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Aktie im Blickpunkt

BP sind klar unterbewertet.

Carlo Emanuele Frezza

Die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zur Normalität ist in diesen Tagen das grosse Thema. Die internationalen Aktienmärkte nehmen diese Hoffnung schon jetzt mit Rekordgewinnen vorweg. Im vergangenen Monat sind die wichtigsten Indizes so stark gestiegen wie seit Langem nicht mehr. Viele Börsen verbuchten die beste Performance in einem November seit dreissig Jahren. Der hiesige Swiss Market Index (SMI (SMI 10'877.06 +0.24%)) hat knapp 10% avanciert, Deutschlands Leitindex Dax (DAX 13'787.73 -1.44%) gewann 15% hinzu, bei den US-Indizes Dow Jones (Dow Jones 30'814.26 -0.57%) und S&P 500 (S&P 500 3'762.30 -0.76%) sind es ebenfalls über 10%, und Japans Nikkei 225 (Nikkei 225 28'519.18 -0.62%) legte mehr als 15% zu.

Einen überaus erfolgreichen Monat haben auch die Aktien des Ölkonzerns BP hinter sich. Der Kurs stieg um fast 30%. Nach mehreren Monaten, die von Kursverlusten geprägt waren, konnte die Aktie eine Trendwende einläuten. Denn, wie es in einer Studie der britischen Grossbank Barclays (BARC 148.76 -2.68%) zum kommenden Börsenjahr heisst, die jüngsten Kursgewinne dürften kein Zufall gewesen sein. Vielmehr seien sie der Anfang einer Erholungsrally. Die Valoren seien mit den aktuellen 255 Pence deutlich unterbewertet. Barclays erwartet im kommenden Jahr Avancen von bis zu 60% und setzt ein Preisziel von 400 Pence. Dass der Titel preiswert ist, zeigt auch das KGV, das derzeit auf Basis des geschätzten Gewinns für 2021 bei 13 liegt.

«In den letzten sechs Monaten hat sich BP auf den Weg gemacht, das Geschäft in den kommenden zehn Jahren sehr viel unabhängiger vom CO2-Ausstoss zu machen», heisst es in der Studie. Mit dem Upstream- und dem Downstreambereich, also mit der Förderung von Öl und Gas sowie der Verarbeitung zum Beispiel in Raffinerien, habe der Konzern viel Potenzial und sei gut gerüstet für die Zukunft.

Trotz der optimistischen Haltung von Barclays ist ein Investment in BP immer noch eine heisse Sache. Besonders, wenn man die anhaltende Uneinigkeit innerhalb der Opec+ betrachtet. Dem Ölverbund ist es trotz intensiver Verhandlungen bisher nicht gelungen, sich auf eine kurzfristige Förderpolitik zu einigen.

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