Märkte / Devisen 09:10 - 11.03.2017

Absage an Bitcoin-ETF – Kurs bricht ein

Die US-Börsenaufsicht will keinen Indexfonds auf Bitcoin zulassen. Das hat deutliche Folgen für den Kurs der Digitalwährung.
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zum Stichwort
Börse
Regelmässig stattfindender, nach feststehenden Usanzen organisierter Markt. Je nach den gehandelten Gütern spricht man z. B. von Wertpapier-, Effekten-, Devisen-, Warenbörsen oder Börsen für derivative Instrumente (Terminbörsen ).
ETF
ETF sind Anlagefonds, die kotiert sind und an der Börse wie Aktien permanent gehandelt werden. Bei den meisten bisher lancierten ETF handelt es sich um Indexfonds, deren Zielsetzung es ist, einen bestimmten Branchen- oder Länderindex (in der Regel Aktien) nachzubilden.
Indexfonds
Anlagefond , der in seiner Titelselektion und Gewichtung die Struktur eines Index nachzubilden versucht.
Kurs
Börsen- oder Marktpreis von Wertpapieren , Devisen , Münzen oder Waren. Der Kurs schwankt je nach Angebot und Nachfrage.
SEC
US-Aufsichtsbehörde, die den Wertpapierhandel und börsennotierte Gesellschaften kontrolliert. Die SEC wurde 1934 als Reaktion auf den Börsenkrach von 1929 gegründet. Sie stellt u. a. sicher, dass relevante Unternehmensinformationen standardisiert publiziert werden. Sie sind in der Online-Datenbank Edgar für jedermann einsehbar (www.sec.gov). Die Aufsicht des Terminhandels obliegt der CFTC .
Spekulation
Tätigkeit, die darauf ausgerichtet ist, aus einer erwarteten Marktveränderung Nutzen zu ziehen. Im engeren Sinne umfasst die Spekulation Geschäfte, bei denen hohe Gewinn- und Verlustrisiken eingegangen werden.

Die Notierungen der Digitalwährung Bitcoin kannten in den vergangenen Wochen kein Halten mehr. Angetrieben wurden die Kurse von Spekulationen, dass die US-Börsenaufsicht SEC im März erstmals einen kotierten Indexfonds (ETF) auf Bitcoin zulassen könnte.

Nun zeigt sich, dass diese Hoffnungen vergebens waren. Am Freitagabend haben die Behörden bekannt gegeben, dass dem Antrag auf Zulassung nicht stattgegeben werde. Die Aufsicht begründete den Entscheid damit, dass noch ein grosser Teil des Bitcoin-Marktes unreguliert sei.

Bitcoin reagiert mit Kurseinbruch

Der Bitcoin-Kurs reagierte prompt und fiel kurz nach dem Entscheid von fast 1300 $ auf knapp unter 1100 $, bevor er sich etwas erholte. Die Genehmigung der SEC hätte der Digitalwährung zusätzliche Glaubwürdigkeit verliehen.

Hinter dem Bitcoin-ETF stehen streitbare Zwillinge aus den USA – die Winklevoss-Brüder Cameron und Tyler. Seit 2013 verfolgen die beiden das Ziel, ein für Investoren zugängliches Finanzprodukt auf Bitcoin auf den Markt zu bringen.

In einer ersten Reaktion teilten die Winklevoss-Brüder mit, an ihren Plänen festzuhalten: «Wir sind optimistisch, Bitcoin auf den öffentlichen Markt zu bringen. Wir haben die Reise vor vier Jahren gestartet und fühlen uns verpflichtet, sie fortzusetzen.»

Für Aufsehen hatten die Winklevoss vor einigen Jahren gesorgt. Sie hatten Facebook-Gründer Mark Zuckerberg vorgeworfen, die Idee für das soziale Netzwerk von ihnen abgekupfert zu haben. Nach einem langwierigen Streit erhielten sie per Gerichtsentscheid eine Entschädigung von 65 Mio. $ zugesprochen.

Rein digitale Währung

Bitcoin ist eine Währung, die rein digital geschaffen und verwendet wird. Die Schaffung von Bitcoin geschieht über Computer, die Rechenaufgaben lösen müssen. Diese werden je länger, je schwieriger. Umso mehr Rechenleistung wird für dieses sogenannte Mining benötigt.

Die  Zahl maximal möglicher Bitcoin ist auf 21 Mio. Einheiten beschränkt. In regelmässigen Abständen wird die Generierung von neuen Einheiten halbiert. Oder anders gesagt: Je mehr Bitcoin im Umlauf sind, desto komplexer und aufwendiger werden die mathematischen Algorithmen, um neue Einheiten zu produzieren. Derzeit sind rund 16 Mio. Bitcoin weltweit im Umlauf.