Unternehmen / Schweiz 07:22 - 10.01.2017

ChemChina legt EU Lösungsvorschläge zu Syngenta vor

Die beiden Konzerne haben der EU-Kommission Zugeständnisse angeboten. So wollen sie Bedenken gegen die angestrebte Übernahme zerstreuen.
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Supranationale Organisation (früher Europäische Gemeinschaft), in der 27 europäische Staaten zusammengeschlossen sind. Pfeiler ist die wirtschaftliche Integration. Die wichtigsten Errungenschaften sind der Binnenmarkt und der Euro .

(Reuters/FuW) Der chinesische Staatskonzern ChemChina ist zu Opfern bereit, um die grösste verbleibende Hürde auf dem Weg zur Übernahme des Schweizer Agrochemiekonzerns Syngenta (SYNN 428.1 0.16%) auszuräumen. Die beiden Unternehmen hätten der EU-Wettbewerbsbehörde Zugeständnisse angeboten, um Bedenken der Kartellwächter gegen die 43-Mrd.-Dollar-Transaktion zu zerstreuen, wie aus einer Mitteilung auf der Internetseite der EU-Kommission hervorgeht.

Syngenta hat unterdessen die Unterbreitung der Zugeständnisse bestätigt. Ein Sprecher des Basler Unternehmens sagte: «ChemChina und Syngenta sind der Transaktion weiterhin voll verpflichtet und zuversichtlich, dass es zu einem Abschluss kommt.»  Umfang und Inhalt der Zugeständnisse wollte der Syngenta-Sprecher auf Anfrage der FuW aber nicht offenlegen: «Wir kommentieren die gemachten Lösungsvorschläge nicht».

Die EU-Kartellwächter kündigten Ende Oktober an, den bislang grössten Auslandszukauf eines chinesischen Unternehmens genauer unter die Lupe zu nehmen. Vergangene Woche verlängerte die Behörde die Prüffrist erneut um zehn Arbeitstage bis zum 12. April. Die Behörde hat Bedenken, dass der Zusammenschluss zu unfairen Wettbewerbsvorteilen führen könnte. Auch die EU machte keine Angaben, welche Zugeständnisse die Parteien angeboten haben. Üblicherweise handelt es sich um aber um Bereichsverkäufe oder Anpassungen der Produktpreise.

Früheren Angaben zufolge machte die EU Überlappungen zwischen der ChemChina-Tochter Adama und Syngenta im europäischen Markt für Mittel zur Bekämpfung von Unkräutern oder Insekten aus, die zu einer Einschränkung des Wettbewerbs führen könnten. Adama sei der grösste Anbieter von Pflanzenschutz-Nachahmerprodukten in Europa. Der Verkauf von Adama wäre der einfachste und sauberste Weg, um die Wettbewerbsbedenken zu zerstreuen, sagte Ioannis Kokkoris von der Queen Mary University in London.

Für die Kartellbehörden weltweit zählt aber nicht nur die Übernahme von Syngenta. In der Branche findet zur Zeit eine Art Endspiel unter den großen Anbietern statt, bei dem bisher einzig BASF (BAS 87.36 -2.88%) außen vor blieb. So will Bayer den US-Saatgutriesen Monsanto (MON 112.96 0.56%) schlucken. Bereits vor der 66-Mrd-Dollar-Transaktion, mit der die Leverkusener zum weltgrössten Anbieter von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln aufsteigen, wurde der Zusammenschluss der US-Konzerne Dow Chemical (DOW 63.55 0.28%) und Dupont auf den Weg gebracht. Experten zufolge dürften diese beiden Transaktionen wesentlich grössere Auswirkungen auf den Wettbewerb in der Branche haben als der Syngenta-Deal.

Die komplette Historie zu Syngenta finden Sie hier. »

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