance die Praxis durch, dass ein bedeutender Teil der VR in keiner geschäftlichen Beziehung zum Unternehmen stehen darf. Der VR wird von der GV gewählt.

(AWP) Boris Collardi, der Chef der Privatbank Julius Bär (BAER 49.13 -0.49%), hat 2016 etwas besser verdient als im Vorjahr. Sein Gesamtsalär stieg um 5,4% auf 6,49 Mio. Fr.

Dabei erhöhte sich das Basissalär auf 1,50 von 1,44 Mio. Fr., wie aus dem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Der Basislohn wurde im Jahr 2015 laut den Angaben der Bank nach der Aufwertung des Frankens gekürzt, um Kosten zu sparen. Diese Massnahme wurde 2016 wieder rückgängig gemacht. Bei der variablen Vergütung stieg der Baranteil, während die Vergütung über «Performance Units» abnahm.

Damit kam Collardi auf etwas weniger als die Hälfte des Gehalts von UBS-Chef Sergio Ermotti. Der CEO der grössten Schweizer Bank kam für das Geschäftsjahr 2016 auf ein Salär von 13,7 Mio. Fr.

Warten auf Thiam

Mit Spannung wird nun der für diesen Freitag angekündigte Geschäftsbericht der Credit Suisse (CSGN 14.58 0.14%) erwartet. Die Grossbank hatte 2016 mit 2,4 Mrd. Fr. Verlust erneut tiefrote Zahlen geschrieben.

Trotz eines noch höheren Verlusts von 2,9 Mrd. Fr. hatte CS-Chef Tidjane Thiam 2015 insgesamt 18,9 Mio. Fr. eingestrichen. Auf soviel Lohn dürfte der Top-Manager in absehbarer Zeit nicht mehr kommen.

Ein Teil der Vergütung 2015 waren erstens Kompensationszahlungen für entgangene Boni bei seinem vorherigen Arbeitgeber Prudential (PRU 19.9 -0.6%). Zweitens hat die CS die Vergütungsstruktur angepasst: Für ein ganzes Jahr könnte Thiam demnach ein maximales Gesamtsalär von 15 Mio. Fr. beziehen.

Mehr für die Chefetage

Die gesamte Chefetage von Julius Bär kostete die Bank 18,36 Mio. Fr. (VJ 17,85 Mio). Allerdings umfasste die Geschäftsleitung Ende 2016 sieben Mitglieder, während es vor einem Jahr noch sechs Mitglieder waren.

Der Verwaltungsrat erhöhte seine Gesamtvergütung um 11% auf 3,04 Mio. Fr., wobei dem Gremium aber neun statt acht Personen angehörten. Verwaltungsratspräsident Daniel Sauter kommt 2016 auf eine Vergütung von 1,07 nach 1,05 Mio. Fr. im Vorjahr.

Solide Zahlen

Julius Bär hat im abgelaufenen Geschäftsjahr den Konzerngewinn auf 622 Mio. Fr. vervierfacht. Doch dieser Vergleich ist irreführend. 2015 hatten nämlich Rückstellungen für den US-Steuerstreit den Gewinn deutlich gesenkt.

Diese Rückstellung sowie Restrukturierungskosten und Abschreibungen nicht mitgerechnet erzielte die Bank 2016 einen Konzerngewinn von 705,5 Mio. Fr., womit dieser knapp höher ausfiel als im Vorjahr (2015: 701,5 Mio. Fr.).

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