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Aktie im Blickpunkt

Der Auftragseingang von Airbus überrascht positiv.

Alexander Trentin

Die Aktie des Flugzeugherstellers Airbus (AIR 89.61 -3.24%) sank am Montag um gut 1%. Eine gute Nachricht, die zuerst für Kursgewinne sorgte, verpuffte im Tagesverlauf: Im vergangenen Jahr sind mehr Bestellungen als Stornos für neue Flugzeuge eingegangen waren. Nach Abzug der Stornierungen wurden 268 Maschinen bestellt, gab Airbus am Montag bekannt. Ausgeliefert wurden 566 Maschinen – wegen des Coronavirus deutlich weniger als die zuvor anvisierten 880. Dass die Produktion trotzdem nicht stillstehen wird, ist am Gesamtauftragsbestand mit 7184 Flugzeugen abzulesen. Jedoch wurde im vergangenen Jahr die Kapazität um rund 40% gesenkt, bis zu 15’000 Stellen könnten gestrichen werden.

Die Analysten von Bank of America (BAC 31.77 -1.76%) sehen die Zahl der ausgelieferten Flugzeuge als ein positives Signal. Der Lagerbestand werde so verkleinert, und die Schätzungen zum freien Cashflow sollten übertroffen werden. «Airbus hat mit der Stabilisierung bei der Auslieferung Resilienz gezeigt», glauben die Analysten. «Nach dem schlimmsten Jahr der Firmengeschichte bleibt ein positiver Cashflow.» Sie haben ein Preisziel von 122 € für die Aktie des Flugzeugbauers gesetzt – ein Plus von gut 35% zum jetzigen Kurs. Der Gewinn je Titel für das Geschäftsjahr 2020 wird auf –0.60 € geschätzt, ohne Einmaleffekte würde er 1.05 € je Aktie betragen. Im Jahr 2021 erwartet man eine Verdreifachung des Gewinns auf 3.43 € je Titel.

Der Kurs von Airbus brach vergangenes Jahr von Mitte Februar bis Anfang März um zwei Drittel ein. Seitdem hat er sich fast verdoppelt – notiert damit aber immer noch gut ein Drittel unter dem Höchst. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Toulouse verteidigt seine Position als grösster Flugzeugbauer der Welt. Boeing (BA 207.41 -1.91%) wurde im Jahr 2019 überholt, nachdem der fehlerhafte Flugzeugtyp Boeing 737 Max nicht mehr hatte ausgeliefert werden dürfen.

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