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Achiko und Hypi Lenzburg spannen zusammen

Das indonesische Fintech-Start-up will über die Systeme der Bank im kommenden Jahr eine App in der Schweiz lancieren.

Das indonesische Fintech-Start-up Achiko (ACHI 0.88 -2.22%) will seine Dienste nun auch in der Schweiz anbieten. Das an der Schweizer Börse kotierte Unternehmen hat als Bankpartner die Hypothekarbank (Hypi) Lenzburg gewonnen. Die beiden Institute teilen am Donnerstagnachmittag mit, sie hätten eine Absichtserklärung unterschrieben, gemäss der Achiko in Zukunft das Kernbanksystem der Hypi namens Finstar nutzen wird.

Beide schreiben von einer App, die Achiko in der Schweiz lancieren will. Dazu befindet sich laut dem Unternehmen auch die Achiko Schweiz in Gründung. Bei der App handelt es sich um eine sogenannte Wallet, sprich, ein mobiles Portemonnaie. Die Rede ist vom Zugang «zu einer Reihe von Produkten und Dienstleistungen», wie etwa «zum Geld auf dem Bankkonto, zu digitalen Assets und zu verschiedenen Zahlungslösungen».

Angebot der Lohnvorauszahlung

«Achiko plant, im nächsten Jahr mehrere Produkte in der Schweiz zu testen, um das Marktinteresse für diese Produkte zu ermitteln», sagt ein Sprecher auf Anfrage. Details zu diesen Produkten würden «zu gegebener Zeit» mitgeteilt. Ein konkrete Funktion für die Schweiz soll Achikos Lohnvorauszahlungssystem EarlyPay sein. Damit können registrierte Mitarbeiter von Unternehmen eine Vorauszahlung ihres Lohns beziehen. Diese Dienstleistung soll für Arbeitgeber kostenlos sein, Arbeitnehmern werde eine Bearbeitungsgebühr verrechnet.

Offenbar plant Achiko also ein mobiles Bankkonto anzubieten. Die Hypi schreibt denn auch, dass Achiko eine mit der eigenen Marke versehene Prepaid- oder Debit-Karte zusammen mit der Bank herausgeben will, wie das bereits das Start-up Neon macht. Die Konten, die via App eröffnet werden können, liegen so faktisch bei der Hypi. Achiko werde im kommenden Januar Tests auf der Finstar-Plattform starten. Die App soll im zweiten Quartal 2020 lanciert werden. Die Partnerschaft mit der Hypi ist auf den Schweizer Markt beschränkt. Das Unternehmen prüft nach eigener Aussage zudem weitere strategische Partnerschaften in Europa und Asien.

Für Personen ohne Bankkonto

Zurzeit bietet Achiko in Indonesien Personen ohne Bankkonto einen Weg, an zahlungspflichtigen Online-Spielen teilzunehmen. Nutzer können das Geld über Mobiltelefon-Prepaid-Karten, Bankomaten oder Gemischtwarenläden einzahlen. Achiko überweist die Summe dann an die oftmals aus China stammenden Spieleanbieter. Am Unternehmen sind unter anderem der indonesische Medienkonzern MNC, die Risikokapitalgesellschaft SOSV und das Management beteiligt.

Anfang Oktober kam Achiko via Direct Listing an die Schweizer Börse. Gemäss Listing-Prospekt machte sie im ersten Halbjahr 2019 bei Einnahmen von 3,6 Mio. $ knapp 1 Mio. $ Verlust, in den vergangenen drei Jahren sah es nicht besser aus. Das Start-up schreibt, dass es nicht davon ausgeht, in absehbarer Zukunft Gewinn zu machen. Auf der Bilanz hat es vor allem Schulden und Goodwill. «Finanz und Wirtschaft» rät Anlegern vom Kauf der Titel ab, das Unternehmen befindet sich noch in einer zu frühen Phase seiner Entwicklung.