Das Wichtigste zum Börsenstart 07:35 - 08.12.16

Der FuW-Morgen-Report

Morgen-Report abonnieren

  

Overnight

USA

Die amerikanischen Aktienmärkte haben am Mittwoch ihren Rekordkurs fortgesetzt. Der Dow Jones Industrial schloss nach einem relativ schwachen Auftakt 1,6% im Plus bei 19’549,62. Der marktbreite S&P 500 kletterte derweil 1,3% auf 2241,35. Beide Indizes schlossen damit auf neuen historischen Bestmarken. Der technologielastige Nasdaq Composite verbesserte sich 1,1% auf 5393,76.

Bei den Einzeltiteln stachen unter anderem die Aktien des Industriegaskonzerns Praxair hervor, die 2,7% zulegen konnten. Der deutsche Konkurrent Linde hatte bekanntgegeben, die Fusionsgespräche erneut aufnehmen zu wollen. Pharmawerte wie Merck oder Pfizer gerieten dagegen unter Druck: In einem Interview hatte der designierte US-Präsident Donald Trump erklärt, die Medikamentenpreise tendenziell senken zu wollen.

Asien

Die Rekordjagd an Wallstreet hat auch den Börsen in Asien am Donnerstag Auftrieb verliehen. Die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer heutigen Sitzung zur Stützung der Konjunktur in der Eurozone ihr Anleihenkaufprogramm verlängern wird, half den Kursen ebenfalls.

In Tokio legte der Leitindex Nikkei 225 1,4% zu. Der breiter gefasste Topix gewann ebenfalls 1,4%. Schwächere japanische Konjunkturdaten nahmen die Anleger unbeeindruckt hin.

Auch an den anderen Fernostmärkten überwog der Optimismus. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans avancierte 1,2%. Der südkoreanische Leitindex Kospi kletterte 1,4%.

Einzig die chinesischen Festlandbörsen traten auf der Stelle. So tendierten sowohl der Shanghai Composite als auch der Shenzhen Composite seitwärts.

News Vorbörse Schweiz

Glencore: Der Rohstoffkonzern Glencore (GLEN 303.95 2.58%) und Katar wollen sich am staatlichen russischen Ölförderer Rosneft (ROSN 5.915 6.77%) beteiligen. Für einen Anteil von 19,5% sollen die beiden Partner 10,5 Mrd. € zahlen. Zuvor seien mit mehr als dreissig potenziellen Käufern Gespräche geführt worden. Für Russland ist es bislang das grösste Privatisierungsgeschäft. Glencore hofft, den Deal bis Mitte Dezember abschliessen zu können.

EFG: Die Privatbank EFG (EFGN 6.43 4.05%) erwartet für die Integration aller BSI-Einheiten Kosten von rund 250 Mio. Fr. Zuvor war von 200 Mio. Fr. ausgegangen worden. Dabei sollen von 2017 bis 2019 pro Jahr zwischen 100 und 150 Stellen bei EFG und BSI abgebaut werden. Zwei Drittel der Stellen sollen in der Schweiz wegfallen. Die Integration soll bis zum dritten Quartal 2017 abgeschlossen sein. EFG erhofft sich aus der Übernahme von BSI bis 2019 Synergien in Höhe von 240 Mio. Fr. Das Geschäft soll sich ab 2018 positiv auf den Gewinn auswirken. Die Mittelfristziele werden bestätigt.

Varia: Die Immobiliengesellschaft Varia US Properties hat die Publikumsöffnung abgeschlossen. Sie gibt heute das Börsendebüt an der SIX Swiss Exchange. Insgesamt werden knapp 3,1 Mio. Aktien zu 35 Fr. ausgegeben. Bestehende Aktionäre haben bereits 1,65 Mio. Titel gezeichnet. Bei vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption von bis zu 464’562 Aktien würden insgesamt 3’561’636 neue Namenaktien emittiert. Dies würde einem Platzierungsvolumen von 124,7 Mio. Fr. und einer Marktkapitalisierung von 233,1 Mio. Fr. entsprechen. Der Free Float werde bei vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption rund 40% erreichen. Die Aktien werden unter dem Tickersymbol VARN gehandelt.

Roche: Der Pharmakonzern Roche (ROG 220.4 -0.36%) erhält die EU-Zulassung für das Leukämiemedikament Venclyxto zur Behandlung von Patienten mit chronisch lymphatischer Leukämie (CLL). Venclyxto ist in den USA bereits zugelassen und wird dort unter dem Namen Venclexta vermarktet. Venclexta hatte bereits im April von der US-Behörde FDA grünes Licht zur Behandlung von CLL erhalten. Venclyxto wurde von Roche zusammen mit AbbVie entwickelt und von beiden Konzernen gemeinsam kommerzialisiert.

Oerlikon: Der Technologiekonzern OC Oerlikon (OERL 9.62 0.1%) hat einen neuen Kreditvertrag über 600 Mio. Fr. abgeschlossen. Die unbesicherte Kreditfazilität besteht aus einem revolvierenden Kredit und einer Garantiefazilität mit einer Laufzeit von fünf Jahren sowie zwei Verlängerungsoptionen für jeweils ein Jahr. Die Kreditlinie dürfte die Finanzierungskosten um jährlich rund 0,5 Mio. Fr. senken.

DKSH: Der Marktdienstleister DKSH (DKSH 68.95 -1.64%) hat einen Auftrag vom kroatischen Hersteller von Gesundheitsprodukten Jadran-Galenski Laboratorij (JGL) erhalten. DKSH soll für JGL den Nasenspray Aquamaris in Malaysia, Singapur und Thailand vertreiben und vermarkten. Zudem ist das Unternehmen vom US-Pharmakonzern Abbott beauftragt worden, dessen Geschäft mit Nahrungsmittelprodukten in Macau auszubauen. DKSH werde dort für Abbott die Marketing- und Verkaufsaktivitäten in Apotheken, Drogerien und im Grosshandelskanal übernehmen. Weitere Details zu beiden Aufträgen wurden nicht bekannt.

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

SMI-Markttechnik: Erstes Kaufsignal

smi-1 (2)

Der Swiss Market Index befindet sich noch immer unterhalb der mittelfristig entscheidenden Einstiegszone. Doch die neueste Kursentwicklung macht Hoffnung auf einen Trendwechsel. Lesen Sie hier mehr.»

Ausblick Zinsen und Devisen

Es bleibt dabei: Europa und die USA steuern auch künftig einen unterschiedlichen Kurs, nicht nur politisch, sondern vor allem geldpolitisch. Während die Europäische Zentralbank (EZB) und im Schlepptau notgedrungen auch die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 1782 1.08%)) expansiv bleiben, ist nunmehr so gut wie sicher, dass die US-Notenbank (Fed) Mitte Dezember die Leitzinsen weiter anhebt.

Um vorauszusagen, was der EZB-Rat an seiner heutigen Sitzung beschliessen wird, braucht es keine Kristallkugel. Es genügt ein Blick auf die mittlerweile zum Standard avancierten «einleitenden Bemerkungen», mit denen EZB-Chef Mario Draghi seine Pressekonferenzen im Anschluss an die Ratssitzungen zu garnieren pflegt: «Was die geldpolitischen Sondermassnahmen betrifft, so bestätigen wir, dass die monatlichen Ankäufe von Vermögenswerten im Umfang von 80 Mrd. € bis Ende März 2017 oder erforderlichenfalls darüber hinaus und in jedem Fall so lange erfolgen sollen, bis der EZB-Rat eine nachhaltige Korrektur der Inflationsentwicklung erkennt, die mit seinem Inflationsziel im Einklang steht.»

Die Botschaft ist klar: Es wird so lange gelockert, bis die Inflation «nachhaltig» nach oben in Richtung der Zielvorgabe von knapp 2% gestiegen ist. Das wird noch eine ganze Weile dauern. In der Eurozone ist die Jahres-«Teuerung» in den vergangenen Monaten von –0,2% auf gerade einmal 0,6% gestiegen. Dabei kommt die Kerninflation (ohne Preise für Nahrungsmittel und Energie) seit acht Monaten nicht vom Fleck und klebt in der Spanne von 0,7 bis 0,9% Jahresrate.

So gesehen läuft alles auf eine Verlängerung des EZB-Ankaufprogramms hinaus, bis schätzungsweise September oder Jahresende 2017. Das Monatsvolumen allerdings dürfte Draghi allein schon wegen der Angebotsknappheit unverändert lassen.

Dagegen stehen in den USA die Zeichen auf Straffung – im Einklang mit der allgemeinen Stimmung und den Fundamentaldaten. Die eingepreiste weitere Zinsanhebung des Fed um 25 Basispunkte sollte demnach keine Marktstörungen auslösen. Viel aufschlussreicher dürften dagegen die Zusatzinformationen wie Konjunkturausblick und Inflationserwartungen sein, mit denen Fed-Chefin Janet Yellen die Zinsentscheidung garnieren wird.

Die Schwyzer Kantonalbank fasst zusammen, was der Markt nahezu einstimmig erwartet: In den USA werde das Fed den Leitzins am 14. Dezember um 25 Basispunkte erhöhen. «Alles andere wäre eine grosse Überraschung. Die implizierte Markterwartung für diesen Schritt liegt bei 100%.»