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Finanzwerte treiben Schweizer Börse weiter hoch

Die Schweizer Börse hat sich am Mittwoch von ihrer freundlichen Seite gezeigt. Im Fokus standen Novartis, UBS und Julius Bär.

(AWP/Reuters/CF) Die Schweizer Börse hat die Kursgewinne des Vortages am Mittwoch ausgeweitet. Die Zwischenberichte von verschiedenen Firmen hätten Sorgen gedämpft, dass sich die Konjunktur schon bald wieder abkühlen könnte, wie Händler erklärten. Zudem habe die Angst, mögliche Kursgewinne zu verpassen, die Anleger an die Aktienmärkte gelockt. Der Swiss Market Index (SMI (SMI 12'130.83 +1.28%)) rückte vor auf über 12’000 Punkte.

Am meisten gesucht waren Finanzwerte. Die UBS (UBSG 14.62 +1.32%) setzte den am Vortag vom Quartalsergebnis ausgelösten Anstieg fort und gewannen weiter an Wert. Swiss Life (SLHN 465.30 +0.58%) kletterten nachdem die Analysten von Morgan Stanley (MS 94.55 -1.07%) das Kursziel und die Einstufung angehoben hatten. Julius Bär (BAER 59.80 +1.12%) verteuerten sich ebenso stark. Zuvor hatte der Vermögensverwalter ein Rekordhalbjahresergebnis veröffentlich. Beim IT-Vertriebsunternehmen Also (ALSN 295.00 -0.34%) sorgten Halbjahreszahlen für Kursgewinne.

Etwas abwärts ging es dagegen für krisensichere Werte wie den Nahrungsmittelriesen Nestlé (NESN 115.62 +1.24%) sowie für Givaudan (GIVN 4'489.00 +0.97%). Der Aromenhersteller legt am Donnerstag den Zwischenbericht vor.

 

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Deutscher Leitindex beschleunigt Erholung

Nach den Kursrutsch vom Wochenauftakt kehren weitere Anleger in die Aktienmärkte zurück. Der Euro Stoxx 50 (Euro Stoxx 50 4'109.10 +1.23%) schliesst wie der Dax (DAX 15'669.29 +1%) deutlich fester.

Zusätzlichen Rückenwind erhielten sie am Nachmittag von Kursgewinnen an der Wall Street. Der US-Standardwerteindex Dow Jones (Dow Jones 35'061.55 +0.68%) gewann dank ermutigender Firmenbilanzen bis zum Abend 0,6%.

Unter den Einzeltiteln reagierten Investoren enttäuscht auf die erneut hochgeschraubten Gesamtjahresziele von SAP (SAP 117.80 -1.01%). Die Titel des Softwarehauses rutschten ab. Einige Börsianer monierten, die Anhebung sei gering. Analyst Konstantin Oldenburger vom Online-Broker CMC Markets (CMCX 450.00 +0.9%) kritisierte, das Wachstum des zukunftsträchtigen Cloud-Geschäfts bleibe hinter dem des Rivalen Oracle (ORCL 87.69 -3.31%) zurück.

Euro fällt auf Dreimonatstief

Der Euro hat am Mittwoch nach anfänglichen Kursverlusten zugelegt. Am Nachmittag stieg der Kurs der Gemeinschaftswährung auf 1,1795 $. Am Morgen war er noch zeitweise bis auf 1,1752 $ gefallen. Dies war der niedrigste Stand seit drei Monaten. Zum Schweizer Franken sackte der Dollar im Nachmittagshandel auf 0,9191. Das EUR/CHF-Paar notierte zuletzt bei 1,0841 und damit wenig verändert.

Der Dollar kam im Zuge der steigenden Zuversicht an den Finanzmärkten unter Druck. Die Kurserholung an den europäischen Aktienmärkten beflügelte Währungen wie Franken und Euro. Zuletzt hatte die Sorge vor einer Ausbreitung der Delta-Variante des Corona-Virus noch die Verunsicherung an den Märkten erhöht und so auch den Dollar beflügelt.

Die Kryptowährung Bitcoin (Bitcoin 34'456.00 +0.56%) hat sich zur Wochenmitte etwas von den jüngsten Rücksetzern erholen können. Derweil will nun die EU die Regulationsschrauben bei Blockchain-Währungen anziehen und etwa anonyme digitale Geldbörsen, auch Wallets genannt, verbieten.

Am Mittwochmittag notiert der Bitcoin-Kurs auf der Plattform Bitstamp mit rund 30’900 $ wieder über der zu Wochenbeginn unterschrittenen Marke von 30’000 Dollar. Die Marktkapitalisierung ist innerhalb der letzten sieben Tage um gut 20 Mrd. $ geschrumpft und beträgt knapp 580 Mrd.

Die Ölpreise sind am Mittwoch gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 74.19 +0.87%) kostete im Mittagshandel 70,27 $. Das waren 92 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 71.96 +0.25%)) stieg um 87 Cent auf 68,06 $.

Die Ölpreise profitierten von der freundlichen Stimmung an den Aktienmärkten. Händler sprachen auch von einer Gegenbewegung nach den deutlichen Kursverlusten zu Wochenbeginn. Allerdings machten die Ölpreise nur einen kleinen Teil ihrer jüngsten Verluste wett.