Meinungen

Achtung – Bär

Die Korrektur ist da. Wann kommt der Bärenmarkt? Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Wer etwas Ausdauer hat, wird mit diesen Titeln gut fahren – Bärenmarkt hin oder her.»

Nun haben wir sie also, die Korrektur. Per Definition heisst das, der Aktienmarkt hat vom Höchst mindestens 10% verloren. Das ist mittlerweile in den USA und auch der Schweiz der Fall. Die Verunsicherung ist gross, und ein Wort fällt hinter vorgehaltener Hand immer häufiger: Bärenmarkt.

Nachdem Aktienkurse lange nur eine Richtung kannten, ist es mittlerweile durchaus denkbar, dass der Schweizer Aktienmarkt ins Bärenterritorium abrutscht. Andreas Büchler, der Markttechnikspezialist von «Finanz und Wirtschaft», geht davon aus, dass der SMI (SMI 9452.83 0.22%) im schlimmsten Fall auf 8500 fällt. Das entspricht im Vergleich zum Höchst vom 19. Februar einem Taucher von 25%. Ein Bärenmarkt beginnt bei –20%.

Die Frage, die sich stellt, ist, wie lange uns das Coronavirus beschäftigen wird. Die Antwort: Wir wissen es nicht, und genau das macht die Anleger nervös. Meine Redaktionskollegen geben Entscheidungshilfen in diesem schwierigen Umfeld. Die Gefahr, in einen Bärenmarkt abzurutschen, ist nicht zu unterschätzen. Deshalb sollten sich Anleger, die Kursverluste als Einstiegsgelegenheit sehen, bewusst sein, dass sie den genau richtigen Zeitpunkt kaum finden werden. Weitere Verluste sind wahrscheinlich. Nur wer bereit ist, die Aktien langfristig, das heisst für mehrere Jahre, zu halten, sollte jetzt zugreifen.

Mein persönlicher Ratschlag: noch ein paar Tage abwarten, wie sich die Märkte entwickeln. Sobald etwas Boden gefunden ist, sind Aktien wie Nestlé (NESN 102.22 -1.9%), Lafarge Holcim, Straumann (STMN 753.2 2.62%), Roche (ROG 308.7 -1.2%), SGS (SGSN 2240 0.76%) und Geberit (GEBN 406.9 -1.21%) ein Kauf. Wer etwas Ausdauer hat, wird mit diesen Titeln gut fahren – Bärenmarkt hin oder her.

Leser-Kommentare

Jörg Keller 28.02.2020 - 15:23
Ihrer Warnung und Empfehlung würde ich mich fast uneingeschränkt anschliessen: Bei 8500 SMI Punkten stehen wir wieder am gleichen Ort wie Januar 2019 (und da hatten wir noch keinen Schwarzen Drachen/Schwan vor der Haustüre). So gesehen hätten wir jetzt die Hälfte der Korrektur hinter uns. So weit so schlimm. Auch bei den empfohlenen Blue Chips kann ich nur zustimmen. Vielleicht… Weiterlesen »
Tobias Schait 02.03.2020 - 19:33
Alle verlieren wieder einmal die Nerven. Fundamental sieht es so aus, dass das Virus überbewertet wird und auf die Wirtschaft nicht nur negative Auswirkungen hat. Das Virus findet vor allem auf ZDF und anderen labilen Sendern wie dem Schweizer Fernsehen statt. Warum ist denn jetzt die Klimadiskussion sofort aus den Medien verschwunden? Ein Wahn löst den anderen ab. Die Konjunktur… Weiterlesen »