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Aktie im Blickpunkt

Wilder Ritt für Nokia an der Börse.

Beatrice Bösiger

Für Nokia (NOKIA 5.08 -1.3%) waren die vergangenen Tage an der Börse ein wilder Ritt. Der finnische Netzwerkausrüster und Handypionier war ähnlich wie die GameStop-Aktien ins Visier von Spekulanten geraten, die sich auf der Onlineplattorm Reddit formiert hatten. Anders als beim US-Videospielanbieter gibt es Angaben des Konzerns zufolge allerdings keine grosse Anzahl Short Sellers, die bei Nokia auf fallende Kurse wetten.

Ähnlich herausfordernd wie der jüngste Kursverlauf gestaltet sich jedoch der Geschäftsgang für den Konzern. Nokia rechnet im laufenden Jahr zum zweiten Mal in Folge mit einem fallenden Umsatz. 2021 werde ein Jahr des Übergangs, sagte der Chef des Netzwerkausrüsters, Pekka Lundmark, am Donnerstag. Der Konzern hatte zuletzt beim 5G-Ausbau das Nachsehen.

Vor allem Ericsson (ERIC B 103.92 -1.59%) aus Schweden hatte von den Problemen des chinesischen Marktführers Huawei profitiert und Nokia bei wichtigen Aufträgen  ausgestochen – sogar in China. Um im 5G-Rennen mitspielen zu können, will Nokia mehr in Forschung und Entwicklung investieren, was wiederum die Marge belastet.

Laut Lundmark, der erst im Sommer die Führung von Nokia übernommen hatte, lief es im vierten Quartal trotzdem besser als erwartet. Dank eines soliden Netzwerkgeschäft legte der Umsatz währungsbereinigt um 1% auf 6,57 Mrd. € zu. Das Betriebsergebnis fiel um 41% auf 475 Mio. €. Dass der Rückgang unter den Erwartungen lag, ist auch auf die Venture-Capital-Tochter des finnischen Konzerns und vorgezogene Deals zurückzuführen.

Ein ausführliches Ergebnis will Nokia am 18. März bekanntgeben.