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ABB will mit Antriebstechnik schneller wachsen

Mit seiner Antriebstechnik-Sparte will der Technologiekonzern deutlich stärker wachsen als der Markt.

(AWP) Tarak Mehta, der Chef der ABB-Geschäftseinheit Motion (Antriebstechnik), will mit seiner Sparte schneller wachsen als der Markt. Als Haupttreiber für sein Geschäft macht er die Trends zu höherer Energieeffizienz und zur Reduktion der Emissionen in den Produktionsprozessen aus.

ABB (ABBN 28.45 +0.14%) geht davon aus, das der Zielmarkt für den Geschäftsbereich Antriebstechnik schneller wachsen wird als das BIP. Und die Unternehmenssparte soll 1,5 mal schneller wachsen als der Zielmarkt, wie das Unternehmen am Dienstag anlässlich eines Kapitalmarkttages des Geschäftsbereichs Antriebstechnik in Helsinki mitteilte.

«ABB Motion ist ein Schlüsselfaktor für eine kohlenstoffarme Zukunft. Wir helfen unseren Kunden und Partnern, die Energieeffizienz zu verbessern und den Energieverbrauch von fossilen Brennstoffen auf sauberen Strom umzustellen», so Mehta vor Medien und Analysten.

Knapp die Hälfte der weltweit produzierten Energie wird laut Mehta von elektrischen Motoren für die Umsetzung in Bewegung verbraucht. Und zu grossen Teil seien diese Motoren alt und ineffizient. Gleichzeitig werde bislang erst knapp ein Viertel der weltweit 300 Mio. in der Industrie installierten Elektromotoren mit drehzahlgeregelten Antrieben gesteuert. Solche würden Energie sparen und die Leistung verbessern.

10% der Energie liessen sich einsparen

ABB rechnet vor, dass sich bei einem Ersatz all dieser Motoren weltweit 10% der verbrauchten Energie einsparen liessen. Tarak Mehta illustriert dies am Beispiel eines neuen Motors inklusive Antrieb der Generation IE5 (ein Standard der International Electrotechnical Commission). Dieser koste zwar 2’000 € mehr als ein Package der Generation IE3, entlaste aber die Stromrechnung eines Unternehmens um 2’200 € im Jahr und führe zu einer CO2-Einsparung von gut 7,6 Tonnen.

Mehta beziffert die Grösse des weltweiten Marktes für Motoren und Antriebe auf 55 Mrd. $ allein im vergangenen Jahr. Die Sparte Antriebstechnik von ABB sieht sich mit einem Umsatz 2021 von 6,4 Mrd. weltweit als Nummer 1. Die Sparte steuerte damit gut einen Fünftel zum Konzernumsatz von knapp 29 Mrd. $ bei, dies mit 20’000 Mitarbeitern verteilt auf sieben Divisionen.

Als künftige Wachstumsmärkte wurden für Antriebstechnik die Märkte Wasserstoffaufbereitung, Elektrifizierung im Transportwesen, Verarbeitung von Lebensmitteln, schwere elektrische Fahrzeuge etwa für den Bergbau oder Gebäudetechnik definiert. Wachsen will ABB dabei aus eigener Kraft ebenso wie über strategisch sinnvolle Ergänzungsakquisitionen. Ausbauen will Mehta auch den Service-Anteil der Sparte. Der jährlich wiederkehrende Umsatz soll so von derzeit 4% auf rund 25% bis 2025 gesteigert werden.

Die Profitabilität wiederum soll durch stetige Optimierung der Prozesse verbessert werden sowie durch einen gezielten Einsatz der Mittel für Forschung & Entwicklung zur Generierung von Mehrwert.

Mit Blick auf die operative Gewinnmarge strebt ABB konzernweit bekanntlich eine Ebita-Marge von mindestens 15% ab dem Jahr 2023 an. Die Sparte Antriebstechnik lag mit 16,6% im vergangenen Geschäftsjahr bereits darüber und hat sich im ersten Quartal 2022 um 120 Basispunkte auf 17,4% weiter verbessert.

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