Unternehmen / Schweiz 08:51 - 13.03.2017

Aevis enttäuscht von LifeWatch-Reaktion

Bei der Klinik- und Hotelbetreiberin Aevis Victoria kommt es gar nicht gut an, dass LifeWatch das Übernahmeangebot zur Ablehnung empfiehlt.
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Aktie
Wertpapier , das einen Anteil am Kapital einer Aktiengesellschaft verkörpert. Es sichert dem Eigentümer Mitgliedschaftsrechte (Stimm- und Wahlrecht an der Generalversammlung) und Vermögensrechte (Recht auf Anteil am Gewinn, Beteiligungsquote bei Kapitalerhöhungen oder am Liquidationsergebnis) zu.
Aktionär
Teilhaber einer AG bzw. Inhaber einer Aktie oder einer Mehrzahl von Aktien.
Option
Das Recht – nicht aber die Pflicht –, innerhalb einer bestimmten Zeit (Laufzeit ) eine feste Menge eines bestimmten Basiswerts zu einem im Voraus fixierten Ausübungspreis zu kaufen (Call ) oder zu verkaufen (Put ). Für dieses Recht zahlt der Optionär dem Verkäufer der Option eine Optionsprämie . Optionen können individuell zwischen den Parteien (OTC-Option ), in einem Warrant verbrieft oder an Terminbörsen gehandelt werden.
Tau
Misst die Veränderung des Optionswerts bei einer Veränderung der Volatilität. Gehört zu den Greek Letters. Der Wert einer Option steigt mit zunehmender Volatilität des Basiswerts, während eine sinkende Volatilität dazu führt, dass eine Option günstiger wird.
VR
Überwacht und lenkt (über die Strategiefestlegung) für die Gesamtheit der Aktionäre die Geschäftsleitung eines Unternehmens. Die VR-Mitglieder einer AG schweizerischen Rechts müssen in der Regel mehrheitlich das Schweizer Bürgerrecht besitzen und in der Schweiz wohnhaft sein. Der VR besteht aus exekutiven (unternehmensinternen) und nicht exekutiven (externen) Mitgliedern. Immer mehr setzt sich im Rahmen einer guten Corporate Governance die Praxis durch, dass ein bedeutender Teil der VR in keiner geschäftlichen Beziehung zum Unternehmen stehen darf. Der VR wird von der GV gewählt.
Verwaltungsrat
Überwacht und lenkt (über die Strategiefestlegung) für die Gesamtheit der Aktionäre die Geschäftsleitung eines Unternehmens. Die VR-Mitglieder einer AG schweizerischen Rechts müssen in der Regel mehrheitlich das Schweizer Bürgerrecht besitzen und in der Schweiz wohnhaft sein. Der VR besteht aus exekutiven (unternehmensinternen) und nicht exekutiven (externen) Mitgliedern. Immer mehr setzt sich im Rahmen einer guten Corporate Governance die Praxis durch, dass ein bedeutender Teil der VR in keiner geschäftlichen Beziehung zum Unternehmen stehen darf. Der VR wird von der GV gewählt.

(AWP) Die Klinik- und Hotelbetreiberin Aevis (GSMN 55 0%) Victoria besitzt knapp 12% des Herzüberwachungsspezialisten LifeWatch (LIFE 14.25 -0.35%) und wollte diesen ganz übernehmen. Am Freitagabend hat der zuständige LifeWatch-Ausschuss bestehend aus vier unabhängigen VR-Mitgliedern seinen Aktionären nun empfohlen, das Angebot von Aevis abzulehnen.

Noch vor einem Jahr hatte der LifeWatch-Verwaltungsrat den Einstieg eines Ankeraktionärs explizit begrüsst und die Zusammensetzung des Gremiums entsprechend verändert, schreibt Aevis am Montag in einer Medienmitteilung. Aevis bedauert, dass LifeWatch das «freundliche» Angebot nun zur Ablehnung empfiehlt.

Keine Fairness Option

Aevis stellt fest, dass der Verwaltungsrat von LifeWatch keine präzisen Zahlen zur Untermauerung seiner Empfehlung, das Angebot abzulehnen, vorlege. Zudem habe das Gremium kein unabhängiges Bewertungsgutachten (Fairness Opinion) in Auftrag gegeben, heisst es weiter. Umgekehrt habe Aevis Ernst & Young mit einer Analyse beauftragt, wonach das Tauschangebot den zwischen 12,40 bis 13,60 Fr. pro LifeWatch-Aktie wert sei.

Die Lifewatch-Aktionäre können gemäss der Aevis-Offerte zwischen einem Tauschangebot und einer Baralternative wählen. Im Tausch bietet Aevis je Lifewatch-Aktie 0,1818 eigene Titel oder 10 Fr. je Lifewatch-Titel. Die Aevis-Aktie schloss am Freitag bei 59,50 Fr., womit sich laut Tauschangebot ein Preis von 10,82 Fr. je Lifewatch-Titel errechnet. Lifewatch gingen zu 12,25 Fr. aus dem Handel.

Aevis hoffte, nach erfolgreichem Abschluss des Angebots LifeWatch als eigenständig geführte Tochtergesellschaft in die Aevis-Gruppe integrieren zu können und die Telemedizin-Aktivitäten nachhaltig stärken zu können. Aevis könne eine «langfristige Vision» und die erforderlichen finanziellen Mittel zur Weiterentwicklung des Geschäftsmodells einbringen.

Begründung von LifeWatch

Die Verantwortlichen von LifeWatch bezeichneten das Angebot um 13 Fr. pro Aktie am vergangenen Freitag als «zu tief». Ende letzter Woche lag der Schlusskurs bei 12,25 Fr. Zudem sehe das Telemedizin-Unternehmen «keinen strategischen Nutzen» und dass ein Zusammenschluss mit Aevis «keine Ertrags- oder Kostensynergien» bringen werde.

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