Märkte / Makro 11:15 - 13.05.2015

Konjunktur in der Eurozone nimmt Fahrt auf

Die Wirtschaft im Währungsraum ist im ersten Quartal so schnell gewachsen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Während Italien und Frankreich mit Schwung ins Jahr gestartet sind, leidet Deutschland unter schwachen Exporten.
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zum Stichwort
EU
Supranationale Organisation (früher Europäische Gemeinschaft), in der 27 europäische Staaten zusammengeschlossen sind. Pfeiler ist die wirtschaftliche Integration. Die wichtigsten Errungenschaften sind der Binnenmarkt und der Euro .
Eurozone
Von elf Staaten der Europäischen Union per 1. Januar 1999 realisierter Zusammenschluss (seit 2001 auch Griechenland, seit 2007 Slowenien, seit 2008 Malta und Zypern). Die Teilnehmer haben die geldpolitische Kompetenz der EZB übertragen. Die nationalen Währungen wurden gegeneinander (Wechselkursverhältnisse) und gegenüber der Einheitswährung Euro fixiert.
Konjunktur
Oft synonym verwendet für die Lage der Gesamtwirtschaft. Die Forschung betont den zyklischen Verlauf des Wirtschaftswachstums (Aufschwung , Hochkonjunktur, Abschwung, Rezession , Depression). Im Englischen wird deshalb auch von Business Cycle gesprochen.
Pari
Börsenkurs oder Emissionspreis , der dem Nennwert eines Wertpapiers entspricht. Ist ein Kurs über pari (d. h. über 100%), weist er ein Aufgeld auf.
Rezession
Phase im Konjunkturzyklus . Rückläufiges Wachstum des BIP während mindestens zwei Quartalen.
Volkswirtschaft
Von Ökonomen verwendetes Synonym für die Wirtschaft eines Landes beziehungsweise einen Wirtschaftsraum wie die EU .

(Reuters) Die Konjunktur im Euroraum nimmt spürbar Fahrt auf. Die Wirtschaft in den 19 Mitgliedsländern wuchs zum Jahresanfang so kräftig wie zuletzt im Frühjahr 2013, wie die Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen Januar und März um 0,4%. Von Reuters befragte Ökonomen hatten jedoch ein Plus von 0,5% erwartet.

Deutschland als grösste Volkswirtschaft der Eurozone legte mit 0,3% schwächer zu als erwartet. Die schwache Weltkonjunktur liess die deutschen Exporte bröckeln.

Stattdessen kamen Impulse von der Nummer Zwei: Frankreichs Bruttoinlandsprodukt stieg mit 0,6% überraschend kräftig und zugleich so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr, wie das Statistikamt Insee am Mittwoch in Paris mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten für den Jahresauftakt ein Wachstum von 0,4% vorausgesagt. Ende 2014 hatte es lediglich zu einer Stagnation gereicht.

Die EU-Kommission traut der nach Deutschland zweitgrössten Volkswirtschaft der Eurozone in diesem Jahr ein Wachstum von 1,1% zu. Für die Eurozone insgesamt werden 1,5% erwartet, für Deutschland 1,9%. Frankreich leidet unter einer Rekordarbeitslosigkeit und steigenden Staatsschulden.

Auch Italiens Wirtschaft befreit sich langsam aus der langen Konjunkturflaute. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen Januar und März um 0,3% zum Vorquartal, wie das nationale Statistikamt am Mittwoch mitteilte. Dies war das erste Wachstum seit Mitte 2013. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,2% gerechnet. Italien hat drei Jahre Rezession hinter sich. Für 2015 sagt die EU-Kommission Italien ein Wirtschaftswachstum von 0,6% voraus, das sich 2016 auf 1,4% beschleunigen soll.

Griechenland fällt in die Rezession zurück

Schlecht läuft hingegen die griechische Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte von Januar bis März um 0,2% zum Vorquartal, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Am Jahresende 2014 war die Wirtschaftsleistung sogar um 0,4% gefallen. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Ökonomen von einer Rezession. Griechenland war 2014 nach jahrelanger Krise erstmals wieder gewachsen: Das Bruttoinlandsprodukte kletterte um rund 0,8%. Der anhaltende Schuldenstreit untergräbt die wirtschaftliche Gesundung. Die EU-Kommission erwartet für dieses Jahr nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,5 statt bislang 2,5%.

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