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Aktie im Blickpunkt

Commerzbank im plötzlichen Aufwind.

Carlo Emanuele Frezza

Am deutschen Aktienmarkt stechen zu Wochenbeginn die im MDax notierten Commerzbank (CBK 6.26 +8.56%) hervor. Auslöser der Kursgewinne ist eine Empfehlung des Stimmrechtsberaters ISS. Er hat sich am Montag für die Neubesetzung des Verwaltungsrats bei der deutschen Grossbank ausgesprochen. Konkret legt er den Aktionären nahe, an der Generalversammlung am 18. Mai für die Ernennung der vorgeschlagenen fünf neuen Mitglieder – darunter Verwaltungsratspräsident Helmut Gottschalk – zu stimmen.

Zudem befindet sich Commerzbank auf der Zielgeraden, was die Verhandlungen über einen Sozialplan zum Abbau von Tausenden Stellen betrifft. Die Bank streicht im Rahmen ihres Umbaus weltweit 10’000 Jobs. Jetzt haben sich das Management und der Betriebsrat gemäss Berichten im Grossen und Ganzen auf ein Massnahmenpaket geeinigt, das bis Ende der Woche unterschriftsreif sein soll.

Von diesen zwei Nachrichten zeigen sich die Anleger entzückt. Ein Blick auf die Analystenschätzungen zeigt ebenfalls, dass es mit dem deutschen Geldinstitut langsam wieder nach oben geht. Im April haben unter anderem JPMorgan und RBC ihre Einstufung der Aktie überprüft. Beide raten, an Bord zu bleiben. Denn wenn tatsächlich zum Ende dieser Woche ein Abschluss mit den Gewerkschaften bekannt gegeben wird, dürfte der Kurs weiter klettern – noch bevor die eigentliche Restrukturierung des Unternehmens wirklich beginnt.

Anderer Meinung ist Barclays (BARC 181.67 +1.07%), die am Montag ihren jüngsten Kommentar zur Commerzbank abgegeben hat. Die britische Investmentbank hat die Einstufung vor der Publikation der Quartalszahlen auf «Untergewichten» mit einem Kursziel von 5 € belassen. Die Bank dürfte die Markterwartungen übertreffen, schrieb Analystin Jun Yang. Allerdings sei es erst der Start einer vierjährigen Restrukturierungsphase. Es werde Zeit brauchen, bis sich die Ergebnisse des Umbaus zeigten.

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