Märkte / Makro 18:26 - 17.02.2017

Zinsgeflüster aus dem Fed

In den USA zieht die Inflation an. Die Notenbank könnte die Zinsen daher früher straffen als erwartet.
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zum Stichwort
Arbeitslosenquote
Prozentualer Anteil der arbeitswilligen Personen ohne Stelle, gemessen als Verhältnis zwischen den Arbeitslosen und der Erwerbsbevölkerung.
Börse
Regelmässig stattfindender, nach feststehenden Usanzen organisierter Markt. Je nach den gehandelten Gütern spricht man z. B. von Wertpapier-, Effekten-, Devisen-, Warenbörsen oder Börsen für derivative Instrumente (Terminbörsen ).
Deflation
Breit angelegter Rückgang des Preisniveaus in einer Volkswirtschaft , nicht nur in einzelnen Branchen (z. B. Informatik). In der Regel geht sie mit einer Rezession einher, weil es sich lohnt, Geld zu horten, statt zu investieren und zu konsumieren, da Güter und Dienstleitungen laufend günstiger werden und der Realzins unattraktiv hoch ist.
Deregulierung
Abbau wettbewerbshemmender staatlicher Vorschriften, speziell an den Finanzmärkten (Liberalisierung).
Fed
US-Zentralbanksystem, dem die zwölf Federal Reserve Banks angeschlossen sind. An der Spitze steht das Direktorium (Board) in Washington, das auch die Mehrheit im Offenmarktausschuss stellt, in dem über die Geldpolitik entschieden wird.
Geldpolitik
Massnahmen, mit denen die Zentralbanken die Zinsen am Geldmarkt (Leitzinsen ) und damit die Geldversorgung eines Landes oder Währungsraums steuern. Die meisten Zentralbanken, so auch die Schweizerische Nationalbank , sind bestrebt, die Preise stabil zu halten (vgl. Inflation , Deflation ) und der Wirtschaft Wachstum zu ermöglichen (vgl. quantitative Lockerung ).
Inflation
Preisanstieg bzw. Geldentwertung. Die Veränderung wird als Inflationsrate angegeben. Veranlasst Notenbanken oft zu einer restriktiven Geldpolitik (hohe Leitzinsen), was Aktien und Obligationen belastet. Gegenteil: Disinflation , Deflation .
Kerninflation
Um vorübergehende Verzerrungen bereinigte Rate, die eine akkuratere Aussage über den Inflationstrend zulässt als die Gesamtinflation. Die Schweizerische Nationalbank publiziert eine Trimmed-Mean-Rate, bei der die Güter mit den stärksten Preisschwankungen nach oben und unten aus dem Landesindex der Konsumentenpreise ausgeschlossen werden. Das Bundesamt für Statistik veröffentlicht die Kernrate 1 (Konsumentenpreise ohne Nahrung, Getränke, Tabak, Saisonprodukte, Energie und Treibstoff) und 2 (Kernrate 1 ohne Produkte mit administrierten Preisen).
Konjunktur
Oft synonym verwendet für die Lage der Gesamtwirtschaft. Die Forschung betont den zyklischen Verlauf des Wirtschaftswachstums (Aufschwung , Hochkonjunktur, Abschwung, Rezession , Depression). Im Englischen wird deshalb auch von Business Cycle gesprochen.
Konsumentenpreise
Entwicklung der Preise der für den Alltag der Privathaushalte wichtigsten Waren und Dienstleistungen, von Benzin über Wohnungsmieten bis zum Kinoticket (aber ohne Krankenversicherungsprämien), monatlich erfasst im Landesindex der Konsumentenpreise. Zielgrösse der Definition von Preisstabilität der SNB .
Notenbank
Volkswirtschaftliche Institution, die für die Versorgung der Volkswirtschaft mit Geld zuständig ist. Gleichzeitig soll sie Geldwertstabilität und je nach Statut Vollbeschäftigung sowie angemessenes Wirtschaftswachstum herstellen. In der Schweiz ist dies die SNB .
Preisstabilität
Strategisches Ziel jeder Notenbank , wobei stabile Preise nicht mit 0% Inflation gleichgesetzt werden. Die SNB definiert Preisstabilität als eine Jahresteuerung der Konsumentenpreise von 0 bis 2%.
Research
Systematische Wertpapierbeurteilung als Grundlage für die Anlagepolitik. Sie gliedert sich in die Fundamentalanalyse und die technische Analyse .
Spekulation
Tätigkeit, die darauf ausgerichtet ist, aus einer erwarteten Marktveränderung Nutzen zu ziehen. Im engeren Sinne umfasst die Spekulation Geschäfte, bei denen hohe Gewinn- und Verlustrisiken eingegangen werden.
Terminbörsen
Marktplätze, an denen Futures und Optionen gehandelt werden. Zu den bekanntesten zählen: Chicago Board of Trade (CBOT) und Chicago Mercantile Exchange (CME) – beide gehören zur CME Group –, Eurex (Tochter der Deutschen Börse und der SIX ), London International Financial Futures and Options Exchange (Liffe, Tochter von Nyse Euronext), Chicago Board of Options (CBOE), International Securities Exchange (ISE) – Tochter der Eurex –, New York Mercantile Exchange (Nymex), Intercontinental Exchange (ICE) und New York Board of Trade (Nybot), Tochter der ICE.

Es könnte eine der grossen Überraschungen des Jahres werden: Bisher hat das Federal Reserve zur Normalisierung der Geldpolitik ein gemächliches Tempo angeschlagen. An den Finanzmärkten nehmen nun jedoch die Spekulationen zu, dass die amerikanische Notenbank die Kadenz erhöhen wird. Die kommende Zinssitzung der Währungshüter in knapp vier Wochen dürfte damit um einiges spannender werden, als es noch vor wenigen Tagen aussah.

«Die Wirtschaft hat weitere Fortschritte hin zu unseren Zielen von Vollbeschäftigung und Preisstabilität gemacht», sagte Notenbankchefin Janet Yellen diese Woche vor dem US-Kongress. Seit dem Tiefpunkt von Anfang 2010 habe der Arbeitsmarkt annähernd 16 Mio. Jobs geschaffen, und die Arbeitslosenquote habe sich auf weniger als 5% halbiert, führte Yellen während ihrer halbjährlichen Anhörung aus. Eine Erhöhung des Leitzinses sei deshalb «an einem unserer nächsten Treffen wahrscheinlich angebracht».

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