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Aktie im Blickpunkt

Salesforce muss den hohen Kaufpreis für Slack rechtfertigen.

Carlo Emanuele Frezza

Seit Mittwoch ist der milliardenschwere Deal in der Softwarebranche fix: Salesforce kauft für 27,7 Mrd. $ den Bürochatanbieter Slack. Noch nie hat das Unternehmen mehr für eine Übernahme ausgegeben. Das Management zeigte sich über den Zusammenschluss hoch erfreut. «Wir sind wie füreinander gemacht», äusserte sich Salesforce-CEO Marc Benioff dazu. Zusammen würden beide Gesellschaften die Zukunft der Unternehmenssoftware gestalten sowie den Trend befeuern, von überall auf der Welt arbeiten zu können.

Nicht ganz so enthusiastisch fiel die Reaktion der Anleger auf die Nachricht aus. An der Börse gingen Salesforce tauchen. Am Mittwoch verloren sie über 8%, ehe sie sich am Donnerstag kaum bewegt zeigten. Einbussen mussten auch Slack hinnehmen. Am Mittwoch gaben sie 2,6% nach, am Donnerstag verloren sie weitere 0,5%.

Für Verunsicherung unter den Anlegern sorgte – neben dem vorsichtigen Ausblick, den Salesforce im Rahmen der Veröffentlichung ihrer Quartalszahlen vorgelegt hat – der Kaufpreis für Slack. Er sei mit 27,7 Mrd. $ hoch, kommentierte Analyst Brent (Brent 54.80 -2.91%) Thill von der Investmentbank Jefferies. Der Preis entspreche einem Aufschlag von rund 55% im Vergleich zum Aktienkurs vor knapp einer Woche, als an den Börsen erstmals Gerüchte über den Deal kursierten.

Neben den zweifelnden Stimmen gibt es aber auch positive Kommentare zum Zusammenschluss. Mit Slack eröffnet sich Salesforce ein neues Geschäftsfeld und heizt die Rivalität mit Microsoft (MSFT 212.65 -0.17%) weiter an. Beide Unternehmen konkurrieren bereits mit ihrer CRM-Software gegeneinander, nun auch mit Kommunikationslösungen für den Arbeitsplatz. Jetzt liegt es an Salesforce, das Wachstum von Slack weiter voranzutreiben, um die hohen Erwartungen der Aktionäre zu erfüllen und den hohen Kaufpreis zu rechtfertigen.

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