«Grain Elevators» sprenkeln die Feld- und Weidenweiten Kanadas: Kathedralen der Getreideprärie. Solche Silos stehen an Häfen oder Highways, häufig an Bahnlinien, wie hier im fruchtbaren Süden Manitobas; nur wenig weiter nördlich wird’s subarktisch. Am 20. September bestellt das kanadische Volk sein zumeist fernes Parlament neu – von Manitobas Provinzhauptstadt Winnipeg bis zur Bundeskapitale ­Ottawa ist es etwa so weit wie von Lissabon nach Zürich. Die Provinzen im Westen neigen zu den Konservativen, die alten Kernlande Ontario und Québec sowie die atlantischen Provinzen zu den Liberalen. Deren Spitzenkandidat, Premier Justin Trudeau, Sohn des legendären Premiers Pierre Elliott Trudeau, hat sich vielleicht verrechnet: Er hat ohne Not Neuwahlen angesetzt in der Hoffnung, die Mehrheit der Sitze zu holen und sich so aus der gegenwärtigen Lage als Chef einer Minderheitsregierung zu befreien. Das dürfte misslingen, denn nun liegen die Konservativen in den Umfragen gleichauf; nicht ganz ausgeschlossen, dass Oppositionsführer Erin O’Toole in 24 Sussex Drive (bzw. 24, promenade Sussex – bilinguisme oblige) einziehen wird – die Adresse steht synonym für das Logis des kanadischen Premiers. (Bild: Thomas Sbampato/Keystone)