Märkte / Makro 17:44 - 11.01.2017

Trump kritisiert Pharmaindustrie

In New York hielt der künftige US-Präsident Donald Trump seine erste Rede seit der Wahl. Unter Beschuss standen neben dem Geheimdienst einmal mehr Obamacare und die Pharmaunternehmen.
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Aktie
Wertpapier , das einen Anteil am Kapital einer Aktiengesellschaft verkörpert. Es sichert dem Eigentümer Mitgliedschaftsrechte (Stimm- und Wahlrecht an der Generalversammlung) und Vermögensrechte (Recht auf Anteil am Gewinn, Beteiligungsquote bei Kapitalerhöhungen oder am Liquidationsergebnis) zu.
ETF
ETF sind Anlagefonds, die kotiert sind und an der Börse wie Aktien permanent gehandelt werden. Bei den meisten bisher lancierten ETF handelt es sich um Indexfonds, deren Zielsetzung es ist, einen bestimmten Branchen- oder Länderindex (in der Regel Aktien) nachzubilden.

(Reuters/GAH) Der künftige US-Präsident Donald Trump hielt heute Mittwoch erstmals seit fast einem halben Jahr eine Pressekonferenz ab. Die Aktienmärkte drehen ins Plus.

Der President-Elect griff zu Beginn der Veranstaltung gleich das aktuellste Thema auf und streitet jegliche Verbindung zu Russland ab. Der umstrittene Bericht sei möglicherweise von den Geheimdiensten herausgegeben worden.

Trump kritisiert Geheimdienst

Kurz vor der Pressekonferenz war Trump wegen einer angeblich kompromittierenden russischen Geheimakte unter Druck geraten. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob der künftige US-Präsident durch das Material erpressbar ist.

Bereits am Nachmittag hatte Trump die Arbeit der US-Geheimdienste kritisiert, die zugelassen hätten, dass «diese Falschmeldungen» an die Öffentlichkeit gelangen konnten. Dies sei ein letzter Versuch, ihm zu schaden, schrieb er auf Twitter (TWTR 15.14 1.41%). «Leben wir in Nazi-Deutschland?»

Über den Hackerangriff während des Wahlkampfes sagte er: «Ich glaube, es war Russland.» Allerdings würden viele andere Staaten in US-Systeme eindringen. Zudem kritisiert er die Demokraten für ihre laxe Computersicherheit.

Handelsverträge «sind grosses Disaster»

Kein Verständnis zeigte der künftige US-Präsident auch für die bestehenden Handelsverträge mit Japan und und China. Sie seien ein grosses Desaster.

Zudem nahm Trump die Entwicklungskosten des Kampfflugzeuges F-35 unter Beschuss. Die Aktien des Herstellers Lockheed Martin (LMT 267.42 -0.77%) gaben daraufhin 1,2% nach.

Pharmatitel fallen deutlich

Und er kritisierte die US-Pharmaindustrie, die in den USA viel zu hohe Preise verlange. Zudem stellten sie ihre Produkte nicht in den USA her. Pharma- und Biotechaktien wie Pfizer (PFE 34 -0.85%), Amgen (AMGN 165.74 -0.18%) und Biogen (BIIB 274.82 -0.21%) verloren nach den Aussagen deutlich.

Auch die Schweizer Branchenwerte Novartis (NOVN 73.75 -0.54%), Roche (ROG 252.9 0.12%) und Actelion (ATLN 274.3 -0.04%) verloren kurz vor Handelsschluss in Zürich noch deutlich.

Trump bekräftigte sein Vorhaben, die von seinem Vorgänger Barack Obama eingeführte allgemeine Krankenversicherung («Affordable Care Act») abschaffen zu wollen. Obamacare werde mit einem anderen System ersetzt.

Nicht vom Tisch ist auch die Mauer an der Grenze zu Mexiko. Er werde umgehend mit dem Bau einer Mauer an der mexikanischen Grenze beginnen. Er wolle damit nicht ein Jahr oder eineinhalb Jahre warten. Mexiko werde die Kosten entweder mit einer Steuer oder einer direkten Zahlung übernehmen. Der iShares-ETF auf mexikanische Aktien fällt 1,7 % und notiert mit 41.23 $ auf dem niedrigsten Stand sei fast siebeneinhalb Jahren.

Interessenskonflikte vermeiden

Was seine eigenen Unternehmen angehe, wolle er Interessenskonflikte verhindern, versprach Trump. Die Geschäfte übertrage er daher seinen Söhnen. Sie sollten darüber «ganz und gar» die Kontrolle haben.

 

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