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Aktie im Blickpunkt

Schreckmoment für Barclays-Anleger.

Carlo Emanuele Frezza

Den Start in den Tag haben sich die Barclays-Anleger am Mittwoch wohl definitiv anders vorgestellt. Kaum eröffnete die Londoner Börse, sackten die Aktien der britischen Bank knapp 10% auf 168 p ab. Und das erst noch ohne relevante Nachrichten zum Unternehmen. Allerdings dauerte es nicht lange, bis Entwarnung folgte. Denn gleich im Anschluss schossen die Valoren wieder nach oben. Den Handelstag beenden sie schliesslich mit Avancen von 0,5% bei 187 p.

Doch was war da geschehen – kurz nach Börseneröffnung? Mehrere Händler berichten von einer Fehleingabe eines Marktteilnehmers, einem sogenannten «fat finger». Darauf deutet auch das massive Ordervolumen von 6,6 Mio. Aktien in den ersten zwei Handelsminuten hin, was rund 8 bis 10% des durchschnittlichen Tagesumsatzes entspricht.

Aufatmen also bei den Anlegern von Barclays (BARC 181.58 +2.51%), die in den vergangenen Monaten verwöhnt wurden. Seit Jahresbeginn haben sich die Titel gut 30% verteuert. Inzwischen haben sie sich wieder über das Niveau gehievt, das sie vor dem coronabedingten Einbruch vom März 2020 hatten. Nichts deutete also auf einen Kursrutsch hin. Zudem sind auch die Aussichten der Analysten überaus positiv. Im März haben sich fünf Institute zu Barclays geäussert, und alle empfehlen die Valoren zum Kauf. Die Kursziele bewegen sich in einer Spanne von 180 und 250 p.

Geäussert hat sich unter anderem die Credit Suisse (CSGN 9.25 -0.52%) (Kursziel: 210 p). Ein besseres Konjunkturumfeld dürfte in den kommenden zwölf Monaten die Gewinnerwartungen für die britische Bank steigen lassen, schrieb Analyst Omar Keenan. Die Erträge im Investmentbanking schienen sich besser zu entwickeln als am Markt erwartet, und die Aussagen des Managements klängen optimistisch.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs (GS 370.89 +1.34%) (Kursziel: 250 p) ist gegenüber Barclays noch optimistischer eingestellt. Analyst Martin Leitgeb zeigt sich von einem erst kürzlich abgeschlossenen Kreditkartenabkommen zwischen der britischen Bank und Mastercard (MA 265.00 +3.52%) mit dem US-Bekleidungseinzelhändler Gap entzückt. Mit diesem Deal könne sie das Kreditkartengeschäft in den USA wieder ankurbeln und Wachstum vorantreiben.

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