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Aktie im Blickpunkt

Signal ist nicht gleich Signal.

Carlo Emanuele Frezza

Soziale Netzwerke sind aus unseren Leben nicht mehr wegzudenken. Vieles geht heute ausschliesslich über diese Kanäle. Unternehmen kommunizieren vermehrt über Instagram, Präsidenten politisieren über Twitter (TWTR 47.12 -1.01%), und immer mehr Menschen beziehen ihre täglichen Nachrichten per Social Media. Doch manchmal kann eine Botschaft einer einflussreichen Person über Twitter verheerende Auswirkungen haben.

Elon Musk schrieb am vergangenen Donnerstag auf Twitter «Nutzt Signal». Mit 42 Mio. Followern zählt er zu den einflussreichsten Personen auf Twitter. Hintergrund seiner Nachricht ist, dass er mit den neuen Nutzungsbedingungen von WhatsApp unglücklich ist. Als Alternative empfahl der Tesla-Chef daher den immer beliebteren Messengerdienst Signal.

In der Folge von Musks Tweet stürzten sich unzählige Anleger auf Signal Advance. Innert wenigen Tagen kletterten die Valoren über 6000% – von unter 1 $ auf fast 40 $. Der Börsenwert des Unternehmens stieg dementsprechend auf mehr als 3 Mrd. $. Doch wer jetzt denkt, dass nun unzählige glückliche Gesichter herumlaufen, täuscht sich. Der Messengerdienst Signal ist eine gemeinnützige Organisation und damit auch an keiner Börse kotiert. Die Anleger haben offensichtlich zur falschen Aktie gegriffen. Bei Signal Advance handelt es sich nämlich um einen Hersteller von Medizintechnik aus den USA.

Inzwischen haben sich die meisten Anleger von Signal Advance wieder getrennt. Doch dieses Beispiel zeigt einmal mehr, wie schnell man zur falschen Aktie greift und dass man sich vor einem Investment akribisch vorbereiten sollte.

Vor zwei Jahren sorgte ein ähnlicher Fall für Schlagzeilen. 2019 wollten viele Investoren auf den damals aufstrebenden Videokonferenzdienst Zoom Video (ZM 382.81 0%) setzen. Allerdings kauften viele die Titel von Zoom Technologies, weil dessen Tickersymbol ZOOM hiess.

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