Märkte / Derivate 07:57 - 04.01.2017

Schweizer Börse 2016 mit weniger Umsatz

Die historischen Höchstwerte vom Vorjahr erreichte die SIX 2016 zwar nicht. Doch die Handelsaktivitäten nahmen gegenüber 2014 deutlich zu.
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Aktie
Wertpapier , das einen Anteil am Kapital einer Aktiengesellschaft verkörpert. Es sichert dem Eigentümer Mitgliedschaftsrechte (Stimm- und Wahlrecht an der Generalversammlung) und Vermögensrechte (Recht auf Anteil am Gewinn, Beteiligungsquote bei Kapitalerhöhungen oder am Liquidationsergebnis) zu.
Anleihe
Fremdmittelaufnahme am Kapitalmarkt . Anleihen können fix oder variabel verzinst werden. Die als Wertpapier ausgestalteten und somit handelbaren Bruchteile einer Anleihe werden Obligationen oder Bonds genannt.
Börse
Regelmässig stattfindender, nach feststehenden Usanzen organisierter Markt. Je nach den gehandelten Gütern spricht man z. B. von Wertpapier-, Effekten-, Devisen-, Warenbörsen oder Börsen für derivative Instrumente (Terminbörsen ).
Börsengang
Öffnung einer privaten Aktiengesellschaft, deren Aktienkapital bisher ausschliesslich im Eigentum eines beschränkten Personenkreises lag, zur Publikumsgesellschaft durch die Ausgabe und die Kotierung von Aktien. Auch Initial Public Offering (IPO) genannt. Gegenteil: Going Private .
ETF
ETF sind Anlagefonds, die kotiert sind und an der Börse wie Aktien permanent gehandelt werden. Bei den meisten bisher lancierten ETF handelt es sich um Indexfonds, deren Zielsetzung es ist, einen bestimmten Branchen- oder Länderindex (in der Regel Aktien) nachzubilden.
Emittent
Unternehmen oder öffentlich-rechtliche Körperschaft, die sich durch die Ausgabe von Wertpapieren am Kapitalmarkt (oder am Geldmarkt ) Eigenkapital (Aktien ) oder Fremdkapital (Obligationen ) beschafft. Im Gegensatz dazu beschaffen Emittenten von Derivaten (strukturierten Produkten und Warrants ) kein Kapital, sondern sichern sich ab, um eine marktneutrale Position einzunehmen, und erheben eine im Produkt verpackte Gebühr.
Fonds
Ein mit öffentlicher Werbung von Investoren zum Zweck gemeinschaftlicher Kapitalanlage aufgebrachtes Vermögen, das von der Fondsleitung in der Regel nach dem Grundsatz der Diversifikation auf Rechnung der Investoren verwaltet wird. Anlagefonds werden direkt bei der Bank und vermehrt auch über Internet-Plattformen gekauft und im Gegensatz zu ETF in der Regel nicht börslich gehandelt.
Fremdwährungsanleihen
Aus Schweizer Sicht alle Anleihen , die nicht auf Franken lauten.
Futures
Standardisierter börsengehandelter Terminkontrakt , mit dem sich die eine Partei verpflichtet, den Basiswert zu einem bestimmten Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen (Long-Position ). Die Gegenpartei verpflichtet sich zur Lieferung (Short-Position ) oder, wenn vorgesehen, zum Barausgleich . Die Terminbörse bringt beide Parteien zusammen und stellt die Einhaltung der Vertragsbedingungen, u. a. mit der Übernahme des Gegenparteirisikos (Clearing ) die Erfüllung, sicher. Dafür verlangt sie eine Sicherheitsleistung (Einschussmarge ). Das Margenkonto wird täglich ausgeglichen (vgl. Maintenance Margin ).
Genussschein
Gewinnbeteiligungspapier, das keine Mitgliedschaftsrechte, sondern nur Vermögensrechte (z. B. Dividende , Anspruch auf den Bezug neuer Titel, Liquidationserlös) verleiht. Das wichtigste Beispiel sind Roche GS.
IPO
Öffnung einer privaten Aktiengesellschaft, deren Aktienkapital bisher ausschliesslich im Eigentum eines beschränkten Personenkreises lag, zur Publikumsgesellschaft durch die Ausgabe und die Kotierung von Aktien. Auch Initial Public Offering (IPO) genannt. Gegenteil: Going Private .
Liquidität
1. Fähigkeit eines Unternehmens zur fristgerechten Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen. Als Liquiditätskennzahlen gebräuchlich sind die Cash Ratio, die in Prozenten ausdrückt, wie viel des kurzfristigen Fremdkapitals durch liquide Mittel gedeckt ist, die Quick Ratio, die zeigt, wie viel des kurzfristigen Fremdkapitals durch liquide Mittel und Forderungen gedeckt ist, und die Current Ratio. Letztere setzt alle Aktiven des Umlaufvermögens ins Verhältnis zum kurzfristigen Fremdkapital. 2. Hohe Marktgängigkeit eines Wertpapiers, die auf der Vielzahl der im Umlauf befindlichen Titel und einer engen Geld-Brief-Spanne gründet.
Option
Das Recht – nicht aber die Pflicht –, innerhalb einer bestimmten Zeit (Laufzeit ) eine feste Menge eines bestimmten Basiswerts zu einem im Voraus fixierten Ausübungspreis zu kaufen (Call ) oder zu verkaufen (Put ). Für dieses Recht zahlt der Optionär dem Verkäufer der Option eine Optionsprämie . Optionen können individuell zwischen den Parteien (OTC-Option ), in einem Warrant verbrieft oder an Terminbörsen gehandelt werden.
SIX
1995 aus dem Zusammenschluss der Börsen Genf, Basel und Zürich entstandener Schweizer Markt. Seit August 1996 werden sämtliche Wertpapiere elektronisch gehandelt. Das System zeichnet sich aus durch eine Vollintegration der Börsenprozesse, vom Börsenauftrag bis zur Abwicklung . Anfang 2008 Fusion mit SIS und Telekurs zur SIX Group .
SIX Swiss Exchange
1995 aus dem Zusammenschluss der Börsen Genf, Basel und Zürich entstandener Schweizer Markt. Seit August 1996 werden sämtliche Wertpapiere elektronisch gehandelt. Das System zeichnet sich aus durch eine Vollintegration der Börsenprozesse, vom Börsenauftrag bis zur Abwicklung . Anfang 2008 Fusion mit SIS und Telekurs zur SIX Group .
Schweizer Börse
1995 aus dem Zusammenschluss der Börsen Genf, Basel und Zürich entstandener Schweizer Markt. Seit August 1996 werden sämtliche Wertpapiere elektronisch gehandelt. Das System zeichnet sich aus durch eine Vollintegration der Börsenprozesse, vom Börsenauftrag bis zur Abwicklung . Anfang 2008 Fusion mit SIS und Telekurs zur SIX Group .
Strukturierte Produkte
Finanzprodukte, die aus derivativen und nichtderivativen Komponenten – beispielsweise Call- und Put-Optionen sowie Aktien , Obligationen und Rohstoffen – zusammengesetzt werden und der Realisierung einer spezifischen Investitionsstrategie dienen. Die Struktur respektive das Auszahlungsprofil wird beispielsweise durch Prämien aus verkauften Optionen, einbehaltene Dividenden , Kapitalmarktzinsen und internationale Zinsdifferenzen finanziert. Aus rechtlicher Sicht sind strukturierte Produkte Schuldverschreibungen des Emittenten , es existiert kein separates, geschütztes Fondsvermögen . Anleger sollten deshalb das Rating des Emittenten beachten.
Terminkontrakt
Kauf- oder Verkaufsvertrag, bei dem die gegenseitigen Leistungen nicht sofort, sondern zu einem späteren Zeitpunkt erbracht werden, z. B. Futures , Forward , Swap . Zu den Termingeschäften im weiteren Sinne gehören auch Optionen .
Volatilität
Kursschwankungen eines Basiswerts (vgl. historische Volatilität , implizite Volatilität , Vega , Volatilitätsanalyse , Volatilitätsindex ).
Warrant
In einem Wertpapier verbriefte Option , deren Übertragbarkeit dadurch erleichtert wird. Warrants werden von einem Derivathaus begeben und in der Regel kotiert. Auch die zusammen mit einer Optionsanleihe begebenen Optionsscheine werden als Warrants bezeichnet.

(AWP) An der Schweizer Börse ist 2016 weniger gehandelt worden als im Vorjahr. Nach einem durch sehr hohe Volatilität bestimmten Jahr 2015 hätten sich die Handelsaktivitäten an der SIX Swiss Exchange und der SIX Structured Products Exchange damit wieder auf Normalniveau bewegt, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstagabend.

2015 sei nach der Aufhebung des Euromindestkurses am 15. Januar das höchste Handelsvolumen in der Geschichte der Schweizer Börse verzeichnet worden. Auch die Griechenland-Krise und die Marktverwerfungen in China hätten zu hohen Handelsaktivitäten geführt.

2016 ging der Handelsumsatz wieder um 6,8% auf 1279,3 Mrd. Fr. zurück und die Anzahl Handelsabschlüsse um 7,7% auf 47,6 Mio. An einem durchschnittlichen Handelstag wurden 5 Mrd. Fr. umgesetzt.

Höhepunkt am Hexensabbat

Der höchste Umsatz des Jahres wurde am 18. März mit 11,7 Mrd. Fr. erreicht. Es handelte sich um einen sogenannten grossen Hexensabbat – dem dritten Freitag des dritten Monats eines Quartals, an dem Terminkontrakte wie Futures und Optionen verfallen.

Die höchste Anzahl an Handelsabschlüssen wurde mit 395’787 am Tage nach dem Brexit-Votum von Grossbritannien erreicht – dem 24. Juni 2016.

«Trotz geringer Volatilität war 2016 für uns ein sehr erfolgreiches Jahr», so die Börse. «Unsere historischen Höchstwerte vom Vorjahr wurden zwar nicht erreicht, gegenüber 2014 sind die Handelsaktivitäten aber deutlich gestiegen.»

Umsatzstarke Nestlé

Nach Segmenten verbuchten «Aktien inklusive Fonds» um 5,2% geringere Handelsumsätze von 1006,0 Mrd. Fr. und 7,3% weniger Abschlüsse von 45,6 Mio. Umsatzstärkste Titel 2016 waren Nestlé (NESN 73.35 0.2%) Namen mit 123,6 Mrd. Fr., gefolgt von Novartis (NOVN 70.9 -0.28%) Namen mit 116,5 Mrd. und Roche (ROG 233.5 0.21%) Genussscheine mit 105,5 Mrd. Fr.

Das Segment «Anleihen CHF» verzeichnete einen Rückgang beim Umsatz auf 132,7 Mrd. Fr. (-23%) und bei den Abschlüssen auf 379’855 (-20%).

ETFs erreichten mit einem Handelsumsatz von 103,8 Mrd. Fr. einen neuen Allzeitrekord und stiegen im Vergleich zu 2016 um 7,7%. Die Anzahl der Abschlüsse sank jedoch um 9,6% auf 961’841. Gegenwärtig böten 22 Emittenten 1210 ETFs an und damit 214 mehr als Ende 2015.

Die Umsätze der Fremdwährungsanleihen erhöhten sich um 34% auf 20,5 Mrd. Fr. (Abschlüsse +36% auf 21’964). Der Handelsumsatz der Strukturierten Produkte und Warrants reduzierte sich dagegen um 39% auf 16,4 Mrd. Fr. (Abschlüsse -23% auf 666’799).

Fünf Börsengänge

Positiv entwickelte sich 2016 mit fünf Börsengängen die Anzahl der Neukotierungen an der SIX. Der Börsengang von VAT zählte gar zu den grössten IPO in Europa, wie es heisst.

Zudem wurden 2016 neue Dienstleistungen an der Börse eingeführt. Zwei neue Plattformen gingen an den Start: Im April nahm XBTR den Betrieb auf – eine bilaterale Handelsplattform für Strukturierte Produkte – und im Oktober SwissAtMid – ein «nicht einsehbarer» Liquiditätspool für Schweizer Aktien.

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