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Blogs / Momentum 10:06 - 16.02.2016

Neuer Bitcoin mit spektakulärem Kurssprung

Plus 500% seit Anfang Jahr: Eine neue Währung steht in der digitalen Welt ganz hoch im Kurs.

Lange Zeit ist es ruhig geworden um Digitalwährungen. Doch nun haben die Anhänger dieser sogenannten kryptischen Zahlungsmittel wieder einen neuen Liebling gefunden. Sein Name ist Ether, abgeleitet von der Mutterplattform Ethereum, einem Fintech-Start-up mit Sitz in Zug.

Für Aufsehen sorgte in den vergangenen Wochen die fulminante Kursentwicklung von Ether. Wie der untenstehenden Grafik zu entnehmen ist, haben sich die Notierungen für Ether seit Anfang Jahr verfünffacht – von 1,20 auf knapp über 6 $. Dieses Allzeithoch wurde am vergangenen Donnerstag registriert. Seither ist der Preis für einen Ether marginal auf rund 5.50 $ gesunken.

Doch nicht nur gegenüber dem Dollar erlebte Ether einen gewaltigen Schub. Auch im Vergleich mit der bisherigen Digitalwährung par excellence, dem Bitcoin, vermochte sich der Ether-Kurs zu vervielfachen, wie der nachfolgende Chart zeigt.

Der Verlauf weist Anzeichen der Kursentwicklung von Bitcoin zu seinen besten Zeiten im November 2013 auf, als dieser von 200 $ innerhalb eines Monats auf 1100 $ hochschnellte. Der Bitcoin-Kurs ist in der Zwischenzeit wieder auf ein deutlich tieferes Niveau zurückgekommen. Derzeit notiert die noch immer meist gehandelte Digitalwährung bei 400 $.

Ether holt Schritt für Schritt auf

Auch in Bezug auf die Marktkapitalisierung der Einheiten holt Ether Schritt für Schritt auf. Vergangene Woche lag diese für Ether noch bei 285 Mio. $, heute sind es bereits knapp 350 Mio $. Damit ist Ether zur zweitwichtigsten Cryptocurrency aufgestiegen. An der Spitze bleibt weiterhin Bitcoin (5,8 Mrd. $), hinter Ether liegt Ripple (Marktwert 280 Mio. $).

Zuletzt sorgte Bitcoin kaum noch für positive Schlagzeilen. Im Januar sorgte Mike Hearn, einer der früheren treibenden Kräfte des Bitcoin-Projekts, für Aufsehen, als er in einem Blog-Beitrag öffentlich erklärte, dass Bitcoin aus seiner Sicht gescheitert ist.

Er begründete dieses Urteil mit einer Reihe von Gründen: Es sei kaum möglich, Bitcoins zu bewegen, die Transaktionsgebühren seien hoch und Käufer hätten die Möglichkeit, Zahlungen nach einer Transaktion wieder rückgängig zu machen.

Ether ist nicht als Zahlungsmittel gedacht

Die Chancen von Ether auf einen nachhaltigeren Kursverlauf werden in der Szene als deutlich höher beurteilt. Denn im Gegensatz zu Bitcoin ist Ether nicht als Zahlungsmittel gedacht, das man gegen Waren oder Dienstleistungen tauschen kann, sondern als «crypto fuel» – als verschlüsselter Treibstoff für zur Verfügung gestellte Computerleistung. Oder einfach ausgedrückt: Wer Ether, die Währung von Ethereum, kauft, wird mit seinem Computer Teil eines dezentralen Serversystems.

Damit ist der Kursverlauf als Indikator für das Potenzial der Ethereum-Technologie zu verstehen. Kleine Ironie des Schicksals ist, dass ohne Bitcoin das Projekt Ethereum wohl nie zum Laufen gebracht worden wäre.

Ethereum kam 2013 dank Crowdfunding zustande, finanziert wurde es mit Bitcoins im damaligen Wert von rund 18 Mio. $. Im Gegenzug wurde dafür die eigene Währung Ether ausgegeben.

Blockchain ist zum grossen Thema geworden

Ethereum ist eines von vielen Blockchain-Projekten. Mit Blockchain wird eine Technologie bezeichnet, hinter der sich eine Kette von Datenblöcken verbirgt. Diese sollen weitgehend unanfällig gegen Manipulation sein. Denn jedes Kettenglied baut auf dem vorangegangenen auf und lässt sich im Nachhinein nicht verändern, ohne die gesamte Kette zu beeinträchtigen.

In der Fintech-Bewegung ist Blockchain inzwischen zum grossen Thema geworden. Selbst Grossbanken beschäftigen sich mit internen Projektgruppen mit dieser Technologie, die das Potenzial hat, das Banking fundamental zu verändern.

Bei Ethereum sind Veränderungen in der Bankenwelt aber nur ein Nebenprodukt. Denn Ziel ist die Entwicklung von Smart Contracts.  Die Idee dieser intelligenten Verträge ist, dass sie ihre Erfüllung selbst überwachen.

Selbst ausführende Verträge

Die Smart Contracts sind als Applikationen mit eigener Logik in der dezentralen Blockchain abgespeichert. Dank Ether können sie sich Rechenzeit zur Ausführung kaufen. Mit diesem System braucht es keine zentrale Instanz, die das überwacht.

Die Sicherheit von Verträgen wird damit erhöht, ohne eine Vielzahl von schriftlichen Absicherungen einzubauen. Gleichzeitig sollen die Kosten möglichst tief gehalten werden.

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