Die Araber nennen Öl, das sie aus Oliven pressen, «az-zait» – Olivensaft. Als «aceite», Öl, lebt dieser Begriff im Spanischen über die Reconquista hinaus weiter. Der Olivenbaum ist eine uralte Kulturpflanze; er wird seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. ums Mittelmeer herum angepflanzt und bewirtschaftet; geerntet wird von Oktober bis März. Übrigens gelten alte, knorrige Exemplare als besonders ertragreich – dies als zarter Wink an Personalchefs von heute. Oliven, das steht synonym für die andalusische Provinz Jaén, die etwa ein Viertel der jährlichen Welternte liefert; die Bäume prägen dort in Millionen das Landschaftsbild, wie hier. Ein kleiner Teil der Früchte kommt auf den Tisch – was gibt’s Besseres als Tapas mit schwarzen oder grünen Oliven, zur Begleitung eines Gläschens Málaga oder Sherry aus der Nachbarschaft. Doch rund 90% der Oliven werden gepresst. Etwa 45% allen Olivenöls überhaupt liefert Spanien. Italien ist in hiesigen Supermärkten prominenter vertreten, nicht zuletzt, weil italienische Verarbeiter Olivenöl aus dem ganzen Mittelmeerraum zusammenkaufen und abfüllen. Vor allem griechisches Olivenöl verkauft sich, gerissen italianisiert, teurer. Auf einem Weltmarkt von gegen 10 Mrd. $ lohnt sich das.(Bild: Monica Gumm Laif/Keystone)