Märkte / Makro 09:41 - 16.03.2017

SNB belässt Leitzins unverändert

Die Schweizerische Nationalbank hält den Leitzins auf –0,75%. Sie interveniert «bei Bedarf» weiterhin am Devisenmarkt.
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zum Stichwort
BIP
Wertschöpfung einer Volkswirtschaft . Die Entwicklung des BIP ist eine wichtige Einflussgrösse für die Gewinne der Unternehmen sowie das Zinsniveau und dadurch indirekt für Aktien und Obligationen .
Bruttoinlandprodukt
Wertschöpfung einer Volkswirtschaft . Die Entwicklung des BIP ist eine wichtige Einflussgrösse für die Gewinne der Unternehmen sowie das Zinsniveau und dadurch indirekt für Aktien und Obligationen .
Devisen
Auf ausländische Währung lautende und im Ausland zahlbare Geldforderungen, insbesondere Bankguthaben, Checks und Wechsel. Allgemein auch ein Sammelbegriff für ausländische Währungen.
EU
Supranationale Organisation (früher Europäische Gemeinschaft), in der 27 europäische Staaten zusammengeschlossen sind. Pfeiler ist die wirtschaftliche Integration. Die wichtigsten Errungenschaften sind der Binnenmarkt und der Euro .
Geldpolitik
Massnahmen, mit denen die Zentralbanken die Zinsen am Geldmarkt (Leitzinsen ) und damit die Geldversorgung eines Landes oder Währungsraums steuern. Die meisten Zentralbanken, so auch die Schweizerische Nationalbank , sind bestrebt, die Preise stabil zu halten (vgl. Inflation , Deflation ) und der Wirtschaft Wachstum zu ermöglichen (vgl. quantitative Lockerung ).
Inflation
Preisanstieg bzw. Geldentwertung. Die Veränderung wird als Inflationsrate angegeben. Veranlasst Notenbanken oft zu einer restriktiven Geldpolitik (hohe Leitzinsen), was Aktien und Obligationen belastet. Gegenteil: Disinflation , Deflation .
Konjunktur
Oft synonym verwendet für die Lage der Gesamtwirtschaft. Die Forschung betont den zyklischen Verlauf des Wirtschaftswachstums (Aufschwung , Hochkonjunktur, Abschwung, Rezession , Depression). Im Englischen wird deshalb auch von Business Cycle gesprochen.
Kurs
Börsen- oder Marktpreis von Wertpapieren , Devisen , Münzen oder Waren. Der Kurs schwankt je nach Angebot und Nachfrage.
Libor
Im Interbankengeschäft angewandter Geldmarktsatz , zu dem eine Bank einer anderen erstklassigen Bank Depositen offeriert. Er dient bei Anleihen mit variablem Zins (Floater) als Richtsatz zur Festlegung des Coupons für eine bestimmte Periode. Auch für andere Finanzgeschäfte dient er als Richtsatz, weshalb er eine grosse wirtschaftliche Bedeutung hat. Die SNB verwendet den Libor für Dreimonatsgelder in Franken seit Anfang 2 als Zielgrösse für die Geldpolitik. In der Eurozone heisst der entsprechende Satz European Interbank Offered Rate (Euribor).
Notenbank
Volkswirtschaftliche Institution, die für die Versorgung der Volkswirtschaft mit Geld zuständig ist. Gleichzeitig soll sie Geldwertstabilität und je nach Statut Vollbeschäftigung sowie angemessenes Wirtschaftswachstum herstellen. In der Schweiz ist dies die SNB .
SMI
Wird nach dem Streubesitz der zwanzig bedeutendsten kotierten Schweizer Unternehmen berechnet. Der SMI ist nicht dividendenkorrigiert, ist also ein Preisindex .
SNB
1907 gegründete Notenbank der Schweiz. Ihr Auftrag gemäss Nationalbankgesetz NBG ist, eine dem Gesamtinteresse des Landes dienliche Geldpolitik zu betreiben und insbesondere die Preisstabilität zu bewahren. Ausserdem hat sie zur Stabilität des Finanzsystems beizutragen. Die SNB versorgt den Geldmarkt und damit das Finanzsystem über Repogeschäfte mit Liquidität, gewährleistet die Bargeldversorgung, verwaltet die Währungsreserven , vertritt die Schweiz zusammen mit dem Bund im IWF sowie in der Weltbank und fungiert als Hausbank der Eidgenossenschaft. Die SNB ist als spezialgesetzliche AG organisiert und an der SIX kotiert. Die Kantone halten die Mehrheit der Aktien , die Rechte der wenigen Privataktionäre werden auch vom NBG stark beschnitten, das z. B. die Höhe der Dividende limitiert. Organe der SNB sind der elfköpfige Bankrat als eine Art VR , das für die Geldpolitik verantwortliche ausführende dreiköpfige Direktorium als Geschäftsleitung , die GV und die Revisionsstelle .
Schweizerische Nationalbank
1907 gegründete Notenbank der Schweiz. Ihr Auftrag gemäss Nationalbankgesetz NBG ist, eine dem Gesamtinteresse des Landes dienliche Geldpolitik zu betreiben und insbesondere die Preisstabilität zu bewahren. Ausserdem hat sie zur Stabilität des Finanzsystems beizutragen. Die SNB versorgt den Geldmarkt und damit das Finanzsystem über Repogeschäfte mit Liquidität, gewährleistet die Bargeldversorgung, verwaltet die Währungsreserven , vertritt die Schweiz zusammen mit dem Bund im IWF sowie in der Weltbank und fungiert als Hausbank der Eidgenossenschaft. Die SNB ist als spezialgesetzliche AG organisiert und an der SIX kotiert. Die Kantone halten die Mehrheit der Aktien , die Rechte der wenigen Privataktionäre werden auch vom NBG stark beschnitten, das z. B. die Höhe der Dividende limitiert. Organe der SNB sind der elfköpfige Bankrat als eine Art VR , das für die Geldpolitik verantwortliche ausführende dreiköpfige Direktorium als Geschäftsleitung , die GV und die Revisionsstelle .

(AWP) Die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 1645 -0.3%)) bekräftigt ihre seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses geltende Geldpolitik ein weiteres Mal und bleibt somit unverändert expansiv. Sie will insbesondere auch weiterhin bei Bedarf am Devisenmarkt tätig sein. In ihrem Wirtschaftsausblick weist sie auf erhebliche weltwirtschaftliche Risiken hin.

Die SNB belässt nach ihrer neusten geldpolitischen Lagebeurteilung das Zielband für den Dreimonats-Libor bei -1,25% bis -0,25% und den Zins auf Sichteinlagen bei der Nationalbank bei -0,75%. Gleichzeitig sei die Nationalbank bei Bedarf weiterhin am Devisenmarkt aktiv, wobei die gesamte Währungssituation berücksichtigt werde, wiederholt die Notenbank die bisherige Sprachregelung. Die expansive Geldpolitik verfolge dabei das Ziel, die Preisentwicklung zu stabilisieren und die Wirtschaftsaktivität zu unterstützen.

Der Negativzins und die Bereitschaft der SNB, am Devisenmarkt einzugreifen, dienten derweil dazu, Anlagen in Schweizer Franken weniger attraktiv zu machen und so den Druck auf den Franken zu verringern, heisst es. Insgesamt bleibe der Franken weiterhin deutlich überbewertet.

BIP-Prognose bestätigt

Bezüglich Wirtschaftswachstum bleibt die SNB bei ihrer Prognose und erwartet für 2017 in der Schweiz weiterhin ein Wachstum des realen Bruttoinlandprodukts (BIP) von «rund 1,5%». Dieser «verhalten positive» Ausblick stützt sich darauf ab, dass die Weltwirtschaft zuletzt im Rahmen der Erwartungen expandiert habe. Die zu Jahresbeginn verfügbaren Indikatoren deuteten zudem auf eine weitere Aufhellung hin, schreibt die SNB. Und auch im Inland würden die Konjunkturindikatoren auf die Fortsetzung einer moderaten Erholung hinweisen.

Die Währungshüter betonen jedoch die «erheblichen Risiken» für die Weltwirtschaft. Erwähnt werden die politische Unsicherheiten im Zusammenhang mit der künftigen Ausgestaltung der US-Wirtschaftspolitik, die anstehenden Wahlen in Europa sowie die komplexen Austrittsverhandlungen Grossbritanniens mit der EU.

Inflation 2017 leicht höher gesehen

Die Inflationsprognosen für die Schweiz wurden gegenüber Dezember nur leicht verändert. Für 2017 wird die Inflation neu bei +0,3% (bisher: +0,1%) gesehen, für 2018 bei +0,4% (bisher: +0,5%) und für 2019 bei +1,1% (erstmalige Schätzung). Die höhere Prognose für das laufende Jahr wird vor allem mit dem gestiegenen Erdölpreis begründet.

zoom Quelle: SNB

Bezüglich der Entwicklung am Hypothekarmarkt konstatiert die SNB, dass das Wachstum der Hypothekarkreditvolumen im vierten Quartal 2016 auf relativ tiefem Niveau in etwa konstant geblieben ist. Gleichzeitig habe sich die Beruhigung der Preisdynamik bei den Wohnliegenschaften fortgesetzt. Allerdings bestehen die Ungleichgewichte auf dem Hypothekar- und Immobilienmarkt nach wie vor, so die SNB. Sie beobachte die Entwicklungen deshalb weiterhin aufmerksam und prüfe regelmässig, ob der antizyklische Kapitalpuffer angepasst werden muss.

Keine Überraschung

Die Entscheide der SNB sind keine Überraschung. Fast alle Experten hatten im Vorfeld mit einer Bestätigung des bisherigen Kurses gerechnet. An den Märkten schlagen die Beschlüsse daher keine grossen Wellen. Sowohl €/Fr. als auch SMI (SMI 8613.64 -0.17%) zeigen keine grossen Ausschläge. Der €/Fr.-Kurs liegt eine halbe Stunde nach dem Zinsentscheid bei 1,0710 nach 1,0721 vor Bekanntgabe der Lagebeurteilung. Der SMI notiert 0,2% im Minus und damit auch nicht signifikant höher oder tiefer.

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