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Blogs / Fintech

Zehn erstaunliche Fakten zu Bitcoin

Alexander Trentin
Nicht nur die Preisentwicklung der Kryptowährung ist aufregend. Auch das System hinter Bitcoin birgt überraschende Tatsachen.

Fakt 1: Kryptowährungen sind halb so viel wert wie alle SMI-Titel

Bitcoin ist nicht die einzige Währung, die auf einer Blockchain – einem dezentral gespeicherten Register von Transaktionen – basiert. Insgesamt gibt es gemäss der Webseite Coinmarketcap.com schon über tausend davon.

Doch der Klassiker ist immer noch am wertvollsten: Mehr als 240 Mrd. $ beträgt die Marktkapitalisierung von Bitcoin, über 40% des Gesamtwerts aller Kryptowährungen. Die grössten fünf machen etwa drei Viertel des Gesamtwerts von 550 Mrd. $ aus.

Dieser Betrag entspricht etwa der Hälfte des Werts aller Titel im Schweizer Leitindex SMI (SMI 9509.77 0.61%). Bitcoin ist nun mehr wert als das SMI-Schwergewicht Nestlé (NESN 82.28 -0.32%).

Fakt 2: Bitcoin-Vermögen sind extrem ungleich verteilt

Die Wallets mit Bitcoin – elektronische Portemonnaies – sind über die Blockchain öffentlich einsehbar. Dadurch kann man ständig nachvollziehen, wie viele Wallets es gibt und wie stark sich die Bitcoin-Vermögen konzentrieren. Die «vollste» Wallet hat ein Vermögen von 145’000 Bitcoin. Bei einem Kurs von 14’000 $ pro Bitcoin entspricht dies mehr als 2 Mrd. $.

Es ist die «Cold Wallet» der Börse Bitfinex – also die Bitcoin-Einlagen, die nicht online verfügbar sind. Wer über Bitfinex handelt, hinterlegt seine Bitcoin an der Börse. Ein kleiner Teil wird von Bitfinex bereitgehalten, um die Auszahlungen für Kunden zu gewährleisten. Der Grossteil ist aus Sicherheitsgründen aber nicht online.

Insgesamt gibt es über 16 Mio. Bitcoin und 25 Mio. Wallets, die einen positiven Saldo haben. Doch 100’000 dieser Wallets besitzen über 96% aller Bitcoin. Die Top-100-Wallets besitzen fast 20% aller Bitcoin.

Fakt 3: Die Transaktionszahl steigt überraschend langsam

Während sich der Bitcoin-Preis im Jahr 2017 zeitweise verzwanzigfacht hatte, ist das Wachstum der Zahl an Transaktionen deutlich kleiner. Vergangene Woche wurden 250’000 Transaktionen pro Tag über die Blockchain abgewickelt. Das sind ähnlich viele wie Anfang Jahr. Das Jahresmaximum waren über 350’000 Transaktionen – das sind gerade 40% mehr als das Hoch im Jahr 2016. Zum Vergleich: Der Kreditkartenanbieter Visa (V 122.7 -0.33%) verarbeitet täglich über 150 Mio. Transaktionen.

Die Nutzerzahl von Bitcoin scheint stetig zu wachsen, explodiert aber nicht wie der Preis. Gemäss einer Studie der Universität Cambridge gab es Mitte 2017 zwischen 2,8 und 5,8 Mio. Nutzer. Im Mittel der Schätzungen ist die Zahl der Nutzer um etwas über 20% gestiegen.

Fakt 4: Über 40% aller Bitcoin werden in Asien gehandelt

Lange hatten chinesische Bitcoin-Börsen wie OKCoin den Handel mit Bitcoin dominiert. Über 98% der Börsentransaktionen liefen in Yuan ab. Doch dann ist die Regierung in Peking im Februar eingeschritten und hat die Börsen geschlossen. Seitdem machen Transaktionen in US-Dollar etwa die Hälfte des Volumens an den Bitcoin-Handelsplätzen aus.

Doch die Asiaten sind weiter sehr aktiv auf den Bitcoin-Börsen. Der Handel in japanischen Yen, koreanischen Won und vietnamesischen Dong macht über 40% des Volumens aus.

Fakt 5: Bitcoin-Applikation war kurz die populärste iPhone-App

Der Boom der Kryptowährung Bitcoin sorgte für einen Ansturm auf die Online-Börsen, wo sich Anleger und Spekulanten einfach eindecken konnten. Einer der populärsten Wallet-Anbieter ist Coinbase. Die iPhone-App von Coinbase erreichte Ende November den ersten Platz der Downloads in den USA im Bereich Finanzen. Am 7. Dezember war die Coinbase-App dann sogar die am häufigsten geladene App für iPhones.

Seitdem ist die App in der Popularität etwas gefallen. In den USA liegt sie derzeit auf Rang 134. In der Schweiz erreichte sie zeitweise Rang 39 und steht jetzt auf Platz 369.

Zum selben Zeitpunkt wie die Coinbase-App zeigt auch die Google-Suchmaschine ein Popularitätshoch für Bitcoin an. «Buy bitcoin» war am 7. Dezember als Suchbegriff zehnmal so populär wie einen Monat zuvor. Seitdem ist die Popularität um 80% zurückgegangen.

Fakt 6: Die meisten neuen Bitcoin kommen aus wenigen Pools

Wenige Mining Pools beherrschen das Schürfen von neuen Bitcoin. Bei solchen Pools werden grosse Hardware-Parks wie auch Personal-Computer verwendet, um die Rechenoperationen durchzuführen, durch die neue Einheiten der Digitalwährung geschaffen werden. Die als Belohnung geschürften Bitcoin werden dann von den Mitgliedern des Pools geteilt. Der wichtigste Pool ist AntPool.

AntPool wird von der in Peking beheimateten Firma Bitmain betrieben. Das Unternehmen ist der grösste Produzent von Chips, die auf das Schürfen von Bitcoin ausgerichtet sind.

Fakt 7: Die meisten neuen Bitcoin kommen aus chinesischer Kohle

Wie AntPool sind auch andere führende Bitcoin-Pools in der chinesischen Volksrepublik beheimatet. Fast 60% der Miners sind in China angesiedelt.

Grund dafür sind die geringen Stromkosten in China. Sie betragen nur einen Bruchteil der Stromkosten in Mitteleuropa. Zwei Drittel des Stroms in der Volksrepublik kommen aus Kohle (Kohle 97.55 0.21%). Die Schaffung neuer Bitcoin hängt also an der billigen Kohle, die in Nordchina gefördert wird.

Fakt 8: Bitcoin verbraucht mehr Strom als die meisten afrikanischen Länder

Das Schürfen von Bitcoin verbraucht jährlich über 29 Mrd. Kilowattstunden. Das ist etwa die Hälfte des Stromverbrauchs in der Schweiz.

Die untenstehende Karte zeigt in Orange die Länder, die weniger Strom verbrauchen, als es für das Schürfen von neuen Bitcoin jährlich braucht. 159 Länder haben einen kleineren Elektrizitätsverbrauch als Bitcoin. Dazu gehören etwa Irland, Island und die meisten afrikanischen Länder.

Fakt 9: Mining bringt einen Profit von 10’000 $ pro Bitcoin

Gemäss Schätzung des Fondsanbieters ETF Securities belaufen sich die Kosten für das Schürfen eines Bitcoins auf etwas über 4000 $. Darin sind die Abschreibungen für die Hardware enthalten. Bei einem Bitcoin-Kurs von 14’000 $ können Mining Pools also eine Marge von 10’000 $ pro geschürften Bitcoin einstreichen.

Die Kosten des Bitcoin Mining erhöhen sich jedoch stetig, da im Bitcoin-Code eine kontinuierliche Verlangsamung des Schaffens neuer Einheiten der Kryptowährung angelegt ist. Anfang 2020 dürften die Kosten gemäss ETF Securities dann bei 20’000 $ pro Bitcoin liegen.

Fakt 10: 76% aller Bitcoin sind schon geschürft

Mehr als 21 Mio. Bitcoin wird es nie geben. Das ist im Code so festgeschrieben. Im Moment gibt es schon 16,7 Mio. Bitcoin. Mehr als 76% der Kryptowährung sind also bereits geschaffen. Bis zum Jahr 2027 werden nach Schätzungen 99% der Maximalzahl von Bitcoin geschürft sein.