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Aktie im Blickpunkt

Toshiba legen nach Kaufangebot zu.

Beatrice Bösiger

Der Name Toshiba könnte schon bald von der Börse verschwinden. Die Private-Equity-Gesellschaft CVC Capital Partners will den japanischen Elektronikkonzern für rund 20 Mrd. $ kaufen. Kommt der Deal zustande, wollen die neuen Eigentümer das traditionsreiche Konglomerat von der Börse nehmen.

In einer ersten Reaktion nach Bekanntwerden des Angebots vergangene Woche sagte Toshiba, sie wolle weitere Details einholen und das Angebot prüfen – und sich erst danach dazu äussern. Die in Luxemburg ansässige CVC hat eine Stellungnahme bislang abgelehnt.

Der Kaufpreis liegt rund 30% über dem letzten Aktienkurs von Toshiba. Mit einem geschätzten Volumen von 20 Mrd. $ wäre der Kauf die grösste fremdfinanzierte Buy-out-Übernahme durch eine Private-Equity-Gesellschaft überhaupt. Bei solchen Deals nimmt eine Private-Equity-Gesellschaft typischerweise Kapital auf, kauft ein Unternehmen, verbessert wenn möglich dessen Profitabilität und verkauft es dann später mit Gewinn weiter.

Für Private Equity (PEHN 81.00 0%) ist Japan interessant, da die Unternehmen dort traditionell über viel Kapital verfügen und wenig Risiken eingehen. Daher winken hohe Renditen. Bei Toshiba müssen potenzielle Käufer aber noch die Zustimmung der Regierung in Tokio erhalten. Der Konzern ist stark in die Infrastruktur des Landes investiert, unter anderem bei den japanischen Atomkraftwerken, was Analysten zufolge das ganze Unterfangen etwas unsicher macht. Auf der anderen Seite könnte eine Vereinfachung der Besitzstruktur sich auf den Geschäftsgang des japanischen Konglomerats positiv auswirken.

In den vergangenen Monaten kam es zu Unstimmigkeiten zwischen ausländischen Aktionären und dem Toshiba-Management. Diese haben bei dem Konzern in den vergangenen Jahren deutlich an Einfluss gewonnen, da Toshiba zusätzliches Kapital nach dem 2017 erfolgten Bankrott seiner US-Nukleartochter Westinghouse aufgenommen hat.

Die Aktien von Toshiba haben auf das Angebot positiv reagiert. Mit 4530 Yen gingen sie am Montag auf dem höchsten Stand seit Mai 2017 aus dem Handel. Alleine seitdem das Angebot in der vergangenen Woche bekannt wurde, haben die Valoren um mehr als 18% zugelegt.

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