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Aktie im Blickpunkt

Mit Lufthansa geht es weiter nach unten statt nach oben.

Carlo Emanuele Frezza

Die Reisesaison steht vor der Tür. Nach durchzogenen Monaten hofft die Tourismusbranche, dass es nach dem coronabedingten Einbruch jetzt aufwärtsgeht. Die ersten Zeichen lassen Gutes erahnen. Immer mehr Menschen sind gegen das Virus geimpft und können dadurch ihre Sommerferien im Ausland planen. Davon profitieren nicht nur die Reisedestinationen und die Hotelketten, sondern auch einige Fluggesellschaften.

Lufthansa (LHA 10.68 -0.74%) kann derweil aus dieser Entwicklung keinen Profit schlagen. Der Mutterkonzern der Swiss steckt in einer tiefen Krise. Bereits vor Ausbruch der Pandemie hatte er zu kämpfen, doch die Eindämmungsmassnahmen gegen das Virus und die damit verbundenen Reiserestriktionen in der vergangenen fünfzehn Monaten haben ihm das Geschäft zusätzlich erschwert.

Dass es bei Lufthansa in absehbarer Zeit wieder aufwärtsgeht, ist nicht zu erwarten – auch an der Börse. Das lässt der jüngste Analystenkommentar von Goldman Sachs (GS 373.70 -1.15%) vermuten. Die amerikanische Investmentbank hat die Aktien von «Neutral» auf «Verkaufen» abgestuft und das Kursziel von 9.40 auf 8.10 € gesenkt. Mit seinen geänderten Empfehlungen für Aktien von Fluggesellschaften favorisiert der Analyst Patrick Creuset Billigflieger vor Netzwerkairlines. Lufthansa sei stark abhängig von Geschäftsreisen. Auch habe sie nur begrenzt Fortschritte gemacht mit Kostensenkungen und sehe sich schwierigen Verhandlungen mit den Gewerkschaften gegenüber.

Seit Jahresbeginn entwickeln sich die Valoren der Kranich-Airline auf tiefem Niveau seitwärts. Im März zeichnete sich kurzzeitig eine Erholung ab. Doch die positive Stimmung verflog schnell, und die Titel pendelten sich zwischen 10 und 11.50 € ein. Am Dienstag gehörten sie nach dem Analystenkommentar von Goldman Sachs einmal mehr zu den Verlierern im MDax. Sie büssten 2,1% auf 10.59 € ein. Im Durchschnitt haben die Analysten ein tiefes Kursziel von 7.80 € gesetzt. Ein Kauf drängt sich daher definitiv nicht auf.

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