Unternehmen / Industrie

ABB-CEO hält an Zielen fest

ABB-Chef Ulrich Spiesshofer sieht den Industriekonzern für die Ziele bis 2020 auf Kurs. Kurzfristig sei das Marktumfeld aber schwieriger geworden.

(Reuters) Der Industriekonzern ABB (ABBN 26.36 +0.65%) kämpft seinem Chef Ulrich Spiesshofer zufolge mit heftigem Gegenwind. Die Lage sei herausfordernder als noch zu Jahresbeginn angenommen, sagte der Manager am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Das Wachstum in China habe sich deutlich verlangsamt, Kunden in der Gas- und Ölsindustrie investierten weniger und der US-Markt sei nicht mehr so stark wie im zweiten Quartal 2014. «Insgesamt würde ich die gegenwärtige Situation als Segeln in schwerer See angesichts einer wirklich herausfordernden Lage am Markt charakterisieren», fügte Spiesshofer hinzu. ABB wolle aber Kurs halten: «Aktuell gibt es keinen Grund, unsere Ziele bis zum Jahr 2020 zu ändern, aber kurzfristig bewegen wir uns in einem schwierigeren Umfeld.»

ABB hat sich bis 2020 unter anderem ein Umsatzwachstum zwischen 4 und 7% zum Ziel gesetzt, die Kernmargen sollen bei 11 bis 16% liegen. ABB wolle nicht um jeden Preis wachsen und dabei auf Marge verzichten, betonte der Konzernchef. ABB hatte im Auftaktquartal einen Umsatzrückgang um 10% auf 8,5 Mrd. $ hinnehmen müssen. Der Nettogewinn stieg dagegen auch durch Einsparungen um vier Prozent auf 564 Mio. $. Analysten bemängelten damals, dass ABB hinter den Erwartungen für die operativen Renditen zurückblieb. Am 23. Juli will der Konzern Zahlen für das zweite Quartal vorlegen. Der schwache Ölpreis setzt den Ausrüstern der Förderbranche derzeit immer stärker zu. Wegen der schwindenden Einnahmen drosseln die Ölfirmen ihre Ausgaben für neue Technik, die Erschliessung von Schiefergas und-öl rechnet sich immer weniger.

Spiesshofer muss sich zudem mit einem neuen Grossaktionär auseinandersetzen. Der Finanzinvestor Cevian ist bei ABB eingestiegen, am Dienstag teilte die schwedische Aufsichtsbehörde FSA mit, dass der Anteil auf 5,1% erhöht worden sei. Cevian ist unter anderem auch bei ThyssenKrupp (TKA 9.71 +0.6%) engagiert. ABB begrüsse jeden langfristig orientierten Investor, der die Ansicht teile, dass der Konzern zusätzlichen Wert schaffen könne, sagte Spiesshofer. Das Unternehmen verfolge eine klare Strategie – jeder Beitrag für deren Optimierung sei willkommen. Die Kunden des Konzerns schätzten ABB zudem als breit aufgestelltes Unternehmen.

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