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Aktie im Blickpunkt

Société Générale verkauft Lyxor an Amundi.

Carlo Emanuele Frezza

Spätestens seit vergangener Woche und dem Drama um die Credit Suisse (CSGN 9.81 -0.16%) sind Bankaktien in der Schweiz wieder ziemlich unbeliebt. In Frankreich sind die Anleger dagegen anderer Meinung. Das zeigt sich am Beispiel von Société Générale (GLE 22.09 -0.11%). Die Titel der Bank gehören im noch jungen Jahr 2021 zu den Gewinnern im französischen Leitindex Cac 40. Über 30% haben sie in den ersten drei Monaten des Jahres zugelegt. Am Mittwoch legten sie zum Börsenstark erneut stark zu. Im weiteren Handelsverlauf gaben sie die Gewinne allerdings wieder aus der Hand und schlossen knapp unverändert bei 22.67 €. Die Valoren verharren damit vorerst auf dem Niveau, das sie vor zwei Jahren das letzte Mal über einen längeren Zeitraum halten konnten.

Für Gesprächsstoff sorgte am Mittwoch eine Meldung, wonach Société Générale exklusive Gespräche mit Amundi über den Verkauf ihrer Vermögensverwaltung Lyxor für 825 Mio. € führt. Die Transaktion soll bis 2022 abgeschlossen sein und der französischen Bank einen Veräusserungsgewinn von rund 430 Mio. € einbringen. Mit dem Deal schliesst die Bank das 2018 gestartete Umstrukturierungsprogramm ab, das die Konzernstruktur vereinfachen sollte. Fortan will sie sich einzig auf ihr Kerngeschäft mit Privat- und Firmenkunden konzentrieren.

Doch obschon die Anleger in Société Générale ihre Hoffnung setzen, ist die Stimmung unter den Analysten nicht ganz so optimistisch. Im März äusserten sich sowohl Credit Suisse als auch Berenberg zur Aktie. Die CS rät, sie bei einem Kursziel von 22 € zu halten. Anderer Meinung ist die Privatbank. Sie hat das Kursziel für Société Générale Mitte März zwar von 12 auf 17 € angehoben, die Verkaufsempfehlung aber bestätigt.

Die Aussicht auf höhere Erträge dank steigender Kapitalmarktzinsen habe den Aktienkurs seit Jahresbeginn stark nach oben getrieben, schrieb Analyst Andrew Lowe. Die Erwartungen an die Erträge der französischen Grossbank seien jedoch zu hoch. Bei weiter steigenden Kursen rate er zu Leerverkäufen.

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