Unternehmen / Schweiz 08:50 - 09.01.2017

SNB rechnet mit über 24 Mrd. Fr. Gewinn

Die Schweizerische Nationalbank hat ihr provisorisches Ergebnis für das Jahr 2016 präsentiert.
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Aktie
Wertpapier , das einen Anteil am Kapital einer Aktiengesellschaft verkörpert. Es sichert dem Eigentümer Mitgliedschaftsrechte (Stimm- und Wahlrecht an der Generalversammlung) und Vermögensrechte (Recht auf Anteil am Gewinn, Beteiligungsquote bei Kapitalerhöhungen oder am Liquidationsergebnis) zu.
Aktionär
Teilhaber einer AG bzw. Inhaber einer Aktie oder einer Mehrzahl von Aktien.
Bilanz
Periodische Gegenüberstellung sämtlicher Aktiven und Passiven an einem Stichtag. Die Aktivseite gibt Aufschluss über die Verwendung der Mittel, während die Passivseite über die Beschaffung der Mittel (Finanzierung) orientiert. Teil des Geschäftsberichts .
Dividende
Der von einer Aktiengesellschaft je Aktie ausgezahlte Gewinnanteil. Die Dividende wird durch die Generalversammlung auf Antrag des Verwaltungsrats festgesetzt. Als Dividende werden auch die Auszahlungen an die Inhaber von Genuss- und Partizipationsscheinen bezeichnet.
Geschäftsbericht
Enthält ausser der Bilanz und der Erfolgsrechnung Informationen über die künftige wirtschaftliche Entwicklung einer Gesellschaft, die Erfolge einzelner Geschäftszweige etc.
Kurs
Börsen- oder Marktpreis von Wertpapieren , Devisen , Münzen oder Waren. Der Kurs schwankt je nach Angebot und Nachfrage.
Rückstellungen
Zulasten der Erfolgsrechnung in der Bilanz gebildete Passivposten zur Deckung künftiger Verpflichtungen oder voraussichtlicher Verluste.
SNB
1907 gegründete Notenbank der Schweiz. Ihr Auftrag gemäss Nationalbankgesetz NBG ist, eine dem Gesamtinteresse des Landes dienliche Geldpolitik zu betreiben und insbesondere die Preisstabilität zu bewahren. Ausserdem hat sie zur Stabilität des Finanzsystems beizutragen. Die SNB versorgt den Geldmarkt und damit das Finanzsystem über Repogeschäfte mit Liquidität, gewährleistet die Bargeldversorgung, verwaltet die Währungsreserven , vertritt die Schweiz zusammen mit dem Bund im IWF sowie in der Weltbank und fungiert als Hausbank der Eidgenossenschaft. Die SNB ist als spezialgesetzliche AG organisiert und an der SIX kotiert. Die Kantone halten die Mehrheit der Aktien , die Rechte der wenigen Privataktionäre werden auch vom NBG stark beschnitten, das z. B. die Höhe der Dividende limitiert. Organe der SNB sind der elfköpfige Bankrat als eine Art VR , das für die Geldpolitik verantwortliche ausführende dreiköpfige Direktorium als Geschäftsleitung , die GV und die Revisionsstelle .
Schweizerische Nationalbank
1907 gegründete Notenbank der Schweiz. Ihr Auftrag gemäss Nationalbankgesetz NBG ist, eine dem Gesamtinteresse des Landes dienliche Geldpolitik zu betreiben und insbesondere die Preisstabilität zu bewahren. Ausserdem hat sie zur Stabilität des Finanzsystems beizutragen. Die SNB versorgt den Geldmarkt und damit das Finanzsystem über Repogeschäfte mit Liquidität, gewährleistet die Bargeldversorgung, verwaltet die Währungsreserven , vertritt die Schweiz zusammen mit dem Bund im IWF sowie in der Weltbank und fungiert als Hausbank der Eidgenossenschaft. Die SNB ist als spezialgesetzliche AG organisiert und an der SIX kotiert. Die Kantone halten die Mehrheit der Aktien , die Rechte der wenigen Privataktionäre werden auch vom NBG stark beschnitten, das z. B. die Höhe der Dividende limitiert. Organe der SNB sind der elfköpfige Bankrat als eine Art VR , das für die Geldpolitik verantwortliche ausführende dreiköpfige Direktorium als Geschäftsleitung , die GV und die Revisionsstelle .
Währungsreserven
Das von Notenbanken in Gold, Devisen (Devisenreserven) und Sonderziehungsrechten gehaltene finanzielle Polster zur Finanzierung von Aussenhandelsdefiziten, zur Vermeidung von Zahlungsbilanzproblemen und zur Pflege des Wechselkurses.

(AWP) Nach einem Milliardenverlust im Jahr 2015 hat die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 1653 -1.67%)) das Jahr 2016 nach provisorischen Berechnungen mit einem Gewinn von gut 24 Mrd. Fr. abgeschlossen. Aufgrund der neuen Gewinnausschüttungsvereinbarung fliessen rund 1,5 Mrd. Fr. an Bund und Kantone.

Der Grossteil des Jahresgewinns ist auf die Entwicklung bei den Fremdwährungspositionen zurückzuführen, wie die SNB am Montag mitteilte. Allein dort erzielte die Nationalbank einen Erfolg von 19 Mrd. Aber auch von einem höheren Goldpreis konnte die SNB profitieren. Aus der Bewertung des Goldbestands ergab sich ein Gewinn von 3,9 Mrd.

Nach Berücksichtigung der Ausschüttungsreserve von 1,9 Mrd. Fr. betrage der Bilanzgewinn gut 21 Mrd., so die SNB weiter. Dies ermögliche eine Dividendenzahlung von 15 Fr. pro Aktie. Den Rückstellungen für Währungsreserven weist sie rund 4,6 Mrd zu.

Gewinn absehbar

Dass die SNB für das Jahr 2016 einen Gewinn verbuchen kann, zeichnete sich ab. Für die erste Jahreshälfte wies sie einen Erfolg von 21,3 Mrd CHF aus, nach neun Monaten belief sich der Gewinn auf 28,7 Mrd. Besonders die tiefen Zinsen bescherten der Nationalbank auf den Zinspapieren und -instrumenten hohe Kursgewinne.

Im Jahr 2015 hatte die Nationalbank dagegen noch einen Verlust von 23 Mrd CHF eingefahren. Damals erreichte der Verlust nach dem ersten halben Jahr sogar einen Rekordwert von 50,1 Mrd, welche die Nationalbank in der zweiten Jahreshälfte teilweise ausmerzen konnte.

Ausschüttung in Höhe von 1,5 Mrd.

Die öffentliche Hand erhält von der Nationalbank zusätzlich zu der ordentlichen Gewinnausschüttung von einer Milliarde Franken rund 500 Mio. Die Höhe dieser Zusatzausschüttung entspreche der neuen Gewinnausschüttungsvereinbarung, erklärt Andreas Huber-Schlatter (STRN 40.55 0.12%), Sekretär der Konferenz der kantonalen Finanzdirektorinnen und -direktoren (FDK) gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Demnach erhöht sich die Auszahlung an die öffentliche Hand auf 2 Mrd. Fr., sobald die Ausschüttungsreserve 20 Mrd. überschreitet. Dieser Betrag wird gekürzt, wenn die Ausschüttungsreserve nach der Gewinnausschüttung auf einen Wert unter 20 Mrd. sinkt. Nach der neuen Vereinbarung werden zudem ausgefallene Ausschüttungen in den Folgejahren kompensiert, wenn es die Ausschüttungsreserve zulässt. Bund und Kantone sollen dadurch mehr finanzielle Planungssicherheit erhalten.

Zwar bleiben die 1,5 Mrd. Fr., welche die SNB ausschüttet, unter dem Maximum von 2 Mrd. Die FDK zeigt sich dennoch erfreut über das Jahresergebnis der SNB. Nicht nur weil die Nationalbank überhaupt eine Zusatzausschüttung an die öffentliche Hand vornehmen wird, sondern auch weil sie die Ausschüttungsreserve wieder auffüllen kann.

Im Jahr 2013 hatte die Nationalbank nämlich erstmals seit 1907 wegen eines hohen Verlustes keine Ausschüttung vorgenommen. Im Jahr 2015 konnte die Nationalbank dank der gut gefüllten Ausschüttungsreserve die ordentliche Ausschüttung von 1 Mrd. Fr. dann trotzdem vornehmen.

Den Aktionären will die SNB erneut eine Dividende von 15 Fr. pro Aktie bezahlen, was dem im Gesetz festgelegten maximalen Betrag entspricht. Nach den Auszahlungen an Bund und Kantone werde die Ausschüttungsreserve 20 Mrd. Fr. betragen, schreibt die SNB. Den ausführlichen Jahresbericht und die definitiven Zahlen legt die Nationalbank am 6. März vor, der Geschäftsbericht wird am 23. März publiziert.

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