Das Wichtigste zum Börsenstart 07:38 - 20.01.17

Der FuW-Morgen-Report

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Overnight

USA

Die anhaltende Euphorie am US-Aktienmarkt ist verschwunden. Anleger zeigten sich am Donnerstag unsicher, ob Donald Trump, der neue Präsident, die hochgesteckten Erwartungen erfüllen kann. Gute US-Konjunkturdaten fanden kaum Beachtung. Der Dow Jones Industrial fiel 0,37% auf 19’732,4. Die bisher unerreichten 20’000 sind noch weiter in die Ferne gerückt. Kurzzeitig war der US-Leitindex sogar unter 19’700 abgerutscht, angeblich wegen einer «grossen Verkaufsorder».

Der S&P 500 gab 0,36% auf 2263,69 ab. Der Nasdaq 100 erreichte früh einen Rekordstand bei 5078, schloss aber etwas leichter (–0,09%) bei 5051,17. Im Bankensektor (–0,6%) setzten sich die Gewinnmitnahmen fort. Ähnlich wie am Gesamtmarkt stellten Investoren auch hier die jüngsten Spekulationen auf verbesserte Bedingungen unter Trump in Frage. Goldman Sachs verloren über 1%.

Eine Verkaufsempfehlung von UBS (UBSG 16.69 -0.48%) drückte die Titel des Ölkonzerns ExxonMobil fast 2% ins Minus. Die Aktien der Handelskette Target (–2%) setzten ihren Kursrutsch vom Vortag fort. Unter den Nebenwerten überzeugte der Online-Videodienst Netflix (+4%) mit guten Geschäftszahlen und einem Abonnentenzuwachs. Die noch am Vortag von schwachen Zahlen belasteten Aktien der CSX Corporation schossen um mehr als 23% in die Höhe. Händler verwiesen auf eine mögliche Neuausrichtung des Managements.

Asien

Die asiatischen Börsen zeigen sich am Freitag uneinheitlich. Überwiegend freundlich ist die Tendenz in Japan (Nikkei 225 +0,3%, Topix +0,35%), China (CSI 300 +0,7%, Shanghai Composite +0,6%) sowie Taiwan (Taiex  +0,14%). In China ist das BIP im vierten Quartal 2016 besser ausgefallen als erwartet. Der Hang Seng in Hongkong liegt dagegen 0,4% im Minus. Leichter notieren auch die Börsen in Australien (S&P/ASX 200 –0,66%) und Südkorea (Kospi –0,2%).

News Vorbörse Schweiz

Dätwyler: Der Mischkonzern Dätwyler (DAE 145.7 -1.62%) hat 2016 organisch einen 1,4% höheren Umsatz von 1,2 Mrd. Fr. erzielt und damit die Erwartungen nicht erfüllt. Eine Prognose zu den Gewinnzahlen gibt er keine ab. Sie werden am 7. Februar veröffentlicht. (Lesen Sie hier mehr.)

BB Biotech: Die Biotech-Beteiligungsgesellschaft hat 2016 wegen des negativen Umfelds für Biotech-Aktien voraussichtlich einen Verlust von 802 Mio. Fr. erzielt (Vorjahr Gewinn von 653 Mio. Fr.). Die Dividende senkt BB Biotech (BION 53.95 0.75%) 5,1% auf 2.75 Fr. je Titel. (Lesen Sie hier mehr.)

Zurich Insurance: Der Versicherer will in Grossbritannien 240 Stellen abbauen. Das betrifft vor allem den Innendienst. Mit der Massnahme will sich Zurich Insurance (ZURN 277.7 0.51%) in einem wettbewerbsintensiven Umfeld behaupten. (Lesen Sie hier mehr.)

LafargeHolcim: Französische Behörden ermitteln gegen den Zementkonzern wegen Aktivitäten in Syrien. Dabei geht es um eine Fabrik von LafargeHolcim (LHN 51.05 -0.1%), die vor der Fusion mit Holcim trotz des europäischen Embargos betrieben wurde. LafargeHolcim untersucht den Fall bereits intern. (Lesen Sie hier mehr.)

Bell: Die Tochter Hilcona übernimmt die Partnerin Frostag aus Landquart. Die auf die Herstellung von Teigwaren und vegetarischen Produkten spezialisierte Gesellschaft erzielt einen Umsatz von mehr als 10 Mio. Fr. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Bell (BELN 418.75 0.12%) will Frostag als eigenständiges Unternehmen weiterführen.

Energiedienst: Der Stromvertreiber hat 2016 einen Betriebsgewinn von 45 Mio. € erzielt und damit die eigenen Erwartungen rund 12% überschritten. Allerdings erzielte Energiedienst (EDHN 25.7 2.59%) Holding 2015 auch einen 11% höheren Ebit von 50 Mio. €.

CFT: Der Finanzbroker verbuchte einen Umsatzrückgang von 1,4% auf 803,4 Mio. Fr. Um Sondereffekte bereinigt, verdiente CFT (CFT 81.15 2.01%) ungefähr gleich viel wie im Vorjahr. Anders als in den Vorjahren verzichtet das Management auf eine Prognose für die Gewinnzahlen. Sie werden am 10. März veröffentlicht.

SFS: Der Metallverarbeiter SFS (SFSN 86.65 0.52%) will bis Mitte 2018 rund 36 Mio. Fr. in der Schweiz investieren und damit die Wettbewerbsfähigkeit stärken.

 

Vorbörsenkurse von Julius Bär

Hier erscheinen jeden Montag bis Freitag von 08:00 bis 09:00 Uhr die Vorbörsenkurse von Julius Bär.

SMI-Markttechnik: Neue Schwächesignale

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Das Kaufinteresse an der aktuellen markttechnischen Unterstützung fiel bisher nur unterdurchschnittlich aus. Dies stimmt kurzfristig weiter pessimistisch. Lesen Sie hier mehr dazu.

Ausblick Unternehmen

Die Berichtssaison nimmt in der Schweiz in der kommenden Woche Fahrt auf. Erste grosse Unternehmen werden berichten. Dazu zählen SGS (SGSN 2094 0.19%) (am Montag), Novartis (NOVN 70.9 -0.28%) (am Mittwoch) und UBS (UBSG 16.69 -0.48%) (am Freitag).

Bei SGS hat CEO Frankie Ng wie sein Vorgänger Mühe, die Ziele zu erfüllen. Ursprünglich sollte der Warenprüfkonzern 2016 ein organisches Wachstum von 2,5 bis 3,5% erreichen, Ende Oktober sah Ng noch das untere Ende der Bandbreite als erreichbar an – manche Analysten halten allerdings auch das für zu optimistisch.

Bei Novartis rechnen Analysten mit einem Umsatzrückgang von etwa 2% auf 48,5 Mrd. $, der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie dürfte 6% auf 4.70 $ schrumpfen. Der Grund für die Schwäche: zu spät lancierte Wachstumsprodukte, um den Ablauf des Patents beim Milliarden-Krebsmedikament Glivec zu kompensieren, und operative sowie strategische Probleme bei der Augenheilsparte Alcon.

An die UBS sind die Erwartungen zuletzt gestiegen, weil die US-Institute im vierten Quartal von der «Trump-Rally» profitiert haben. Allerdings konnten die guten Zahlen dem jeweiligen Aktienkurs keinen Auftrieb mehr verleihen, zu viel Positives war vorweggenommen. Das könnte auch den UBS-Valoren blühen. Gemäss Bloomberg schätzen Analysten im Schnitt den Gewinn je Aktie für 2016 auf rund 1.20 Fr.

Darüber hinaus bringt am Montag Interroll vorläufige Ergebnisse.

Huber+Suhner sowie Tornos informieren am Dienstag über Umsatz und Auftragseingang des abgelaufenen Jahres. Die Zuger KB hält die Bilanzmedienkonferenz ab.

Zur Wochenmitte informiert Lonza über die Bilanz des vergangenen Jahres und Logitech über das dritte Quartal (per Ende Dezember) des laufenden Geschäftsjahres. Ausserdem stehen Barry Callebaut mit Umsatz/Volumen zum ersten Quartal 2016/17 und Titlis-Bahnen mit dem Ergebnis 2015/16 auf der Agenda.

Am Donnerstag hält die Berner KB die Bilanzmedienkonferenz ab. Reine Umsatzzahlen legen am Donnerstag Starrag und Santhera vor und am Tag darauf KTM Industries, SFS und Gurit.