Selbstverständlich gibt es an der Börse bessere und schlechtere Zeitpunkte, um zu kaufen. Wer kein besonders gutes Händchen hat, braucht entschieden mehr Geduld und Zeit, um in die Gewinnzone zu kommen. Mit ein bisschen Timing gelangt man nicht nur schneller, sondern auch mit weniger Vermögensschwankungen ans Ziel.

ABB (ABBN 23.37 0.17%) notiert auf einem Neunjahreshoch. Es spielt deshalb theoretisch keine Rolle, wann genau der Kauf in dieser Zeit stattfand – Hauptsache, man hat gekauft. Die Gewinnspannen sind allerdings beträchtlich. War der Titel beispielsweise Anfang Oktober vergangenen Jahres erworben worden, beträgt der Kursgewinn 13%. Dafür musste man seiner Sache sicher sein, denn zwei Mal brach der Kurs 12% ein. Gerade bei prozyklischen Käufern ist eine solche Resistenz in den wenigsten Fällen gegeben.

Spielraum genutzt

Bei der letzten Begutachtung von ABB Ende August hatten wir die im Chart markierte Wedge-Struktur erkannt – ein typisches Anzeichen für einen bevorstehenden Richtungswechsel. Seither ist der Kurs um 17% gestiegen.

Viele sagen, Markttiming sei nicht möglich. Das kann in einzelnen Fällen zutreffen oder auch eine Ausrede sein, Aktieninvestments erleichtert es wie erwähnt erheblich. Und um diesem Stil treu zu bleiben: Wir meinen, dass man ABB jetzt nicht mehr kaufen sollte. Wie es dieses Mal mit dem Timing war, werden wir bei der nächsten Marktbetrachtung des Titels wissen.

Logitech (LOGN 44 -1.3%) läuft seit Monaten seitwärts. Die Aktie befindet sich in einem sogenannten Flag. Ein Flag fordert seine Opfer vor allem bei den kurzfristig ausgerichteten Investoren ein. Diese haben sich im vorangegangenen Aufwärtstrend nämlich ein Verhalten angeeignet, von dem sie erst mit der Zeit lassen. So gibt es zuerst eine ganze Anzahl vermeintlicher Aufwärtsausbrüche, ehe das Interesse dann gänzlich schwindet.

Logitech pausiert

Flags sind typische Konsolidierungsstrukturen und haben den einzigen Zweck, eine zu einseitig gewordene Lage zu normalisieren. Wenn es absehbar wäre, dass der Trend ununterbrochen weiter aufwärtsgeht, würde das irgendwann antizipiert, und es gäbe mangels Verkäufern keinen Handel mehr. Ohne Konsolidierung kein Trend, auch wenn in einer solchen Bewegung typischerweise gerade steilere Chartlinien gebrochen werden.

Die im Chart eingezeichneten Linien sind dazu da, die Struktur hervorzuheben. Wichtig ist zu wissen, dass sie kein Handlungssignal auslösen, vielmehr zählt das Wissen um die Sache einer Konsolidierung und um ihr Reifestadium. Dass sich eine Konsolidierung in Richtung des früheren Trends auflösen muss, versteht sich von selbst. Im Falle von Logitech braucht es dafür noch etwas Zeit, öffnet dann aber den Raum bis etwa 41 Fr.

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