Der Torhüter der Toronto Maple Leafs, Erik Kallgren, bringt den Starstürmer der Washington Capitals, Alex Ovechkin, zu Fall: neulich in einem Spiel der National Hockey League. Die müsste International Hockey League heissen, denn es ­spielen «Franchisen» aus zwei Ländern, aus Kanada und den USA. Allerdings sind die Erfolge im Kampf um den Stanley Cup seit bald drei Jahrzehnten einseitig verteilt; letztmals gewann mit den Canadiens de Montréal 1993 ein Team aus dem Norden die Trophäe. Die «Leafs» aus Toronto hatten ihre grosse Zeit mit vier Triumphen gar in den Sechzigerjahren. Heute werden die Kämpfe rein sportlich ausgetragen, im Krieg von 1812 hingegen entsandte Washington Truppen in die britischen Kolonien in Kanada; es kam unter anderem in York, heute Toronto, zu blutigen Schlachten. In den USA hatten viele geglaubt, nach ein paar Tagesmärschen sei die Sache erledigt, die britischen Untertanen würden die amerikanischen Soldaten als Befreier empfangen. Von wegen. Erst 1814 schwiegen die Waffen, und in Britisch-Nordamerika ­erwachten Abwehrreflexe, ja Abneigung gegen den grossen Nachbarn – es entstand ein kanadisches Nationalbewusstsein. Dergleichen geschieht heute wieder, anderswo.