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Asiatische Infrastruktur-Bank: «Misstrauen hat sich gelegt»

Joachim von Amsberg, Vizepräsident der Entwicklungsbank AIIB, über das Navigieren in den Spannungen zwischen West und Ost.

Die Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) wurde 2016 auf Betreiben der chinesischen Regierung gegründet. Auch die Schweiz ist Gründungsmitglied – Japan und die USA dagegen nicht. Joachim von Amsberg, Vizepräsident der AIIB, sieht die neue Entwicklungsbank nicht in Konkurrenz zu den etablierten Institutionen und bestreitet, der verlängerte Arm der chinesischen Diplomatie zu sein.

Herr von Amsberg, die Spannungen zwischen China und den USA haben sich über die letzten Jahre deutlich verschärft. Manche erwarten eine neue Blockbildung in der Weltpolitik. Wäre heute die Gründung der AIIB so noch möglich?
Das Fundament der AIIB, das im Jahr 2015 zwischen China und den 56 anderen Mitgliedländern ausgehandelt wurde, hat bis heute sehr gut gehalten. Im heute herrschenden, veränderten Umfeld sind wir dank des so geschaffenen Vertrauens von tagespolitischen Stimmungsschwankungen wenig abhängig. Die Grundpfeiler, die damals ausgehandelt wurden, sind die völkerrechtlich bindende Struktur mit klaren Entscheidungsprozessen, internationale Umwelt- und Sozialstandards für unsere Projekte und ein dauerhaftes Finanzierungsmodell. Die Mitgliedländer unterstützen weiterhin dieses Fundament und die Zielsetzung der AIIB.

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