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Aktie im Blickpunkt

ThyssenKrupp kommt langsam aus dem Tal.

Carlo Emanuele Frezza

Beim deutschen Industriekonzern ThyssenKrupp (TKA 8.82 -5.99%) stehen die Anzeichen auf Erholung. Das zeigen die jüngsten Quartalszahlen sowie der angehobene Ausblick für das Gesamtjahr 2020/21, die er am Dienstag vorgelegt hat. In fast allen Geschäftsbereichen – auch im Stahlgeschäft – konnte im zweiten Quartal ein höherer Gewinn erzielt werden. «Wir haben im zweiten Quartal Boden gutgemacht», sagte eine sichtlich zufriedene CEO Martina Merz.

Konkret stieg der Auftragseingang zwischen Januar und März 14%. Der Umsatz erhöhte sich mit 4% derweil etwas weniger stark. Unter dem Strich resultierte ein Betriebsverlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 49 Mio. €, nach einem Verlust von 578 Mio. € im Vorjahresquartal. Merz sieht zwei Gründe für das Erreichte: «Einerseits hat uns die Erholung in vielen unserer Märkte geholfen. Andererseits zeigen unsere Massnahmen zur Performancesteigerung die geplante Wirkung. Das ist gut und macht uns zuversichtlich.»

Dass die Geschäftsleitung optimistisch gestimmt ist, zeigt sich auch im Ausblick. Im operativen Geschäft erwartet sie im Geschäftsjahr 2020/21 eine signifikante Steigerung bis hin zu einem positiven Ergebnis in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrags. Bislang hatte ThyssenKrupp operativ nur ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis in Aussicht gestellt.

Am Aktienmarkt kamen die Quartalszahlen sowie die angehobene Prognose derweil nicht gut an. ThyssenKrupp verloren klar und positionierten sich damit am Tabellenende des MDax. Nicht gut auf die Aktien zu sprechen sind die Analysten von Morgan Stanley (MS 90.70 -0.02%). Die US-Investmentbank hat ihre Einstufung auf «Untergewichten» mit einem Kursziel von 9.50 € belassen. Analyst Alain Gabriel wertet besonders den freien Mittelfluss (Free Cashflow) negativ.

Anderer Meinung sind Baader und Jefferies. Für die deutsche Bank ist das erzielte Resultat ein weiterer Schritt heraus aus dem Tal. Sie sieht die Titel bei 16 € fair bewertet und rät zum Kauf. Von diesem Niveau sind sie gut 40% entfernt. Gleicher Meinung ist die amerikanische Investmentbank. Sie zeigt sich besonders vom Ebit überrascht.

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