Märkte / Aktien

SMI schliesst vor allem wegen Roche tiefer

Die Schweizer Börse liegt im Minus. Eine Vielzahl von Abschlüssen sorgt für teils stärkere Kursbewegungen. Wallstreet handelt uneinheitlich.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse zeigte sich am Donnerstag unentschlossen, am Ende gaben Verluste in Roche (ROG 347.30 +1.24%) den Ausschlag. Der Leitindex SMI (SMI 12'130.83 +1.28%) gewann bei Eröffnung 0,3%. Im weiteren Handel wechselte er mehrfach die Vorzeichen.

Trotz mehrheitlich guter Unternehmensergebnisse, und obwohl sich die Ängste im Zusammenhang mit der rasanten Ausbreitung der Deltavariante des Coronavirus dank positiver Nachrichten von der Impffront etwas gelegt hätten, griffen die Anleger nicht zu, sondern verhielten sich vorsichtig, hiess es. Gemäss einer Studie sind die Impfungen von Pfizer (PFE 41.68 +0.51%)/BioNTech (BNTX 281.96 +0.35%) und AstraZeneca auch bei der Deltavariante hoch wirksam. Aber die Anleger seien trotzdem zurückhaltend. Dies zeige, dass bezüglich Konjunkturaufschwung und Firmengewinnen sehr viel Positives bereits ausreichend in den Kursen eingepreist sein dürfte, sagte ein Händler. «Wir sind auf hohem Niveau, und der Markt ist überreizt.»

Kaum Signale kamen aus New York. Wallstreet handelt uneinheitlich. Der breit gefasste S&P 500 (S&P 500 4'403.10 +1%) avanciert 0,1%. Der Dow Jones (Dow Jones 35'061.55 +0.68%) gibt 0,1% nach. Die Technologiebörse, gemessen am Nasdaq Composite, steigt 0,2%.

ABB (ABBN 33.67 +1.57%) profitierten

An der Spitze des SMI schlossen Partners Group (PGHN 1'529.50 +1.06%). Allerdings gab es zum Vermögensverwalter heute keine spezifischen Nachrichten.

ABB notierten fester, der Industriekonzern war dynamisch gewachsen und gibt sich zuversichtlich.

Auch Sika (SIKA 320.20 +2.01%) hatte ihre Prognosen erhöht. Die Aktien des Bauchemiekonzerns wechselten mehrfach die Vorzeichen.

Der Aromenhersteller Givaudan (GIVN 4'489.00 +0.97%) stellt weiteres Wachstum in Aussicht. In den Titeln kam es zu Gewinnmitnahmen.

Der Pharmariese Roche konnte erneut dank seiner Diagnostics-Sparte und hier speziell dank Corona- und Routinetests zulegen. Die Ergebnisse lagen überwiegend knapp über den Analystenschätzungen – der Gewinn war  etwas tiefer als erwartet ausgefallen. Die Genussscheine schlossen deutlich im Minus.

Uneinheitlich entwickelten sich die Banken UBS (UBSG 14.62 +1.32%) und Credit Suisse (CSGN 9.26 +1%) sowie die Versicherer Swiss Life (SLHN 465.30 +0.58%), Swiss Re (SREN 83.26 +0.26%) und Zurich Insurance (ZURN 366.70 +0.19%). Viele Anleger seien längere Zeit negativ gegenüber Finanzwerten eingestellt und daher im Sektor unterinvestiert gewesen. Nach dem guten UBS-Ergebnis habe dies nun gedreht, und sie würden aktiv kaufen, sagte ein Händler.

Nestlé (NESN 115.62 +1.24%) und auch andere Mitbewerber standen laut Händlern unter Abgabedruck, nachdem Konkurrent Unilever (ULVR 4'146.50 +2.51%) seine Prognosen gesenkt hatte.

Temenos (TEMN 139.40 -2.18%) teils stark unter Druck

Die Aktien des Bankensoftwarespezialisten Temenos büssten nach Quartalszahlen zeitweise massiv ein, bis Handelsende erholten sich die Titel. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn übertraf das Unternehmen die Analystenerwartungen, allerdings nur knapp. 

Am breiten Markt verloren Leonteq (LEON 56.60 -1.57%), trotz guter Nachrichten: Die Derivatboutique hatte im ersten Halbjahr einen Rekordgewinn verbucht und den Dividendenvorschlag bestätigt.

Sulzer (SUN 131.20 +0.46%) gewannen nach den Halbjahreszahlen. Auch Belimo (BEAN 458.50 +0.22%) waren gesucht.

Dagegen gaben Cembra (CMBN 95.30 -0.68%) Money Bank nach den Zahlen nach.

Zur Rose (ROSE 340.50 +0.29%) profitierten von einer Kaufempfehlung für die Aktien der Shop Apotheke.

Asiens Börsen fester

Die asiatischen Aktien zeigten sich am Donnerstag mit Kursgewinnen. Die japanischen Börsen waren wegen eines Feiertags heute geschlossen. Der Hang Seng in Hongkong kletterte 1,7%. Der CSI 300 (+0,1%) als Benchmark für Aktien in Festlandchina legte weniger stark zu. Der taiwanische Taiex stieg 0,4%. Der koreanische Kospi notierte 1% höher. Der australische S&P/ASX 200 avancierte 1%.

Euro unter 1.18 $

Der Euro notierte am Donnerstag an der Marke von 1.18 $. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1.1788 $ und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Auch zum Franken bewegte sie sich nur wenig und  wurde zu 1.0826 Fr. gehandelt. Derweil kostete der Dollar 0.9184 Fr.

Ölpreis fester

Der Ölpreis bewegte sich am Donnerstag etwas aufwärts und erholte sich weiter von den Verlusten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 74.19 +0.87%) kostete bei Börsenschluss in Europa 73 $.

Gold (Gold 1'802.15 -0.27%) pendelte um die Marke von 1800 $ pro Feinunze.

Bitcoin (Bitcoin 34'337.00 +0.21%) büsste leicht ein, nachdem die Kryptowährung gestern die Marke von 30’000 $ zurückerobert hatte.

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