Unternehmen / Schweiz

Adobe will kräftig wachsen

Ihren Namen verdankt Adobe Systems dem kleinen Fluss Adobe Creek. Auch die Gewinne des US-Softwarehauses fliessen wieder üppiger – vor allem seit der erfolgreichen Lancierung von Creative Suite 5 im April: Die Komplettlösung für die Gestaltung von Druck-Erzeugnissen sowie die Video- und Fotobearbeitung stellt einen zentralen Umsatzträger der Kalifornier dar.

Mit einem Börsenwert von 15 Mrd. $ und einem Umsatz von 3,8 Mrd. $ (Schätzung 2010) zählt Adobe zu den grösseren Vertretern der Softwarebranche. Die Wachstumsziele sind ambitioniert: Bereits 2012 will der Konzern über 5 Mrd. $ erwirtschaften. Dazu sollen – wie Day Software jüngst gezeigt hat – auch Akquisitionen beitragen. Für Adobe ist das Basler Softwarehaus allerdings ein kleiner Fisch. Deutlich höhere Wellen schlug Ende 2009 die 1,8 Mrd. $ teure Übernahme von Omniture, die sich auf die Analyse und die Optimierung von Webauftritten spezialisiert hat. Mittel für weitere Einkäufe sind reichlich vorhanden: Per Ende des abgeschlossenen Quartals verfügte Adobe über 1,2 Mrd. $ Nettoliquidität. Mit über 20% Kurseinbusse entwickelten sich die Adobe-Aktien 2010 wenig erfreulich. Belastend wirkte die Aussage des US-Konzerns Apple, seine iPhones und iPads nicht Flash-kompatibel zu gestalten. Flash, ein Plug-in von Adobe, hat sich als Standard für die Darstellung bewegter Internet-Inhalte etabliert. Apples Entscheid hat die Befürchtung genährt, dass die Tage von Flash gezählt sein könnten. Zwar erzielt Adobe mit der kostenlosen Software direkt kein Geld, verkauft jedoch Programme, die der Erstellung Flash-basierter Applikationen dienen. Die negative Kursreaktion scheint allerdings übertrieben. Zwar wird tatsächlich ein neuer Webstandard (HTML5) entwickelt, der Flash obsolet machen könnte, doch bis sich HTML5 auf breiter Front durchsetzt, dürften noch einige Jahre vergehen.Die IT-Budgets der Unternehmen scheinen wieder zu steigen. Auch auf dem Anzeigenmarkt sind Zeichen der Erholung zu erkennen – was wiederum die Kaufbereitschaft der Adobe-Kunden aus der Print- und der Kreativbranche erhöhen dürfte. Zum Kurs-Gewinn-Verhältnis 15 sind die Valoren gegenwärtig nicht zu teuer. FH

Bitte loggen Sie sich ein, um diesen Artikel vollständig zu lesen.

Leser-Kommentare