Märkte / Derivate 17:11 - 31.10.2016

Mit Zertifikaten das Portefeuille kalibrieren

UBS lanciert eine Plattform für strukturierte Produkte und holt Barclays und Vontobel an Bord.
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zum Stichwort
Aktie
Wertpapier , das einen Anteil am Kapital einer Aktiengesellschaft verkörpert. Es sichert dem Eigentümer Mitgliedschaftsrechte (Stimm- und Wahlrecht an der Generalversammlung) und Vermögensrechte (Recht auf Anteil am Gewinn, Beteiligungsquote bei Kapitalerhöhungen oder am Liquidationsergebnis) zu.
Barrier Reverse Convertible
Strukturiertes Produkt mit Coupon (er bestimmt die Maximalrendite und wird in jedem Fall ausgezahlt), Risikopuffer und Barriere (vgl. bedingter Kapitalschutz ). Geeignet für stagnierende und leicht steigende Märkte. Berührt oder unterschreitet der Basiswert während der Laufzeit die Barriere und schliesst er am Verfalltag unter dem Ausübungspreis , erhält der Anleger den Basiswert geliefert, der nun an Wert verloren hat. Andernfalls wird der Nominalwert zurückgezahlt. Weiterentwicklung des Reverse Convertible . Kann sich auch auf mehrere Basiswerte beziehen: In Multi Barrier Reverse Convertibles ist das Risiko grösser, dass die Barriere unterschritten wird. Sie sind mit einem höheren Coupon oder einer tieferen Barriere ausgestattet (vgl. Korrelationsprodukt ).
Barriere
Kursschwelle in strukturierten Produkten oder Barrier-Optionen . Wenn der Basiswert während der Laufzeit ein bestimmtes Kursniveau erreicht, über- oder unterschreitet, ändert sich im strukturierten Produkt das Auszahlungsprofil , in der Barrier-Option entsteht oder verfällt das Optionsrecht .
Basiswert
Wert (Wertpapier , Währung, Index, Basket respektive Korb , Rohstoff usw.), der einer Option , einem Futures , einem Warrant (Optionsschein) oder einem strukturierten Produkt zugrunde liegt.
CIO
Angelsächsische Kürzel für Unternehmenschef (Chief Executive Officer), Leiter der Finanzabteilung (Chief Financial Officer), Leiter Anlagestrategie (Chief Investment Officer) sowie Leiter operatives Geschäft (Chief Operating Officer), die gemeinsam die Geschäftsleitung bilden.
Compliance
Bankinternes Kontrollorgan, das im Auftrag des Verwaltungsrats die Einhaltung sämtlicher Gesetze, Statuten, Reglemente und Weisungen überwacht.
Discount-Zertifikat
Strukturiertes Produkt , emittiert mit einem Abschlag (Discount, Diskont, er bestimmt die Maximalrendite) zum aktuellen Kurs des Basiswerts . Schliesst der Kurs des Basiswerts darunter, erhält der Anleger den Titel geliefert. Andernfalls wird eine Rückzahlung vorgenommen.
Dividende
Der von einer Aktiengesellschaft je Aktie ausgezahlte Gewinnanteil. Die Dividende wird durch die Generalversammlung auf Antrag des Verwaltungsrats festgesetzt. Als Dividende werden auch die Auszahlungen an die Inhaber von Genuss- und Partizipationsscheinen bezeichnet.
Drawdown
Findet der geschäftsführende Fondsanleger (General Partner ) ein zur Ausrichtung des Fund passendes, erwerbbares Private-Equity-Objekt, wird der Kauf durch den Abruf von Kapital bei den beteiligten Fondsanlegern nach Massgabe der anteiligen Kapitalzusagen finanziert.
Edelmetalle
Gold, Silber, Platin, Palladium, Iridium, Rhodium, Osmium und Ruthenium. Die wichtigste Terminbörse für den Edelmetallhandel ist die Comex.
Emittent
Unternehmen oder öffentlich-rechtliche Körperschaft, die sich durch die Ausgabe von Wertpapieren am Kapitalmarkt (oder am Geldmarkt ) Eigenkapital (Aktien ) oder Fremdkapital (Obligationen ) beschafft. Im Gegensatz dazu beschaffen Emittenten von Derivaten (strukturierten Produkten und Warrants ) kein Kapital, sondern sichern sich ab, um eine marktneutrale Position einzunehmen, und erheben eine im Produkt verpackte Gebühr.
Gesamtrendite
1. Verlauf des Kurses eines Wertpapiers. 2. Meist in Prozenten ausgedrückte Wertentwicklung eines Portefeuilles inklusive Ausschüttungen (reinvestiert). 3. Anlagepolitische Leistung der Leitung eines Anlagefonds, einer Beteiligungsgesellschaft, eines Hedge Fund oder einer Pensionskasse mit Blick auf das Anlageziel.
Grossbanken
In der Schweiz UBS und Credit Suisse. Sie sind mit einem Anteil von 50% an der Bilanzsumme und 75% an der Börsenkapitalisierung aller Schweizer Bankaktien die bedeutendste Bankengruppe. Auch international gehören sie zu den grössten Banken.
Investmentbank
Wickelt das Emissionsgeschäft, das Handelsgeschäft mit Effekten , Devisen , Edelmetallen und derivativen Instrumenten , das Repogeschäft sowie die Unternehmensfinanzierung einschliesslich Fusionen und Übernahmen ab.
Klumpenrisiko
Ausfallrisiko, das die Tragfähigkeit einer Bank übersteigt. Dazu zählen die übermässige Kreditgewährung an einen einzelnen Bankkunden (Aktivklumpenrisiko) oder die Gefahr eines massiven Liquiditätsabflusses durch die Verlagerung von vielen Kleingläubigern zu wenigen, institutionellen Investoren (Passivklumpenrisiko).
Kurs
Börsen- oder Marktpreis von Wertpapieren , Devisen , Münzen oder Waren. Der Kurs schwankt je nach Angebot und Nachfrage.
Laufzeit
1. Lebensdauer eines Derivats oder einer Obligation . 2. Frist im Optionsgeschäft, während deren eine amerikanische Option ausgeübt werden kann.
Option
Das Recht – nicht aber die Pflicht –, innerhalb einer bestimmten Zeit (Laufzeit ) eine feste Menge eines bestimmten Basiswerts zu einem im Voraus fixierten Ausübungspreis zu kaufen (Call ) oder zu verkaufen (Put ). Für dieses Recht zahlt der Optionär dem Verkäufer der Option eine Optionsprämie . Optionen können individuell zwischen den Parteien (OTC-Option ), in einem Warrant verbrieft oder an Terminbörsen gehandelt werden.
Research
Systematische Wertpapierbeurteilung als Grundlage für die Anlagepolitik. Sie gliedert sich in die Fundamentalanalyse und die technische Analyse .
Reverse Convertible
Strukturiertes Produkt mit Coupon (er bestimmt die Maximalrendite) und Risikopuffer . Geeignet für stagnierende und leicht sinkende Märkte. Schliesst der Basiswert am Verfalltag unter dem Ausübungspreis , erhält der Anleger den Basiswert geliefert, der nun an Wert verloren hat. Andernfalls erhält er den Nominalwert zurückgezahlt.
Risiko
In der Finanzmarkttheorie wird das Risiko einer Anlage an den Ertragsschwankungen gemessen. Risiko und Ertrag stehen theoretisch in einem direkten Zusammenhang: Je höher das eingegangene Risiko ist, desto grösser sollte längerfristig der Ertrag der entsprechenden Anlage ausfallen (vgl. Risikomanagement ).
Risikopuffer
Strukturierte Produkte mit Coupon (Reverse Convertibles ) oder Discount (Discount-Zertifikate ) weisen einen Risikopuffer auf. Sie schneiden besser ab als der Basiswert, falls er stagniert, fällt oder leicht steigt. Nur wenn der Basiswert deutlich avanciert, bringt eine Direktinvestition mehr Rendite.
SVSP
Verein von Banken, die in der Schweiz strukturierte Produkte anbieten. Gegründet im April 2006 in Zürich von ABN Amro, Credit Suisse, UBS, Bank Vontobel und der Zürcher Kantonalbank, später schlossen sich weitere Banken an. Der SVSP macht strukturierte Produkte bekannter, tritt gegenüber Behörden und Medien als Ansprechpartner auf, erlässt Empfehlungen und Verhaltensregeln, definiert Branchenstandards und erstellt Studien und Statistiken zum rasch wachsenden Derivatmarkt. Er gibt in Zusammenarbeit mit der Börse Scoach , Derivative Partners und «Finanz und Wirtschaft» die Swiss Derivative Map heraus.
Tau
Misst die Veränderung des Optionswerts bei einer Veränderung der Volatilität. Gehört zu den Greek Letters . Der Wert einer Option steigt mit zunehmender Volatilität des Basiswerts , während eine sinkende Volatilität dazu führt, dass eine Option günstiger wird.
Volatilität
Kursschwankungen eines Basiswerts (vgl. historische Volatilität , implizite Volatilität , Vega , Volatilitätsanalyse , Volatilitätsindex ).
Zertifikat
Strukturiertes Produkt . Teilweise wird der Begriff nicht als Synonym für strukturierte Produkte, sondern nur für Tracker-Zertifikate verwendet.
Zertifikate
Finanzprodukte, die aus derivativen und nichtderivativen Komponenten – beispielsweise Call- und Put-Optionen sowie Aktien , Obligationen und Rohstoffen – zusammengesetzt werden und der Realisierung einer spezifischen Investitionsstrategie dienen. Die Struktur respektive das Auszahlungsprofil wird beispielsweise durch Prämien aus verkauften Optionen, einbehaltene Dividenden , Kapitalmarktzinsen und internationale Zinsdifferenzen finanziert. Aus rechtlicher Sicht sind strukturierte Produkte Schuldverschreibungen des Emittenten , es existiert kein separates, geschütztes Fondsvermögen . Anleger sollten deshalb das Rating des Emittenten beachten.

Beim Kauf strukturierter Produkte sei der Portfoliokontext zentral, erklären Emittenten immer wieder. Dieser ist jedoch für viele Anleger schwierig zu eruieren. Um abzuschätzen, wie sich Risiko und Rendite des Portefeuilles ändern, wenn ein Zertifikat hinzukommt, entwickelt der Branchenverband SVSP eine App.

Die konkrete Einbettung von Zertifikaten in das eigene Portefeuille bietet die neue Plattform Structured Products Investor von UBS. Der Emittent ist Pionier in der Preistransparenz: Bereits 2009 hatte UBS im Internet das Portal Equity Investor öffentlich gemacht, dort können Anleger Konditionen von massgeschneiderten Zertifikaten abfragen, etwa die Coupons für verschieden hohe Barrieren. Das erlaubte erstmals den direkten Vergleich mit Konkurrenzprodukten.

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