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Aktie im Blickpunkt

Fresenius auf Aufholjagd gebremst.

Carlo Emanuele Frezza

Die internationalen Finanzmärkte sind in diesen Tagen insbesondere von Aktien aus der Gesundheitsbranche angetrieben worden. Investoren haben sich angesichts der Hoffnung auf einen baldigen Impfstoff wieder getraut, bei Pharmawerten zuzugreifen. Davon haben in den vergangenen Handelstagen auch Fresenius (FRE 34.63 -0.76%) (Börsenwert: 21 Mrd. €) profitiert. Mehrere Tage in Folge ist der Aktienkurs gestiegen. Doch am Donnerstag war vorerst Schluss mit den Avancen. Die Titel positionierten sich im unteren Mittelfeld des Deutschen Aktienindex (Dax) und verloren 1,6% auf 37.13 €.

Damit liegen sie noch deutlich unter dem erst vor wenigen Tagen korrigierten Kursziel der Analysten von Kepler Cheuvreux. Sie sehen die Aktie neu bei 53 € fair bewertet und nicht mehr beim deutlich höheren Kurs von 62 €. Die Einstufung haben sie allerdings auf «Kaufen» belassen. Die Papiere seien so niedrig bewertet, dass man kaum an ihnen vorbeikomme, erklären die Analysten in ihrer Einschätzung zum jüngsten Quartalsbericht des Gesundheitskonzerns.

Von Juli bis September hat Fresenius von einem starken Dialysegeschäft und einer Erholung bei ihrer Klinikkette Helios profitiert. «Wir hatten in Aussicht gestellt, dass es bei Umsatz und Gewinn nach einem von Lockdowns belasteten zweiten Quartal wieder aufwärtsgeht. Das haben wir geschafft», sagte CEO Stephan Sturm Ende Oktober.

Gegenwind spürte der Konzern von negativen Währungseffekten. Im dritten Quartal fiel der Gewinn zwar 4% auf 427 Mio. €, währungsbereinigt stand allerdings ein Plus von 1% zu Buche. Analysten hatten zudem einen stärkeren Rückgang auf im Schnitt 418 Mio. € befürchtet.

Für die Aktien von Fresenius dürfte der Einbruch von Donnerstag angesichts der Einschätzung von Kepler Cheuvreux und der Erholung im vergangenen Quartal also bloss als unglücklicher Zwischenfall bewertet werden.