Märkte / Aktien

Defensive Schwergewichte halten SMI im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag an den nachgebenden Trend der Vorwoche angeknüpft und schwächer geschlossen.

(AWP) Händler sprachen von einer Konsolidierung nur wenig unter dem Rekordhoch. «Der Angriff auf das Allzeithoch bei 11’270 Punkten muss noch etwas vertagt werden», sagte ein Börsianer. Als Bremsklötze erwiesen sich dabei vor allem die defensiven Schwergewichte. Dagegen erfreuten sich Finanzwerte grösserer Beliebtheit.

Gebremst wurde der Markt zudem von den steigenden Corona-Fallzahlen vor allem in Indien und auch in anderen Ländern. Auch schienen sich die Anleger wegen des am Mittwochabend bevorstehenden US-Zinsbeschlusses und der laufenden Bilanzsaison nicht zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen, hiess es weiter. Zuletzt hatten die Impferfolge in den USA und eine Reihe guter Konjunkturzahlen noch für steigende Kurse gesorgt. «Wenn es mit den Ergebnissen so weiter geht, sollte der Aufwärtstrend eigentlich fortgeschrieben werden können», sagte ein Händler.

Der SMI (SMI 11'108.88 +1.26%) schloss um 0,34 Prozent tiefer bei 11’162,09 Punkten und gut 100 Zähler unter dem Rekordhoch. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind und in dem ihre Gewichtung gekappt ist, ermässigte sich um 0,18 Prozent auf 1811,00 Punkte. Der breite SPI (SXGE 14'266.24 +1.27%) sank um 0,30 Prozent auf 14’375,30 Punkte. Von den 30 Blue Chips schlossen 18 tiefer und elf höher. Credit Suisse (CSGN 9.39 +0.86%) waren unverändert.

Deutlich abgeschlagen am Tabellenende waren Kühne+Nagel (-2,6%). Händler sprachen von Gewinnmitnahmen nach den unerwartet guten Ergebnissen. Der Fuhrkonzern hatte im ersten Quartal die Analystenerwartungen sowohl bezüglich Umsatz als auch Gewinn klar übertroffen. «An Gewinnmitnahmen ist noch keiner verarmt», sagte ein Händler. Die Aktie führt mit einem Kursplus von mehr als 40 Prozent die Standardwerte an.

Dahinter folgte der Titel des Dentalimplantatherstellers Straumann (STMN 1'352.50 +3.44%) (-1,7%), ein defensiver Wert, der im laufenden Jahr rund einen Fünftel zugelegt hat. Ebenfalls zur Kategorie der «Defensiven» zählen Roche (ROG 299.80 +0.89%), Nestlé (NESN 108.72 +0.7%) und Givaudan (GIVN 3'902.00 +2.31%) mit Abschlägen von 0,9 und 1,0 Prozent. Novartis (NOVN 78.88 +1.12%) waren am Tag vor der Bekanntgabe der Quartalszahlen 0,3 Prozent leichter. Bei Nestlé erwähnte ein Händler Bedenken, der Nahrungsmittelhersteller könnte sich die Übernahme des Vitaminproduzenten Bountiful zu viel kosten lassen.

Mit Gewinnmitnahmen erklärt wurden auch die Kurseinbussen bei Logitech (LOGI 103.20 +2.69%) (-0,9%), Swatch (-0,4%) und Sonova (SOON 274.10 +1.14%) (-0,3%) sowie Adecco (ADEN 59.54 +0.61%) (-0,7%), die im laufenden Jahr ebenfalls sehr gut gelaufen waren.

Die Aktien von AMS (AMS 17.65 +9.12%) (-0,7%) zeigten sich einmal mehr von der volatilen Seite. Nach einem Taucher im Frühhandel um 5 Prozent auf ein Jahrestief grenzte der Sensorenhersteller die Verluste im Verlauf stetig ein. Die Aktie war bereits in der Vorwoche abgestürzt. Am Montag sorgte eine Verkaufsempfehlung und massive Kurszielzielsenkung der Credit Suisse für weiteren Kursdruck. Die Bank hat wegen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Nachfrage vom wichtigsten Kunden Apple (AAPL 128.10 +0.2%) das Rating für AMS direkt auf «Underperform» von «Outperform» gesenkt. Solche Bedenken keimten immer wieder auf, hiess es dazu.

An der Spitze der Gewinner standen die Finanzwerte Julius Bär (BAER 57.24 +1.67%), Partners Group (PGHN 1'327.50 +2.08%), Swiss Re (SREN 85.80 +1.49%), Swiss Life (SLHN 448.40 +1.2%), Swiss Re und Zurich mit einem Plus von +2,0 und +0,5 Prozent. UBS (UBSG 13.98 +2.57%) waren am Tag vor der Bilanzvorlage um 0,9 Prozent teurer. Ebenfalls fester schlossen der Liftbauer Schindler (SCHP 259.80 +0.85%) (+1,0%) und der Zementriese LafargeHolcim (LHN 57.80 +2.12%) (+0,7%). ABB (ABBN 30.62 +3.83%) (-0,2%) waren am Tag vor den Quartalszahlen etwas schwächer.

Im breiten Markt setzten Rieter (RIEN 143.00 +2%) (+4,5%) den Höhenflug fort. Seit Ende 2020 ist die Aktie um fast 50 Prozent gestiegen. Dass die Zuversicht auch bei Rieter selber gestiegen ist, zeigten zahlreiche Aktienkäufe des Managements in den vergangenen Wochen.

Im roten Bereich notierten dagegen Cembra (CMBN 97.05 +1.09%) Money Bank (-2,2%), SIG Combibloc (SIGN 22.84 +3.54%) (-1,2%) oder Comet (COTN 225.00 +1.81%) (-0,2%), welche allerdings allesamt Ex-Dividende gehandelt wurden.

 

Leser-Kommentare