Unternehmen / Schweiz 07:38 - 17.02.2017

Was das KGV dem Anleger verrät

Die Bewertung von Aktien ist nicht trivial. «Finanz und Wirtschaft» stellt die wichtigsten Werkzeuge in einer vierteiligen Serie vor.
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Aktie
Wertpapier , das einen Anteil am Kapital einer Aktiengesellschaft verkörpert. Es sichert dem Eigentümer Mitgliedschaftsrechte (Stimm- und Wahlrecht an der Generalversammlung) und Vermögensrechte (Recht auf Anteil am Gewinn, Beteiligungsquote bei Kapitalerhöhungen oder am Liquidationsergebnis) zu.
Aufschwung
Wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung, Hochkonjunktur. Gegenteil: Rezession .
Buchwert
1. Wert, zu dem ein Aktivposten in der Bilanz aufgeführt ist (Bilanzwert). Falls der Buchwert kleiner ist als der effektiv mit einem Verkauf erzielbare Wert, entspricht die Differenz einer stillen Reserve . 2. Wert, der sich aus der Teilung des ausgewiesenen Eigenkapitals durch die Anzahl ausstehender Aktien ergibt.
Dividende
Der von einer Aktiengesellschaft je Aktie ausgezahlte Gewinnanteil. Die Dividende wird durch die Generalversammlung auf Antrag des Verwaltungsrats festgesetzt. Als Dividende werden auch die Auszahlungen an die Inhaber von Genuss- und Partizipationsscheinen bezeichnet.
Dividendenrendite
In Prozenten ausgedrückter Ertrag einer Aktienanlage: Die Dividendenrendite stellt die in einem Jahr ausgeschüttete Dividende in Prozenten des Kurses dar. In der Praxis ist die erwartete Dividendenrendite als Auswahlkriterium relevant, sie ist jedoch nicht gesichert.
Ebit
Ebit (Earnings before Interest and Taxes): Gewinn vor Zinsen und Steuern. Ebita: Ebit vor Goodwillabschreibung. Ebitda (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization): Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen. Diese drei Varianten des Betriebsergebnisses zeigen die operative Ertragskraft besser auf als der publizierte Nettogewinn. Dieser kann ohne betriebliche Ursachen je nach Rechnungslegungsstandard , Beitrag des Finanzergebnisses (Zinsen in obigen Definitionen) und Steuerbelastung stark variieren. Nicht weitergeführte Aktivitäten werden meist aus dem betrieblichen Ergebnis herausgerechnet und fliessen als Ergebnis aufgegebener Tätigkeiten in das Nettoergebnis ein. Anderseits werden ausserordentliche Aufwendungen für Restrukturierungen oder Wertberichtigungen berücksichtigt, sofern sie betrieblich bedingt sind.
Ebitda
Ebit (Earnings before Interest and Taxes): Gewinn vor Zinsen und Steuern. Ebita: Ebit vor Goodwillabschreibung. Ebitda (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization): Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen. Diese drei Varianten des Betriebsergebnisses zeigen die operative Ertragskraft besser auf als der publizierte Nettogewinn. Dieser kann ohne betriebliche Ursachen je nach Rechnungslegungsstandard , Beitrag des Finanzergebnisses (Zinsen in obigen Definitionen) und Steuerbelastung stark variieren. Nicht weitergeführte Aktivitäten werden meist aus dem betrieblichen Ergebnis herausgerechnet und fliessen als Ergebnis aufgegebener Tätigkeiten in das Nettoergebnis ein. Anderseits werden ausserordentliche Aufwendungen für Restrukturierungen oder Wertberichtigungen berücksichtigt, sofern sie betrieblich bedingt sind.
GV
Oberstes Organ einer AG. Neben der ordentlichen jährlichen Versammlung der Aktionäre können auch ausserordentliche GV einberufen werden.
KGV
Aktienkurs im Verhältnis zum erwirtschafteten oder erwarteten Gewinn pro dividendenberechtigte Aktie . Die Kennzahl zur Aktienbewertung gibt an, wie viel Mal der Gewinn pro Aktie im Aktienkurs enthalten ist. Anhand des KGV können verschiedene Titel innerhalb einer Branche verglichen werden.
Kurs
Börsen- oder Marktpreis von Wertpapieren , Devisen , Münzen oder Waren. Der Kurs schwankt je nach Angebot und Nachfrage.
Kurs-Buchwert-Verhältnis
Kennzahl der Aktienbewertung , die sich aus dem Aktienkurs im Verhältnis zum Eigenkapital je dividendenberechtigte Aktie berechnet.
Kurs-Gewinn-Verhältnis
Aktienkurs im Verhältnis zum erwirtschafteten oder erwarteten Gewinn pro dividendenberechtigte Aktie . Die Kennzahl zur Aktienbewertung gibt an, wie viel Mal der Gewinn pro Aktie im Aktienkurs enthalten ist. Anhand des KGV können verschiedene Titel innerhalb einer Branche verglichen werden.
Obligation
Als Wertpapier ausgestalteter und somit handelbarer Bruchteil (Stückelung ) einer Anleihe .
Real
1. Gibt den inflationsbereinigten Wert an. Gegenteil: nominal. 2. Name der brasilianischen Währung.
Research
Systematische Wertpapierbeurteilung als Grundlage für die Anlagepolitik. Sie gliedert sich in die Fundamentalanalyse und die technische Analyse .
SLI
Umfasst dreissig Werte, von denen die vier gewichtigsten mit 9% gekappt werden. Alle übrigen Mitglieder werden auf 4,5% begrenzt. Ausser den zwanzig Werten des SMI gehören die zehn grössten Titel des SMIM dazu. Der SLI wird als Preisindex und als Performanceindex berechnet.
Swiss Leader Index
Umfasst dreissig Werte, von denen die vier gewichtigsten mit 9% gekappt werden. Alle übrigen Mitglieder werden auf 4,5% begrenzt. Ausser den zwanzig Werten des SMI gehören die zehn grössten Titel des SMIM dazu. Der SLI wird als Preisindex und als Performanceindex berechnet.
Unternehmenswert
Wird berechnet, indem zum Börsenwert die Nettoverschuldung addiert bzw. die Netto-Cash-Position davon subtrahiert wird, und ist vor allem bei Unternehmensübernahmen von Bedeutung.

Die Bewertung von Aktien ist keine leichte Aufgabe. Die richtigen Werkzeuge können jedoch helfen, einen Weg im Dschungel zu finden. «Finanz und Wirtschaft» stellt in einer vierteiligen Serie die gängigsten Bewertungskennzahlen vor und wendet sie beispielhaft auf verschiedene Titel des Swiss Leader Index (SLI) an. Der erste Teil beleuchtet das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Die Kennzahl setzt den Aktienkurs in Relation zum Gewinn je Aktie. Die weiteren Folgen behandeln das Verhältnis von Unternehmenswert zu Ebitda, das Kurs-Buchwert-Verhältnis und die Dividendenrendite.

«Das KGV ist eine gute Möglichkeit, um einen ersten Blick auf die Bewertung einer Aktie zu erhalten», sagt Michel Habib, Professor am Institut für Banking und Finance der Universität Zürich. Es sagt  aus, wievielmal der Anleger den Gewinn je Titel zahlen muss. Je tiefer das KGV, desto billiger eine Aktie? Nein, so einfach ist es in der Realität nicht. Habib warnt: «Ein niedriges KGV bedeutet noch lange keine Kaufgelegenheit.»

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