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Erklärungen zum FuW-Rating

FuW-Rating allgemein

Die Anlageeignung einer Aktie, eines Partizipations- oder Genussscheins hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Losgelöst von den Zielen eines Anlegers kann ein Wertpapier kaum beurteilt werden. Es ist beispielsweise wesentlich, welchen Stellenwert ein Investor der Sicherheit einer Geldanlage einräumt, welche Renditevorstellungen er hat, ob er eine Portefeuillebeimischung oder einen Titel mit einem liquiden Markt sucht und dergleichen mehr. Es gibt allerdings auch Kriterien, die allgemeingültiger Natur sind. Ihnen trägt das Rating der Redaktion der «Finanz und Wirtschaft» Rechnung.


Das FuW-Rating betrifft ausschliesslich die Dividendenpapiere einer Gesellschaft. Es sagt nichts aus über die Güte von Obligationen und auch nicht über die Bonität des betreffenden Unternehmens. Ein Redaktionsausschuss der «Finanz und Wirtschaft» hat die Gesellschaften nach drei Kriterien untersucht: Wachstum, Aktionärsfreundlichkeit und Transparenz. Jedes Kriterium weist drei «Güteklassen» auf: gut, mittelmässig, unterdurchschnittlich. Diese Güteklassen werden mit den Buchstaben A, B und C bezeichnet. Eine Gesellschaft mit dem Rating AAA weist demnach überdurchschnittliche Zuwachsraten in Cashflow, (Betriebs-)Gewinn sowie Eigenkapital pro Titeleinheit auf, behandelt die Aktionäre in jeder Lage als Partner und legt eine vorbildlich transparente Rechnung auf. Die Bezeichnung * bedeutet, dass kein Rating möglich oder sinnvoll ist, weil beispielsweise Erfahrungswerte fehlen.


Das FuW-Rating enthält somit — das eine Eigenheit — dynamische Elemente. Während im Allgemeinen Aktien-Ratings anhand statischer Bewertungskriterien gewonnen werden, fliessen in das FuW-Rating die Entwicklungstendenzen von Transparenz, der Qualität der Investor Relations und der Wachstumskontinuität resp. Ertragsvorhersehbarkeit ein.


Die Ratings der «Finanz und Wirtschaft» werden laufend überprüft. Dabei wird auch den internationalen Standards und Trends Rechnung getragen. Die Kriterien können deshalb modifiziert werden.

FuW-Rating Wachstum


Das Wachstum einer Gesellschaft wird vor allem historisch beurteilt, wobei die Entwicklung von Cashflow, operativem Gewinn, Gewinn und Eigenkapital pro Aktie, PS oder GS im Zentrum steht. Die Kriterien im Einzelnen:

  • Wachstum Cashflow, Betriebsgewinn und Gewinn je Titel der letzten vier Geschäftsjahre
  • Wachstum Eigenkapital je Titel der letzten vier Geschäftsjahre
  • Geschätzte Ertragsentwicklung des laufenden und des folgenden Geschäftsjahres
  • Langfristige Wachstumsperspektiven (Innovationskraft, Produktnachschub, Positionierung in Märkten)
  • Kontinuität und Berechenbarkeit des Wachstums
  • Internes (reales) Wachstum
  • Finanzierung des Wachstums
  • Häufigkeit von «Einmal»- und/oder Sonderabschreibungen resp. -kosten (die «Altlasten» beseitigen und das künftige Wachstum begünstigen)
  • Wachstum in konjunkturell schwierigen Zeiten

FuW-Rating Investor Relations


Für ein gutes Rating in der Kategorie Investor Relations (Aktionärsbeziehungen) sind folgende Kriterien entscheidend, die sowohl strukturelle als auch informationspolitische Aspekte abdecken:

  • Ertragsorientierte Ausschüttungspolitik (Formulierung Dividendenpolitik, Nennwertrückzahlungen)
  • Optimierung der Eigenmittelausstattung (Aktienrückkäufe)
  • Kapital- und Stimmenstruktur (keine Stimmrechtsaktien, Einheitsaktie zur Verbesserung der Börsenliquidität)
  • Pflege des Anlegerpublikums (regelmässige, aussagekräftige Berichterstattung unter Ausschöpfung der informationspolitischen Möglichkeiten)
  • Regelmässige Unternehmenspräsentationen vor Finanzanalysten und -journalisten zwecks Pflege des Kontakts zum Investor
  • Gleichbehandlung der Aktionäre in Bezug auf die Information
  • Keine Quiet Period (wird weder vom Gesetz noch von der Börse verlangt)
  • Vinkulierungsbestimmungen, Stimmrechtsbeschränkungen (möglichst keine)
  • Kapitalmarkttransaktionen (aktionärsfreundliche Konditionen, Vorwegzeichnungsrecht, Aktiensplits)
  • Auftritt im Bereich Investor Relations in der Öffentlichkeit (u. a. benutzerfreundlicher und die Bedürfnisse des Investors abdeckender Auftritt im Internet)
  • Richtlinien zu Corporate Governance und ihrer Einhaltung

FuW-Rating Transparenz



Ausser der Publikation eines detaillierten, aussagekräftigen Geschäftsberichts ist eine Reihe weiterer Faktoren für die Beurteilung der Transparenz massgebend. Folgende Aspekte sind für die Festlegung des Transparenzratings relevant:

  • Konsolidierte Rechnungslegung nach international anerkanntem Standard (Prinzip des «true and fair»), die internationale Quervergleiche gestattet
  • Kontinuität der Rechnungslegung, damit die Vergleichbarkeit gewährleistet ist
  • Angaben über Abweichungen von internationalen Rechnungslegungsnormen
  • Klar formulierte Unternehmensstrategie und transparente Unternehmensstruktur
  • Verlässlichkeit der im Vorwort des Geschäftsberichts enthaltenen zentralen Aussagen des VR-Präsidenten und/oder Delegierten resp. Konzernchefs
  • Aufschlüsselung von Umsatz und Betriebsgewinn nach Sparten, Regionen und/oder Tochtergesellschaften
  • Aussagekraft und Detaillierungsgrad des Zwischenabschlusses
  • Qualität und Realitätsnähe von Ertragsprognosen sowie Informationen betreffend Geschäftsgang und Neuentwicklungen, wichtige Produkte
  • Handhabung der Ad-hoc-Publizitätsvorschriften
  • Angaben über Entschädigung und Aktienbesitz von VR und Management, Stock-Options-Programme (u. a. Gewinnverwässerungseffekt, Möglichkeit einer nachträglichen Änderung der Konditionen wie Laufzeit, Ausübungspreis usw.). Abgangsentschädigungen, Pensionskassenvereinbarungen von KL-Mitgliedern, «goldene Fallschirme», Auflistung von Grossaktionären und Zusammensetzung des Aktionariats
  • Vorstellung und Begründung von zur Wahl vorgeschlagenen Verwaltungsräten (auch im Falle einer Wiederwahl)
  • Auskunftsbereitschaft des Managements im Falle von Anfragen durch die Wirtschaftspresse
  • Kompetenz und Erreichbarkeit der designierten Auskunftsstelle
  • Berechenbarkeit der unternehmerischen Entwicklung und der künftigen Ertragslage, gestützt u. a. auf die Bereitschaft des Managements, zukunftsgerichtete quantitative und qualitative Einschätzungen vorzunehmen.