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Aktie im Blickpunkt

Deutsche Bank distanziert sich von Trump.

Carlo Emanuele Frezza

Der Sturm auf das US-Kapitol in der vergangenen Woche hat die weltweiten Schlagzeilen dominiert. Wegen Anstiftung zur Gewalt sehen viele Donald Trump als Verantwortlichen für die Geschehnisse. Die US-Demokraten haben deshalb ein zweites Amtsenthebungsverfahren gegen den abtretenden Präsidenten eingeleitet.

Inzwischen reagiert nicht mehr nur die Politik auf die Vorkommnisse. Unternehmen wie Twitter (TWTR 47.12 -1.01%) und Facebook (FB 272.87 +2.02%) haben bereits in der vergangenen Woche die Profile Trumps zumindest bis zum Ende seiner Amtszeit blockiert und dies mit Anstiftung zur Gewalt begründet. Nun wendet sich mit der Deutschen Bank auch ein europäischer Grosskonzern vom US-Präsidenten ab. Einem Medienbericht der «New York Times» zufolge geht das grösste Geldhaus Deutschlands künftig auf Abstand und will keine Geschäfte mehr mit ihm und seinen Unternehmen eingehen.

Donald Trump ist seit Jahren Kunde der Deutschen Bank. Insider schätzen, dass er von ihr seit Ende der Neunzigerjahre mehr als 2 Mrd. $ an Krediten in Anspruch genommen hat. Doch das Verhältnis hat besonders in den vergangenen vier Jahren enorm gelitten. Der US-Präsident hat dem deutschen Finanzinstitut in dieser Zeit deutlich mehr Ärger als Freude eingebracht. Die Bank geriet immer wieder in den Fokus von Ermittlungen und Untersuchungen in verschiedenen Bereichen. Heute schuldet ihr Trump noch rund 340 Mio. $. Die Kredite, die er persönlich garantiert, werden in den Jahren 2023 und 2024 fällig.

Dass die Deutsche Bank (DBK 9.16 -0.32%) künftig nichts mehr mit dem abtretenden Präsidenten zu tun haben will, scheint die Anleger zu freuen. Die Aktien der Grossbank legten am Dienstag über 1% zu auf 9.68 €. Damit gehörten sie zu den Gewinnern im Dax (DAX 13'906.67 -0.11%). Der deutsche Leitindex zeigte sich am Dienstag verhalten und schloss 0,1% im Minus bei 13’925 Punkten.

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