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Aktie im Blickpunkt

BMW rutschen ab.

Carlo Emanuele Frezza

Am Dienstag sorgten BMW (BMW 79.55 +0.8%) für enttäuschte Gesichter unter den Anlegern. Die Valoren positionierten sich am Tabellenende des deutschen Leitindex Dax (DAX 15'384.85 +0.24%). Auslöser war der publizierte Ausblick für das zweite Halbjahr.

Wegen des weltweiten Chipmangels stellt sich BMW auf schwierige Monate ein. Das, nachdem die erste Jahreshälfte geglückt ist und sich die schwierige Situation rund um die Halbleiterbranche bei dem bayerischen Hersteller noch weniger stark ausgewirkt hat als bei vielen anderen Autobauern. Profitiert hat der Münchner Autokonzern zudem davon, dass er die Rückstellungen für das EU-Kartellverfahren wegen Absprachen rund um die Abgasreinigung von Dieselautos auflösen konnte, nachdem die Strafe geringer ausgefallen war als angenommen.

Der Umsatz verbesserte sich in den ersten sechs Monaten im Vergleich zur Vorjahresperiode 28% auf 55,5 Mrd. €, der Gewinn schnellte auf 7,6 Mrd. € von 362 Mio. nach oben.

Weil sich der Mangel an Halbleitern derzeit kaum entschärft hat, muss nun auch BMW reagieren. Sie ist gezwungen, die Bänder stillzulegen und auf die Produktion von mehreren Tausend Autos zu verzichten. Für die kommenden Monate rechnet das Management mit anhaltenden Produktionseinschränkungen und damit verbundenen Auswirkungen auf den Fahrzeugabsatz. Die Zahl der Auslieferungen dürfte trotzdem solide über dem Niveau des Vorjahres liegen, erklärte die Geschäftsleitung. Die Gewinnmarge im Segment Automobile werde daher im Gesamtjahr das obere Ende des Korridors von 7 bis 9% erreichen, wird sie zitiert. In der ersten Jahreshälfte hatte sie bei 13% gelegen.

Trotz eingetrübter Aussichten und einem schwachen Handelstag sind die Analysten gegenüber BMW optimistisch eingestellt. Die Mehrheit hat ihre Schätzung nach dem starken Halbjahresergebnis und dem Ausblick bestätigt. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 102 €. Die grössten Avancen erwarten die Experten von Jefferies. Die Investmentbank empfiehlt die Titel zum Kauf und sieht sie bei 135 € fair bewertet. Dieses Niveau liegt gut zwei Drittel über dem aktuellen Niveau.

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